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19 Babypflegecremes im Test

Die Creme de la Creme

ÖKO-TEST März 2009 | Kategorie: Kinder und Familie | 27.02.2009

19 Babypflegecremes im Test

Babyhaut ist besonders sensibel. Darauf stellen sich immer mehr Hersteller ein. Fast alle Babycremes, die wir getestet haben, waren "gut" oder "sehr gut". Nur ein Produkt fiel aus dem Rahmen.

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Kirsten hat noch zehn Tage. Und so richtig klar ist nichts: Was brauchen Babys? Ein tägliches Bad? Creme? Immerhin ist sie nicht allein. Zusammen mit fünf anderen Frauen und drei Vätern in spe sitzt sie auf einer roten Turnmatte auf dem Boden einer Frankfurter Praxis. "Ich bin da, um euch zu sagen, was ihr nicht braucht", sagt Christiane Dornheim und schaut aufmunternd in die Runde. "Die Werbeflut ist massiv - vertraut eurer Intuition." Die Kinderkrankenschwester weiß wovon sie redet: Sie ist nicht nur selbst dreifache Mutter, sondern gibt auch seit 13 Jahren Kurse zur Säuglingspflege. Sie hält ein paar Dosen und Tuben in die Höhe. "Diese ganzen Wundercremes - eine intakte Haut braucht das nicht." Babyhaut von vornherein einzukleistern sei nicht nötig. "Die Frage ist, was für einen Hauttyp euer Nachwuchs hat. Und das findet man oft erst nach dem dritten Mal Baden raus."

Direkt nach der Geburt sind Babys noch perfekt gerüstet: Die sogenannte Käseschmiere funktioniert wie eine Art körpereigene Fettcreme. Das weiße Talgdrüsensekret schützt das Kind im Mutterleib vorm Aufweichen im Fruchtwasser. Bei der Geburt wird es zum natürlichen Gleitmittel und hält den Säugling erst mal warm. Außerdem kann sie Bakterien und Pilze töten und so Hautinfektionen vorbeugen. "Deshalb werden Kinder nach der Geburt auch nicht mehr direkt gebadet", sagt Dornheim. Die Käseschmiere wird oft erst ein paar Tage später abgewaschen. Und auch dann wird es nicht zwangsweise Zeit für die erste Fettzufuhr von außen - auch wenn volle Drogerieregale das Gegenteil vermuten lassen.

Die Krankenschwester hat den Eindruck, dass das Überangebot an Babycremes viele Frauen verunsichert. Die angehenden Mütter würden sich oft durch die ganze Palette kaufen. "Dabei kann man Babyhaut auch schnell überpflegen", warnt die 43-Jährige. "Sie ist ja noch im Werden."

Kirsten streicht sich über den Bauch: "Also gar keine Cremes?" Die Kursleiterin zögert: "Sie sind erlaubt, wenn die Haut es nicht alleine schafft", sagt sie. Am besten seien Produkte auf pflanzlicher Basis mit möglichst wenig Zusätzen. "Das kann theoretisch auch das Olivenöl aus dem Supermarkt sein."

Wer sein Baby doch lieber mit einer Creme versorgen möchte, steht vor der Qual der Wahl: Welche ist die Richtige?

Wir haben 19 Babycremes in die Labore geschickt. Die Produkte stammen aus Drogerien, Supermärkten, Apotheken und Naturwarenläden. Wir wollten wissen, ob die Cremes bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten.

Das Testergebnis

Vierzehn Mal können wir eine "sehr gute" Bewertung vergeben. Vier Produkte waren "gut". Das Schlusslicht des Tests ist die Eau Thermale Avène Pédiatril Pflegecreme von Pierre Fabre aus der Apotheke, die nur ein "ausreichend" bekommt.

Das Produkt von Pierre Fabre ist zwar als einzige Creme parfümfrei, enthält aber Paraffine, Erdölprodukte und Silikone sowie die halogenorganische Verbindung Chlorphenesin. Sie wird als Konservierungsmittel eingesetzt und gilt als allergieauslösend. Paraffine integrieren sich nicht so mühelos ins Gleichgewicht der Haut, wie die Bestandteile natürlicher Öle. Sie stecken auch in der Bübchen Kinder Kosmetik Creme, Kaufmann's Haut- und Kindercreme und Penaten Baby Pflegecreme, die deshalb nur mit "gut" bewertet werden.

Generell sind parfümierte Babyprodukte ein Grund zur Skepsis. In der Babyline Baby-Zartcreme haben wir Hydroxycitronellal entdeckt, ein Duftstoff, der Allergien auslösen kann. Kaufmann's Haut- und Kindercreme enthält Citral, Geraniol und Citronellol. Das sind Duftstoffe, die vergleichsweise selten zu Allergien führen. Auch in vier weiteren Marken sind derartige Stoffe. Dazu gehört auch Majantol, das in zwei Babycremes enthalten ist.

Erfreulich ist, dass in keiner der getesteten Cremes Formaldehyd/-abspalter und PEG/PEG-Derivate stecken.

Babypflege: Die wichtigsten Fragen

Mein Baby hat manchmal raue und trockene Haut. Welche Pflege ist dann sinnvoll?

Babyhaut ist nur ein Fünftel so dick wie die Haut eines Erwachsenen. Die Hornschicht, die eine Art Barriere gegen die Umwelt bildet, muss sich noch aufbauen. Babyhaut ist also relativ durchlässig, einige Inhaltsstoffe aus Pflegeprodukten können leicht in tiefere Hautschichten eindringen. Deshalb sollten zum Beispiel parfümierte Cremes tabu sein (siehe Interview).

Als Faustregel gilt: Pflegeprodukte für Babys sollten eine möglichst einfache Rezeptur haben. Je weniger verschiedene Inhaltsstoffe sie enthalten, desto geringer ist die Gefahr, dass das Baby Probleme bekommt.

Was ist eigentlich Babyakne und was kann man dagegen tun?

Mitesser und eitrige Pusteln auf Wange, Stirn und Kinn - und das auf zarter Babyhaut. Die Auslöser der sogenannten Babyakne (Acne neonatorum) sind hormonelle Veränderungen in den ersten Lebenswochen. Neugeborenenakne kann unterschiedlich stark ausfallen: Wenn die Pickel besonders heftig sprießen, lässt sich oft eine Hefepilzinfektion nachweisen. Die gute Nachricht: Babyakne hat kaum einen Einfluss auf das Wohlbefinden des Kindes. Denn normalerweise verläuft die Akne mild - eine Behandlung ist nicht nötig. Allerdings sollten keine fetthaltigen Gesichtscremes und Salben verwendet werden. Nach drei bis sechs Monaten heilt die Babyakne spontan und ohne Narben ab. Nur bei schweren Verläufen kann der Kinder- oder Hautarzt entzündungshemmende oder pilztötende Mittel verordnen.

Woran erkenne ich, dass mein Kind Neurodermitis hat und wie kann ich ihm dann helfen?

Neurodermitis zeigt sich bei Babys häufig in Form eines Lutsch- oder Saugekzems. Rötungen, Knötchen, nässende Stellen und Krusten ziehen sich dabei rund um den Mund. Durch den Speichelfluss beim Saugen werden die Entzündungen oft noch verstärkt. Auch Milchschorf kann ein erstes Anzeichen sein - obwohl er nicht zwangsläufig zu Neurodermitis führt. Eindeutiger wird es, wenn die Haut an Kniekehlen, Armbeugen und Wangen rot wird, sich entzündet und juckende Ekzeme bildet.

Neurodermitis lässt sich am besten behandeln, wenn klar ist, was sie auslöst. Dabei helfen zum Beispiel Blut- oder Hauttests beim Arzt. Heilbar ist Neurodermitis allerdings nicht - die Beschwerden können nur gelindert werden, manchmal verschwinden die Symptome sogar ganz. Auf jeden Fall braucht Neurodermitishaut besondere Pflege, sie sollte mehrmals täglich eingecremt werden. Aber Vorsicht: Duftstoffe und Kosmetika können die empfindliche Haut zusätzlich reizen, deshalb sollten herkömmliche Cremes nur sehr zurückhaltend verwendet werden. Zur besseren Orientierung haben sich Kinderärzte, Dermatologen und Fachleute in der Arbeitsgemeinschaft Neurodermitisschulung (AGNES) zusammengetan. Sie wollen einen therapeutischen Standard etablieren und Betroffene sowie Angehörige schulen. Einen zertifizierten Neurodermitistrainer findet man unter www.neurodermitisschulung.de

Interview

Gesunde Haut regeneriert sich selbst

Dr. Julika Kelber ist Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin mit dem Schwerpunkt Kinder-Pneumologie und Allergologie in Lüneburg.

ÖKO-TEST: Braucht Babyhaut überhaupt zusätzliche Pflege?

Kelber: Nein, das muss nicht sein. Wenn die Haut symptomfrei, also nicht rau und trocken ist und keine Ekzeme hat, ist eine Creme gar nicht nötig.

ÖKO-TEST: Welche Creme ist bei Problemhaut richtig?

Kelber: Was für eine Creme man nimmt, muss man je nach Symptom entscheiden. Das kann auch ruhig eine normale Pflege aus der Drogerie sein. Man sollte allerdings darauf achten, dass sie keine Duftstoffe enthält. Darüber hinaus braucht trockene Haut eine regelmäßige Pflege mit einer Wasser-in-Öl-Emulsion. Beim fettigen Hauttyp, wie ihn zum Beispiel Babys mit Milchschorf haben können, sollte man eher auf einen hohen Wassergehalt der Creme setzen. Ist die Haut allerdings krankhaft verändert, ist eine richtige Therapie beim Arzt notwendig, etwa wenn die Reizungen nicht abklingen oder stärker werden.

ÖKO-TEST: Wann sollte eine Creme sofort abgesetzt werden?

Kelber: Man merkt ja schnell, ob die Haut eine Pflege nicht verträgt: bei einem akuten Schub, einer Verschlechterung des Hautbildes. Es gilt der Grundsatz: Je röter die Haut, desto weniger Fettgehalt sollte die Creme haben.

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Wir haben diese Produkte für Sie getestet

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sehr gut
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sehr gut
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gut
Bübchen Kinder Kosmetik Creme
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Bübchen
gut
Kaufmann's Haut- und Kinder-Creme
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Kaufmann
gut
Penaten Baby Pflegecreme
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Johnson & Johnson
gut
Eau Thermale Avène Pédiatril Pflegecreme
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Pierre Fabre (Apotheke)
ausreichend

Testverfahren