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12 Babyflaschen im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013
vom 11.01.2013

Babyflaschen

Endlich ohne Bisphenol A

Auch wenn das Baby die Brust bekommt - spätestens mit dem ersten Tee schaffen sich viele Eltern eine Flasche an. Zum Glück können wir die meisten Produkte rundum empfehlen. Nur bei einem gab es geringen Punktabzug.

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11.01.2013 | In der Antike wurden sie aus Ton hergestellt, später verwendete man bisweilen Kuhhörner oder Bierflaschen, in die ein Baumwolllappen gestopft wurde. Die Rede ist von Babyflaschen. Wenn ein Säugling Babynahrung bekommt, brauchen Eltern sie immer, aber auch, wenn Mama stillt, sollte eine im Haushalt sein. So kann das Kleine auch unterwegs trinken oder Papa mal die Nachtschicht übernehmen.

Praktischerweise bestehen inzwischen die meisten Nuckelflaschen aus bruchsicherem Kunststoff. Pro Jahr werden allein in Deutschland fast sechs Millionen Stück verkauft. Dem konnten auch die Skandale um Bisphenol A (BPA) nichts anhaben. Die Chemikalie ist Grundbaustein von Polycarbonat; das ist ein stabiler, glasklarer und hitzebeständiger Kunststoff, der untrennbar mit unserem Alltag verwoben ist: Autoteile, Brillengläser, CDs, Spielzeug, Beißringe oder Babyflaschen - überall kann BPA drinstecken. Der Stoff hat eine ähnliche Wirkung auf den Körper wie das Hormon Östrogen. Säuglinge, deren Hormonsystem noch nicht ausgereift ist, kann es besonders stark beeinflussen. Erst spät hat die EU-Kommission die Notbremse gezogen: Seit März 2011 darf BPA nicht mehr für die Herstellung von Babyfläschchen verwendet werden, Verkauf und Import sind seit Juni 2011 untersagt. In Frankreich und Dänemark gibt es schon länger Verbote, ebenso in Kanada und in mehreren US-Bundesstaaten. Auch die meisten Hersteller haben längst umgestellt.

Wir haben zwölf Flaschen und dazu passende Silikonsauger eingekauft, um zu sehen, ob problematische Stoffe enthalten sind. Außerdem ließen wir sensorisch prüfen, ob die Flaschen auffällig riechen.

Das Testergebnis

Eltern können beruhigt zur Babyflasche greifen. Die BPA-Problematik scheint Schnee von gestern zu sein. Alle zwölf Produkte, die wir eingekauft haben, sind frei von BPA. Auch sonst waren keine problematischen Substanzen nachweisbar. Gleiches gilt für die getesteten Sauger, an denen wir - was die Inhaltsstoffe betrifft - rein gar nichts auszusetzen haben.

Einige Babyflaschen müffeln etwas nach Kunststoff. Laut Herstellerempfehlung sollen sie vor dem ersten Gebrauch ausgekocht werden, danach ist der Geruch in der Regel kein Problem mehr. Nur bei der Baby-Nova Weithalsflasche haben unsere Sensoriktester ein schwaches Aroma erschnüffelt. Laut Gesetz ist dies noch kein Grund zur Beanstandung. "Stopp", sagt dagegen die Beauftragte für Stillen und Ernährung des Deutschen Hebammenverbands, Lisa Fehrenbach: "Gerade Babys sind sehr empfindlich und reagieren sensibel auf ungewohnte Gerüche." Wir werten um eine Note ab.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Nuckelflaschen gehören für viele Eltern mit Baby zur Standard-ausrüstung. Spätestens nach dem 4. Monat, wenn zugefüttert wird, bekommen die Kleinen auch Tee oder Wasser aus der Flasche. Entsprechend groß ist die Auswahl in diesem Segment, auch wenn ein Anbieter den deutschen Markt klar dominiert: Branchenriese Mapa (Nuk) haben wir mit den beiden meistverkauften Produkten berücksichtigt. Hinzu kommt die Markenkonkurrenz aus Deutschland (Nip), Österreich (Mam), England (Philips Avent) und die großen Drogerieketten, die jeweils eigene Fläschchen im Sortiment haben. Komplettiert wird unser Testfeld durch eine Reihe von Produkten, die wir im Naturwarenladen, in Babyfachmärkten und auf den Seiten bekannter Internetversandhändler für Baby- und Kinderbedarf gefunden haben. Eingekauft wurden nur bruchsichere Kunststoffflaschen, die im Vergleich zu den Produkten aus Glas deutlich häufiger nachgefragt werden. Inzwischen haben die meisten Anbieter eigene Saugersysteme entwickelt. Deshalb landete zu jeder Flasche noch ein passender Sauger aus Silikon in unserem Einkaufswagen.

Die Schadstoffe
Babyflaschen sind ein heikles Thema, ganz besonders seit der Diskussion um Bisphenol A, das ein Grundbaustein des häufig verwendeten Kunststoffs Polycarbonat ist. Wurde die umstrittene Chemikalie im Labor nachgewiesen, ließen wir zusätzlich untersuchen, ob der Stoff unter gebrauchsnahen Bedingungen aus der Flasche ins Lebensmittel übertreten kann. Aber auch eine Reihe weiterer Substanzen können ein Problem sein: Zum Beispiel giftige Schwermetalle in den farbigen Aufdrucken und Skalierungen der Flaschen oder flüchtige Anteile in den zugehörigen Saugern. Sie können sich im Milchfett lösen sowie durch das Kauen und Saugen des Säuglings.

Die Geruchsprüfung
Der Geruchssinn eines Säuglings ist bereits stark ausgeprägt. Eine Flasche, die riecht, kann deshalb fürs Baby unangenehm beim Trinken sein oder wird im Zweifel erst einmal abgelehnt. Hebammen empfehlen deshalb, nur geruchsneutrale Flaschen zu kaufen. In unserer sensorischen Prüfung beurteilten sechs geschulte Tester das Aroma der Flaschen vor und nach dem Auskochen. Die Aufgabe bestand darin, selbst geringfügige Abweichungen zu einer geruchsneutralen Glasflasche zu identifizieren. Außerdem nahmen wir die Verpackungen und Beipackzettel unter die Lupe. Gebrauchs- und Warnhinweise, die laut Babyflaschennorm vorgeschrieben sind, durften nicht fehlen.

Die Bewertung
Bisphenol A gilt seit Langem als umstritten. Die Hersteller hatten also genug Zeit, umzustellen. Steckt der Stoff trotzdem noch in einer Flasche, werten wir streng ab. Ebenso wenig nachvollziehbar ist aus unserer Sicht, wenn zu einer Flasche kein Ersatzsauger angeboten wird. So müssen Eltern jedes Mal, wenn sie den Nuckel zum Beispiel aus hygienischen Gründen austauschen wollen, gleich eine neue Flasche kaufen. Das kommt nicht nur teurer, sondern sorgt auch für jede Menge unnötigen Plastikmüll. Dafür ziehen wir vier Noten unter Weitere Mängel ab.

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