1. oekotest.de
  2. Tests
  3. 19 Selbstbräuner im Test

19 Selbstbräuner im Test

Keep cool!

Ratgeber Kosmetik 2016 | Kategorie: Kosmetik und Mode | 09.06.2016

19 Selbstbräuner im Test

Verbraucher erhoffen sich von Selbstbräunern einen gesunden Sommerteint. Ganz bestimmt jedoch erwarten sie keinen krebsverdächtigen Stoff. Doch viele der getesteten Cremes setzen Formaldehyd frei. Wer nicht auf die Bräune aus der Tube verzichten will, sollte die Creme deshalb kühl lagern.

Wer will, kann seine Haut mittlerweile braun duschen - vollautomatisch auf Knopfdruck. In vielen Solarien und Schönheitssalons stehen dazu spezielle Kabinen bereit. Der Kunde stellt sich darin nackt auf elektrisch geerdete Metallplatten. Nun nur noch die Augen zu, Arme anwinkeln und ein computergesteuerter Sprühkopf benetzt den Körper von oben bis unten, rundherum mit Färbemittel. Eine Stimme vom Band sagt den Stellungswechsel an. Weil der braune Nebel elektrostatisch geladen ist, wird er von der Haut angezogen und haftet extra gleichmäßig. Er enthält Dihydroxyaceton (DHA), das auch überwiegend in Selbstbräunern wirkt.

In den ersten Tuben zum Selbermachen aus den 1950er-Jahren steckte der Wirkstoff hoch konzentriert, die Haut sah aus wie nach einem Bad in Multivitaminsaft. Trotzdem entwickelte sich die künstliche Bräune ab den Neunzigern immer mehr zur Strandalternative. Schokoladige Bodybuilder, fleckige Promigesichter und der Streifenhörnchenlook künden zwar auch heute noch von Anwendungsunfällen. Richtig verwendet, erzielen die Cremes jedoch durchaus natürlich aussehende Ergebnisse. Zuletzt verpackte die Kosmetikindustrie DHA niedrig konzentriert in Glow- oder Gradualbräunungsprodukte: Feuchtigkeitscremes, die als dezenten Nebeneffekt einen Hauch von Sommer versprechen.

Für den künstlichen Teint aus der Tube sorgt, was zunächst harmlos klingt: Zucker. Denn DHA ist ein Zuckermolekül. Gängige Cremes enthalten Konzentrationen von drei bis fünf Prozent. Das Verbraucherschutzkomitee der EU (SCCS) bewertet in Kosmetika bis zu zehn Prozent als gesundheitlich unbedenklich. Fast identisch wie DHA wirkt die ebenfalls verwendete Erythrulose, auch eine Zuckerform. Ihr Färbeeffekt setzt langsamer ein, ist dezenter, hält dafür länger als der von DHA. Sie kommt in zahlreichen Pflanzen sowie verschiedenen Flechtenarten vor, aus denen Hersteller den Zucker mithilfe von Bakterienstämmen fermentieren. DHA hingegen stellt die Industrie überwiegend aus Glycerin her.

Beim Auftragen reagieren beide Wirkstoffe auf gleiche Weise mit den Eiweißen im Schweiß und der obersten, abgestorbenen Hornhautschicht. Braune Pigmente, die Melanoide, bilden sich. Diese sogenannte Maillard-Reaktion läuft übrigens auch ab, wenn ein Hähnchen auf der Grillstange goldbraun brät.

Allerdings birgt DHA ein Problem. Denn der Zucker zerfällt dem Bundesamt für Risikobewertung (BfR) zufolge unter Wärmeeinwirkung oder wenn er längere Zeit lagert. Ein Vorgang, der schon in der Lieferkette und im Ladenregal ablaufen kann und den Verbraucher kaum kontrollieren können. Dabei spaltet sich Formaldehyd ab, das die EU seit 2015 als krebsverdächtigen Gefahrstoff einstuft. Er ist daher in seiner Reinform seit 2016 als Kosmetikzusatz verboten. Dies gilt nach Angaben des BfR aber nicht, wenn sich Formaldehyd unerwünscht aus Inhaltsstoffen entwickelt. Stammt der Stoff etwa aus Konservierungsmitteln, müssen Anbieter zumindest ab gewissen Mengen auf der Packung darauf hinweisen.

Für Formaldehyd aus D


Selbstbräuner: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Collistar Magic Face Drops For Men Selbstbräunungskonzentrat
  • Collistar

Sunozon Selbstbräunungscreme für helle Haut
  • Rossmann

Lancaster Self Tan Beauty 01. Light, Week End in Capri
  • Coty Prestige

Melvita Prosun feuchtigkeitsspendende Selbstbräunungslotion
  • Melvita (Naturwarenladen)

Ambre Solaire Natural Bräuner
  • Garnier

Eco Cosmetics Bronze Selbstbräuner
  • Eco Cosmetics (Naturwarenladen)

Douglas Sun Selbstbräunungsmilch
  • Douglas

L'Oréal Sublime Bronze Zartschmelzende Selbstbräunungs-Milch
  • L'Oréal

La Roche-Posay Autohelios Selbstbräuner Zartschmelzendes Gel
  • La Roche-Posay (Apotheke)

Annemarie Börlind Sunless Bronze Selbstbräuner
  • Börlind

Sundance Selbstbräunungscreme
  • Dm

Lavera Sun Sensitiv Selbstbräunungscreme
  • Laverana

Vichy Selbstbräuner Feuchtigkeitsspendende Milch
  • Vichy (Apotheke)

Lavozon Selbstbräunungscreme
  • Müller

Eau Thermale Avène Feuchtigkeitsspendender Selbstbräuner
  • Pierre Fabre (Apotheke)

Alverde Selbstbräunungsgesichtscreme
  • Dm

Académie Bronz'Express Selbstbräunungslotion
  • Académie Scientifique de Beauté

Yves Rocher Sommerbräune
  • Yves Rocher

Shiseido Men Moisturizing Self-Tanner
  • Shiseido

19 Selbstbräuner im Test
Ratgeber Kosmetik 2016 Seite 56
Ratgeber Kosmetik 2016 Seite 57
Ratgeber Kosmetik 2016 Seite 58
Ratgeber Kosmetik 2016 Seite 59
Ratgeber Kosmetik 2016 Seite 60
Ratgeber Kosmetik 2016 Seite 61

6 Seiten
Seite 56 - 61 im Ratgeber Kosmetik 2016
vom 09.06.2016
Abrufpreis: 1,50 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben 19 Selbstbräunungscremes gekauft. Unterwegs waren unsere Einkäufer dafür in Drogerien, Discountern, Parfümerien, Kaufhäusern und Apotheken. Die teuerste Cremetube kostete 39,99, die billigste 1,85 Euro. Alle Produkte eignen sich laut Verpackung auch für das Gesicht und überwiegend für beide Geschlechter, lediglich zwei Bräuner sind explizit für Männer ausgelobt. Vier Produkte tragen Siegel, die sie als zertifizierte Naturkosmetik ausweisen.

Die Inhaltsstoffe

Wir ließen die Cremes in verschiedenen Laboren auf Schadstoffe analysieren und nahmen die für den Laien oft kryptische Inhaltsstoffliste unter die Lupe. Besonders interessierte uns, ob sich aus den Selbstbräunern das krebsverdächtige und allergisierende Formaldehyd herauslöst. Wir fragten uns zudem, wie die Hersteller den unangenehmen Geruch des Selbstbräunerwirkstoffs DHA kaschieren: Setzen sie dabei auf allergieauslösende Duftstoffe oder künstlichen Moschus-Duft, der sich im Fettgewebe anreichert und möglicherweise für Leberschäden sorgen kann? Auch PEG/PEG-Derivate, Paraffine, Silikone, Erdölprodukte, problematische Parabene sowie Diethylphthalat standen auf der Agenda.

Die Weiteren Mängel

Hierunter fallen Umkartons. Kosmetiktiegel oder -spender aus Glas schützt oft eine Kartonschachtel vor dem Zerbrechen. Dosen, Tuben und Flaschen aus Plastik sind hingegen stoßunempfindlich. Sie zusätzlich zwecks Werbung zu verpacken, produziert unnötig Müll.

Die Bewertung

Verbraucher erhoffen sich von Selbstbräunercremes einen braunen, gesunden Hautton. Für Schadstoffe gibt es deshalb unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe Punktabzug.

Aktuelle Ausgabe
Spezial Naturkosmetik
Spezial Naturkosmetik
Zugehörige Ausgabe:
Ratgeber Kosmetik 2016
Ratgeber Kosmetik 2016

Erschienen am 09.06.2016

Informationen zum Abruf bei United Kiosk
So funktioniert der Artikel-Abruf
Wenn Sie zum ersten Mal Artikel bei unserem Service-Partner United Kiosk abrufen, lesen Sie bitte vorab unsere Anleitung zum Abruf von Tests, Ratgebern, Einzelseiten und ePapern durch. Gekaufte Artikel, ePaper oder eBundles können Sie im Fall eines Verlustes nur dann wiederherstellen, wenn Sie sich zuvor registriert haben.