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Babyschlafsack-Test: In welchem Schlafsack Babys sicher schlafen

ÖKO-TEST Februar 2019: Titelthema Zucker | Autor: Christine Throl | Kategorie: Kinder und Familie | 01.02.2019

Babyschlafsack-Test: In welchem Schlafsack Babys sicher schlafen
Foto: ÖKO-TEST; imago/Westend61

Im Babyschlafsack betten Eltern ihre kleinen Kinder am sichersten zur Ruhe. Keiner im Test ist wirklich spitze. Doch vier können wir noch mit "gut" empfehlen. Ein Produkt ist besonders stark mit Schadstoffen belastet.

Aktualisiert am 31.01.2019; Einkauf Testprodukte Aug 2017 | Wir haben 13 Babyschlafsäcke getestet. Im Fokus: ihre Sicherheit. Auch mögliche Schadstoffbelastungen haben Labore für uns überprüft. Überwiegend die Größe 70 Zentimeter, die in der Regel vom siebten bis zum elften Lebensmonat passt. Die meisten Produkte sind aus Baumwolle mit einer Füllung aus Polyester. Auch zwei Schlafsäcke mit Schurwolle sind dabei.

Babyschlafsack-Test: Schlafsäcke für Babys von Ikea, Dm & Co. im Vergleich

Unser Labor hat alle Produkte nach der Fachinformation "Der sichere Baby-Schlafsack" beurteilt. Demnach beugt ein sicherer Babyschlafsack dem plötzlichen Säuglingstod vor. Sind die Hals- und Armausschnitte passend für die angegebene Konfektionsgröße? Besteht ein Verletzungsrisiko durch Reißverschlüsse? Halten alle Farben stand, wenn das Baby daran nuckelt oder schwitzt? Zudem schauten wir, ob die Anbieter ihre Produkte mit Gebrauchs- und Warnhinweisen ausstatten.

Experten haben alle Produkte umfangreich auf Schadstoffe untersucht. Teile aus Schurwolle ließen wir zusätzlich auf Pestizidrückstände analysiert.

Nur vier getestete Babyschlafsäcke empfehlenswert

Das Ergebnis: Wir können vier Babyschlafsäcke mit dem Gesamturteil "gut" empfehlen. Ein Produkt fällt mit "mangelhaft" durch. Alle anderen schneiden mittelmäßig ab. 

Eine Durchrutschgefahr für den Kopf besteht bei zwei getesteten Produkten, sofern die Träger verlängert werden. Bei allen anderen Produkten ist der Halsausschnitt so bemessen, dass sich weder groß gewachsene Kinder beengt fühlen, noch dass ein Kind hineinrutschen kann.

Eine geringe Klemmgefahr durch Reißverschlüsse besteht bei fünf Produkten. Bei vier davon wird der mittig am Halsausschnitt liegende Reißverschluss von unten nach oben geschlossen. Diese Schließrichtung birgt die Gefahr, dass im Halsbereich Haut eingeklemmt wird. Bei einem Schlafsack ist zusätzlich das nicht abgedeckte Ende des seitlichen Reißverschlusses das Problem.

Jetzt kompletten Test mit allen Ergebnissen als ePaper kaufen

Der Liegekomfort in der zum Schlafen empfohlenen Rückenlage kann sich bei einem Schlafsack im Test als eingeschränkt erweisen: Das Produkt hat einen umlaufenden Gummizug und eine umlaufende Kante durch ein Inlet, das eingeknöpft werden kann. Das werten wir ab.

Sichere Babyschlafsäcke sind ein wichtiger Präventionsfaktor gegen den plötzlichen Säuglingstod. Da ein Babyschlafsack jedoch nur sicher ist, wenn Eltern ihn auch richtig anwenden wird, sollten Gebrauchs- und Warnhinweise am Schlafsack nicht fehlen. Dazu gehört etwa ein Hinweis, auf Löcher zu achten, die Fangstellen für die Finger oder Zehen bilden können.

Zu viele Schadstoffe: Ein Babyschlafsack fällt im Test durch

Die meisten Schlafsäcke weisen problematische Substanzen auf und erhalten dafür ein bis vier Notenabzüge. Ein Babyschlafsack im Test ist so stark mit Problemstoffen belastet, dass er mit "mangelhaft" durchfällt: Daraus lösten sich stark erhöhte Gehalte an Antimon. Das giftige Halbmetall gelangt durch Polyester der Gewebe oder Füllungen in die Babyschlafsäcke.

Zudem monieren wir in dem "mangelhaften" Schlafsack umstrittene halogenorganische Verbindungen und überflüssige optische Aufheller im Futterstoff. Letztere können sich aus dem Gewebe lösen; manche verursachen zusammen mit Sonnenlicht allergische Reaktionen. Auch sind die Aufheller schwer abbaubar und belasten die Umwelt, wenn sie ins Abwasser gelangen.

Die Testsieger, die Testtabelle und das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

Diesen Test haben wir zuletzt im ÖKO-TEST Ratgeber Kleinkinder 2018 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für das ÖKO-TEST Magazin Februar 2019, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

Weiterlesen auf oekotest.de:


Wir haben diese Produkte für Sie getestet

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Bornino Home Babyschlafsack Tencel, Mond- und Sterne
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Ergee Babyschlafsack Sterne, rosa
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H&M Schlafsack, hellrosa gepunktet
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Julius Zöllner Jersey Schlafsack gefüttert, hellblau
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Lotties Bambini Schlafsack Skyrider, natur-blau
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Odenwälder Baby Nest Jersey-Schlafsack, light silver
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Prolana Babyschlafsack SSW-Lammflor, natur
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Pyttesma Schlafsack, hellblau grün
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Reiff Naturstrick Schlafsack ohne Arm, marine
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Sterntaler Der Alleskönner- Funktionsschlafsack Ella
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Sterntaler

Testverfahren

Wir haben 13 Babyschlafsäcke für rund 8 bis 85 Euro eingekauft, die möglichst übers ganze Jahr zum Einsatz kommen können. Überwiegend die Größe 70 Zentimeter, die in der Regel vom siebten bis zum elften Lebensmonat passt. Die meisten Produkte sind aus Baumwolle mit einer Füllung aus Polyester. Auch zwei Schlafsäcke mit Schurwolle sind dabei.

Unser Labor hat alle Produkte nach der Fachinformation "Der sichere Baby-Schlafsack" beurteilt. Danach ist ein sicherer Babyschlafsack eine wichtige Präventionsmaßnahme gegen den plötzlichen Säuglingstod. Sind die Hals- und Armausschnitte passend für die angegebene Konfektionsgröße? Besteht ein Verletzungsrisiko durch Reißverschlüsse? Halten alle Farben stand, wenn das Baby daran nuckelt oder schwitzt? Zudem schauten wir, ob die Anbieter ihre Produkte mit Gebrauchs- und Warnhinweisen wie "Nicht verwenden, wenn der Kopf des Kindes durch den Halsausschnitt passt" ausstatten.

Experten haben alle Produkte umfangreich auf Schadstoffe wie lösliches Antimon, Weißmacher, krebserregende oder allergisierende Farbbausteine und hautreizende Textilausrüstung wie Formaldehyd untersucht. Teile aus Schurwolle ließen wir zusätzlich auf Pestizidrückstände, die aus dem Lager- und Transportschutz von Rohwolle stammen können, untersuchen.

Die Funktionalität vieler Babyschlafsäcke wird lediglich durch fehlende Gebrauchs- und Warnhinweise eingeschränkt. Problemstoffe wie giftiges Antimon oder optische Aufheller verderben bei etlichen Produkten jedoch ein besseres Gesamturteil.

Bewertungslegende 

Bewertung Testergebnis Funktionalität: Unter dem Testergebnis Funktionalität führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) geringe Klemmgefahr durch Reißverschluss (Reißverschluss mittig und nach unten zu öffnen; Reißverschluss seitlich und Reißverschlussende nicht abgedeckt); b) Halsausschnitt bei verlängerten Trägern zu groß (Durchrutschgefahr); c) Liegekomfort eingeschränkt, da Rückenteil nicht glatt; d) eine Speichel-/Schweißechtheit schlechter als Note 5 auf der Skala von Note 5 = beste Note bis Note 1 = schlechteste Note); e) mehrere oder alle der folgenden Gebrauchs- und Warnhinweise fehlen (Angabe "teilweise" und "nein"): "Nicht verwenden, wenn der Kopf des Kindes durch den Halsausschnitt passt", "Schlafsack nicht länger verwenden, sobald das Kind aus dem Kinderbett klettern kann", "Nicht in Kombination mit anderen Bettwaren (z. B. Kinderbettdecke) verwenden; Überhitzung kann das Leben Ihres Kindes gefährden! Die Raumtemperatur und Schlafbekleidung des Kindes berücksichtigen und dafür sorgen, dass dem Kind weder zu warm noch zu kalt ist", "Von offenem Feuer fernhalten", "Bei Anzeichen von Verschleiß oder Schäden Schlafsack nicht länger benutzen".

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um zwei Noten: ein stark erhöhter Gehalt von mehr als 5 mg/kg Antimon im Eluat. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) halogenorganische Verbindungen; b) optische Aufheller mit Hautkontakt; c) ein erhöhter Gehalt von mehr als 1 bis 5 mg/kg Antimon im Eluat.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um eine Note: optische Aufheller ohne Hautkontakt, falls nicht bereits wegen optischer Aufheller mit Hautkontakt abgewertet wurde.

Das Gesamturteil beruht zu 50 Prozent auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe und zu 50 Prozent auf dem Testergebnis Funktionalität. Es wird kaufmännisch gerundet. Bei einem "mangelhaften" Testergebnis Inhaltsstoffe kann das Gesamturteil nur "mangelhaft" sein.

Testmethoden 

Testmethoden Praxistest: Funktionalität: Anforderungen in Anlehnung an Der sichere Baby-Schlafsack. Fachinformationen für die Auswahl und Nutzung von Baby-Schlafsäcken – auch in Kliniken, herausgegeben vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, 2009; Ermittlung von Werten mit Anthropometer, Maßband, Messkegel und einer Schablone durch Experten; Auswertung mithilfe anthropometrischer Daten; das Gewicht der Babyschlafsäcke wurde mit einer Präzisionswaage bestimmt. Speichel- und Schweißechtheit: nach DIN 53160-1, 2: 2010-10 LFBG, § 64, B 82.10-1,2; die Bewertung der Echtheitsprüfungen erfolgte mittels Graumaßstab, wobei Note 5 die beste Note darstellt und Note 1 die schlechteste.

Testmethoden Inhaltsstoffe (repräsentative Mischproben): Halogenorganische Verbindungen: Elution mit Reinstwasser in der Soxhlet-Apparatur; Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Produkt: Röntgenfluoreszenzanalyse. Nickelabgabe aus Metallteilen: Elution der Proben mittels sauer Schweißlösung; Elutionsdauer eine Woche, Elementbestimmung mittels ICP-MS. Antimon: Elution von Schwermetallen mittels saurer Schweißlösung. Elementbestimmung mittels ICP-MS. Formaldehyd/-abspalter: qualitativer Nachweis, falls positiv quantitative Bestimmung nach DIN EN ISO 14184-1: 2011-12. Aromatische Amine: Prüfung auf Amine aus Azofarbstoffen nach reduktiver Spaltung entsprechend DIN EN 14362-1:2017-05; es werden zusätzlich Anilin, 2,4-Xylidine und 2,6-Xylidine angegeben, Bestimmungs­grenze 1 mg/kg. Dispersionsfarbstoffe: Analytik entsprechend DIN 54231 ­(November 2005), Dünnschichtchromatografie (TLC), HPLC mit DAD (UV/Vis-Detektor). Optische Aufheller: qualitativer Nachweis (UV-Licht). Weichmacher, phosphororganische Verbindungen: GC/MS nach Extraktion und Derivatisierung. Pestizide (in Schwurwolle): GC/MS. Nonylphenolethoxylate: qualitativ in textilen Anteilen des Produkts, LC-MS/ MS nach Extraktion.

Einkauf der Testprodukte: August 2017 

Diesen Test haben wir zuletzt im ÖKO-TEST Ratgeber Kleinkinder 2018 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für das ÖKO-TEST Magazin Februar 2019, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

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