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5 Multivitaminpräparate für Kinder im Test

Wie wär's mit 'nem Apfel?

Spezial Vitamine | Kategorie: Kinder und Familie | 13.02.2015

5 Multivitaminpräparate für Kinder im Test

Natürlich gibt es Kinder, die einen großen Bogen um Obst oder Grünzeug machen. Damit sie dennoch keine Mangelerscheinungen bekommen, greifen ihre besorgten Eltern gern zum "Rundum-sorglos-Präparat". Doch immer mehr Studien zeigen: Mit dem Nutzen von Multivitaminprodukten ist es nicht weit her, die Risiken sind nicht zu unterschätzen.

Neuer Artikel vorhanden: 57 Vitaminpräparate im Test

Viele Eltern sorgen sich, ihre Kinder könnten mit dem normalen Essen nicht genug Vitamine bekommen. Kein Wunder also, dass uns findige Hersteller spezielle Vitaminpillen für Kinder anbieten. Doch in jüngster Zeit mehren sich die Hinweise, dass diese Präparate anscheinend sogar schaden können.

ÖKO-TEST hat fünf Multivitaminpräparate für Kinder unter die Lupe genommen und ihre Inhaltsstoffe prüfen lassen. Alle fünf sind als Nahrungsergänzungsmittel im Verkehr.

Das Testergebnis

Kein Produkt ist eine Empfehlung wert. Zwei erreichen mit Ach und Krach ein "befriedigend". Zu hohe Dosierungen, fragwürdige Auslobungen und mangelnder Nutzen sorgen für zwei "ungenügende" Gesamturteile.

Ein Nutzen von Multivitaminpräparaten für gesunde Kinder ist nicht ersichtlich. Die in den Pillen enthaltenen Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen lassen sich leicht auch mit einer abwechslungsreichen Ernährung zuführen. Die Präparate können auch kein falsches Ernährungsverhalten ausgleichen. "Eine vollwertige Ernährung liefert nicht nur essenzielle Nährstoffe, sondern auch die energieliefernden Nährstoffe im richtigen Verhältnis sowie adäquate Mengen an Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen", betont die Deutsche Gesellschaft für Ernährung in ihren Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr.

Bis heute sind Höchst- und Mindestmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungen gesetzlich nicht geregelt. Nur zwei Produkte halten die Höchstmengenempfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) für Nahrungsergänzungsmittel ein.

Fragwürdige Auslobungen und Deklarationsmängel tragen ihr Übriges zum schlechten Abschneiden der getesteten Produkte bei. Als fragwürdig beurteilen wir Formulierungen, die für das Produkt als solches oder im Zusammenhang mit einzelnen Vitaminen und Mineralstoffen auf die Gesundheit oder Gesunderhaltung von bestimmten Körperteilen oder -funktionen zielen. Derartige gesundheitsbezogene Angaben sind vielfach nicht durch wissenschaftliche Stellungnahmen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gedeckt. Ebenfalls nicht belegt ist, dass die Einnahme von Vitamin C und/oder Zink vor Infekten schützt. Daher werten wir Hinweise auf die Abwehrkräfte ab.

Nichts für Kinderzähne: In den Multivitaminpräparaten werten wir Zusätze von Zucker und Zitronensäure ab. Etliche Produkte enthalten Saccharose, Glucose/-sirup oder Lactose, die Karies verursachen können. Zitronensäure kann dem Zahnschmelz zusetzen. Unsinn ist auch der Einsatz von künstlichen Süßstoffen.

Zwei Produkte enthalten Natriumbenzoat. Das Konservierungsmittel steht in Verdacht, relativ häufig Allergien auszulösen.


Multivitaminpräparate für Kinder: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Salus Floradix Kindervital mit Calcium, Saft
  • Salus

Mulgatol Junior, Gelee
  • Hemopharm

Fit+Vital Multivitamin + Calcium, Lutschtabletten
  • Müller Drogeriemarkt

Centrum Junior von A bis Zink, Capletten
  • Pfizer Consumer Healthcare (Apotheke)

Sanostol Multi-Vitamine
  • Nycomed

5 Multivitaminpräparate für Kinder im Test
Spezial Vitamine Seite 56
Spezial Vitamine Seite 57

2 Seiten
Seite 56 - 57 im Spezial Vitamine
vom 13.02.2015
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Eingekauft haben wir Präparate, die nur Vitamine enthalten und sogenannte A-Z-Produkte, die außer Vitaminen auch Mineralstoffe und Spurenelemente liefern. Berücksichtigt wurden Produkte speziell für Kinder. Fündig wurden wir in Drogerien und Apotheken, im Reformhaus, beim Discounter, im Supermarkt und im Versandhandel. Als traditionelle Arzneimittel oder ergänzend bilanzierte Diäten vertriebene Produkte haben wir außer Acht gelassen.

Die Inhaltsstoffe

Was steckt eigentlich in so einer Pille oder Kapsel drin? Dieser Frage sind wir nachgegangen und haben uns die Vitaminmengen angeschaut, die man nach den Empfehlungen der Hersteller täglich zu sich nimmt. Werden die Höchstmengenempfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) für Nahrungsergänzungsmittel eingehalten? Berücksichtigt haben wir dabei auch unterschiedliche Empfehlungen für unterschiedliche Altersgruppen. Beispiel Vitamin A: Hier nennt das BfR als tägliche Höchstmengen 400 µg für Erwachsene und 200 µg für Kinder zwischen vier und zehn Jahren.

Die Auslobungen

Braucht ein gesunder Mensch überhaupt eine solche "Ergänzung zur Nahrung" oder nutzt das Präparat nur dem Geldbeutel der Hersteller? Wir haben uns die Auslobungen auf den Verpackungen angeschaut und überprüft, was davon gesichert und belegt ist. Dabei orientierten wir uns an den wissenschaftlichen Bewertungen von gesundheitsbezogenen Angaben (Health Claims) durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit.

Die Bewertung

Mit "sehr gut" oder "gut" konnte schon deshalb kein Multivitaminpräparat abschneiden, weil ein Nutzen für den gesunden Verbraucher nicht erkennbar und der Bedarf an Vitaminen und Mineralien bequem durch eine abwechslungsreiche Ernährung zu decken ist. Überdosierungen und fragwürde Auslobungen lassen das Gesamturteil dann schnell in den Keller rutschen.

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Erschienen am 13.02.2015

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