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17 Wundcremes im Test

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ÖKO-TEST April 2010 | Kategorie: Kinder und Familie | 26.03.2010

17 Wundcremes im Test

Die meisten Wundschutzcremes sind empfehlenswert. Unverständlich bleibt aber, warum viele Produkte immer noch Parfüm enthalten.

Neuer Artikel vorhanden: 20 Wundcremes im Test

Ein ständig roter Po, der brennt und Grund für viel Geschrei ist: Die Windeldermatitis, so der Fachbegriff, ist unter Babys eine Volkskrankheit. Nur an knapp zwei Dritteln der gewickelten Kinder zieht dieser Kelch vorbei. Eltern würden eine Menge dafür geben, wenn ihres darunter wäre.

Sie können viel tun: zum Beispiel regelmäßig die Windeln wechseln und den Po lieber mit etwas Pflanzenöl oder klarem Wasser als mit parfümierten Feuchttüchern reinigen. Die Vorsitzende des Bundes freiberuflicher Hebammen Deutschlands, Susanne Schäfer, empfiehlt außerdem: "Luft, Luft und noch mal Luft! Dem Kind einfach dicke Socken anziehen und ,unten ohne' strampeln lassen." Ganz in der Hand haben die Eltern die Sache aber leider nicht. Besonders wenn das Baby zahnt oder die stillende Mama saures Obst gegessen hat, wird der Po leicht rot.

In diesem Fall können gute Wundschutzcremes helfen. Sie gehören zu den wenigen Kosmetika, die Babys wirklich manchmal brauchen. Viele enthalten Zinkoxid, das entzündungshemmend wirkt und die Hautregeneration fördert. Ebenfalls verbreitet sind heilungsfördernde Zusätze wie Ringelblume, Kamille oder Panthenol.

Wir wollten wissen, wie es um die weiteren Inhaltsstoffe der Wundschutzcremes bestellt ist und haben 17 Produkte eingekauft und in die Labore geschickt. Bei drei Produkten handelt es sich um wasserfreie, zink-oxidhaltige Pasten, die länger auf der Haut haften und vor Nässe schützen.

Das Testergebnis

Gute Nachrichten: Fast die Hälfte der getesteten Podukte ist "sehr gut", und selbst bei den beiden Schlusslichtern hat es noch für ein "befriedigend" gereicht.

Hochwertige pflanzliche Öle haben bessere pflegende Eigenschaften als Fette aus Erdölprodukten

Kein Produkt traktiert Babypos mit problematischen Konservierungsmitteln wie Formaldehyd/-abspaltern oder umstrittenen halogenorganischen Verbindungen. Auch unter den eingesetzten Duftstoffen sind keine, die sich im Körper anreichern oder die besonders häufig Allergien auslösen. Weitere Duftstoffe, die zwar ein allergenes Potenzial haben, aber nur ein sehr geringes, führen wir in der Tabelle auf, ohne sie abzuwerten.

Trotzdem ist unverständlich, warum in Wundschutzcremes immer noch Parfüm eingesetzt wird. In diesem Test betrifft das mit neun mehr als die Hälfte der Produkte. Wir werten um eine Note ab, da Duftstoffe die ohnehin schon strapazierte Haut im Windelbereich unnötig belasten.

Der wasserfreie Wundschutzklassiker Penaten Creme hat als ersten Inhaltsstoff Petrolatum (Vaseline) deklariert. Bei der Sebamed Baby Wundcreme kommt Petrolatum an zweiter Stelle gleich nach Wasser und vor einem weiteren Erdölprodukt: Paraffinum liquidum. Wir werten um eine Note ab, da sich Erdölprodukte schlechter ins natürliche Gleichgewicht der Haut einbinden als pflanzliche Öle.

Dass es bei Wundschutzpasten auch ohne Erdöl geht, zeigen die Produkte von Töpfer und Müller Drogeriemarkt. Sie sind auf der Basis von Lanolin hergestellt.

Dick aufgetragen

Gerade auf Babyprodukten prangen häufig Pseudosiegel und Sprüche wie "allergie-getestet". Wie wenig man auf so etwas geben kann, zeigt das Beispiel des Zeichens Dermatest dermatologisch getestet, das auf drei Produkten im Test prangt: Die Firma Dermatest ist eines der Institute, die im Auftrag der großen Kosmetikfirmen die vor einer Markteinführung üblichen Tests zur Hautverträglichkeit machen. Firmen, die mit diesen Tests werben wollen, entwerfen sich in der Regel selber ein siegelähnliches Zeichen. Bevor Kosmetika auf den Markt kommen, ist ein sogenannter Epikutantest üblich. Bei Dermatest wird das Produkt mindestens 30 Testpersonen auf die Haut aufgetragen und mit einem Pflaster abgeschlossen. Frühestens nach 24 Stunden wird das Pflaster entfernt und die betroffene Hautstelle von einem Hautarzt auf Irritationen untersucht. Noch zwei weitere Tage wird die Stelle beobachtet. Nach Erfahrung der Experten bei Dermatest treten bei diesem Test nur höchst selten Irritationen auf. "Um die Sicherheit eines Kosmetikprodukts zu bestätigen, sind längerfristige echte Anwendungstests sinnvoller", sagt selbst Dr. Gerrit Schlippe von Dermatest. Manche Anbieter schreiben noch "allergie-getestet" mit ins Siegel. Auch dahinter steht nicht mehr als der einfache Epikutantest.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Bei den Wundschutzcremes für Babys gibt es Klassiker wie die Penaten Creme und regelmäßig Neuerscheinungen, die mit besonders innovativen Rezepturen werben. Wir haben beides eingekauft. Von den beiden großen Babymarken Penaten und Bübchen haben wir je zwei Produkte mit in den Test genommen, denn aus vergangenen Tests wissen wir, dass die Inhaltsstoffe stark variieren können. So kann es von ein und demselben Markenhersteller für eine Kosmetiksorte sowohl empfehlenswerte als auch überhaupt nicht empfehlenswerte Rezepturen geben. Nicht fehlen durften in unserem Test außerdem andere Babypflegespezialisten, Eigenmarken aus Drogerien und Supermärkten sowie Baby-Naturkosmetika.

Die Inhaltsstoffe

Der rote Po braucht vor allem eines: Ruhe vor unnötigen Reizen. Die Wundschutzcremes haben deshalb für diesen Test ein umfangreiches Prüfprogramm durchlaufen. Nach gesundheitlich bedenklichen Konservierungsstoffen wurde ebenso gefahndet wie nach problematischen Duftstoffen und berüchtigten Allergenen. Da die Creme lange auf der Haut bleibt und nicht wie ein Waschgel wieder abgespült wird, haben wir auch besonders darauf geachtet, dass hochwertige pflanzliche Öle die zarte Babyhaut pflegen anstatt künstlicher Erdöl- oder Silikonverbindungen. Des Weiteren ließen wir die Zusammensetzung der Produkte auf PEG/PEG-Derivate überprüfen. Das sind Emulgatoren, die in Kosmetika Wasser mit Fett verbinden.

Die Bewertung

Wir bleiben dabei: In eine Wundschutzcreme gehört kein Parfüm. Denn eines ist klar - der Duft erfreut bestenfalls die Eltern und nicht die Babys, die Gerüche noch ganz anders wahrnehmen. Wo doch welches drinsteckt, haben wir abgewertet - auch dann, wenn die deklarationspflichtigen Duftstoffe aus natürlichen ätherischen Ölen stammen. Auch für den Einsatz von Erdölprodukten gab es Minuspunkte.

Test kostenlos abrufen (PDF)

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Babycremes, Wundcremes: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Rewe Baby Wundschutzcreme
  • Rewe

    gut

Bübchen Baby Wundschutz Creme
  • Bübchen

    sehr gut

Lavera Baby & Kinder Neutral Wundschutzcreme
  • Laverana

    sehr gut

Real Quality Baby Wundschutzcreme
  • Real

    gut

Hipp Wundschutz mit Panthenol & Zink
  • Hipp

    sehr gut

Babysmile Wundschutzcreme
  • Schlecker

    gut

Penaten Baby Soothing Naturals Parfumfreie Wundschutz Creme
  • Johnson & Johnson

    sehr gut

Babylove Wundschutzcreme
  • Dm

    sehr gut

Sebamed Baby Wundcreme
  • Sebapharma (Apotheke)

    befriedigend

Babytime Wundschutzcreme
  • Penny

    gut

Töpfer Baby Wundschutzpaste Ringelblume
  • Töpfer

    gut

Bübchen Babys First Wundschutz Creme
  • Bübchen

    sehr gut

Beauty Baby Calendula Wundschutzpaste
  • Müller Drogeriemarkt

    gut

Bellybutton WonnePo Wundschutzcreme
  • Bellybutton

    sehr gut

Weleda Calendula Babycreme
  • Weleda

    gut

Babydream extrasensitive Wundschutzcreme
  • Rossmann

    sehr gut

Penaten Creme
  • Johnson & Johnson

    befriedigend

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Erschienen am 26.03.2010