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11 Straßenmalkreiden im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2018
vom 18.01.2018

Straßenmalkreiden

Wir kreiden an

Malen mit Straßenmalkreide macht Kindern unglaublich viel Spaß und ist noch dazu pädagogisch wertvoll. Leider enthalten etliche Stifte krebserregende Farbbestandteile. Doch vier Produkte können wir empfehlen.

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18.01.2018 | Sind Straßenmalkreiden frei von Schadstoffen? ÖKO-TEST hat elf gängige Kinderkreidesets eingekauft und unter die Lupe genommen.

Das Testergebnis

Sieben der Kreidesets fallen mit "mangelhaft" durch. Nur in vier der getesteten Kinderkreiden fanden wir keine bedenklichen Inhaltsstoffe oder nur in Spuren.

In mehr als der Hälfte der getesteten Kreidesets steckt ein krebserregender Farbbestandteil. Auffällig: Jeweils in den roten oder violetten Gipsklötzen wies das von uns beauftragte Labor erhöhte Mengen 2,4-Toluylendiamin nach. Die Europäische Chemikalienagentur stuft das aromatische Amin seit 2012 offiziell als krebserregend ein. Bei Ratten sorgt der Stoff allein durch Mundkontakt für Tumore. Laut EU steht er zudem unter Verdacht, bei Menschen das Erbgut und die Fruchtbarkeit zu schädigen. Die "besonders besorgniserregende Substanz" soll künftig europaweit über die REACH-Verordnung in Bedarfsgegenständen und textilem Spielzeug verboten werden. Darin schon für andere Amine festgelegte Grenzwerte greifen aber laut dem Chemischem und Veterinäruntersuchungsamt Rheinland nicht für Kinderkreide. Für sie gilt vorrangig die EU-Spielzeugrichtlinie, hierzulande in der DIN-Spielzeugnorm umgesetzt. Diese begrenzt bislang nur unter anderem in Fingermalfarben den Gehalt bestimmter Amine. 2,4-Toluylendiamin erwähnt der Vorschriftenkatalog bisher nicht. Trotz unklarer Rechtslage für Kreide: Aus unserer Sicht haben potenziell krank machende Amine nichts in einem Spielzeug mit erhöhtem Hautkontakt zu suchen.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben Straßenmalkreide von elf Anbietern eingekauft. Der Test umfasst sowohl Eimer mit bis zu 20 Kreidestücken als auch Schachteln, in denen nur fünf der Malwerkzeuge stecken. Auf den Produkten prangen die Logos einiger namhafter Schreibwaren- und Spielzeugmarken. Der Test berücksichtigt aber auch Ware aus Drogerien sowie Öko-Produkte.

Die Inhaltsstoffe
Hersteller pressen Kreidesticks überwiegend aus Gips. Nur noch selten enthält Kreide tatsächlich Kreide. Beide Grundstoffe sind per se unbedenklich. Der Testfokus lag daher zum einen auf möglichen Verunreinigungen, zum anderen auf einer Analyse der zugesetzten Farbpigmente. Lassen sich aus den Pigmenten aromatische Amine abspalten, die Krebs verursachen können? Oder bergen sie gar allergisierende Dispersionsfarbstoffe? Die Labore prüften auch, ob die Kreidestifte giftige Schwermetalle sowie umstrittene halogenorganische Verbindungen enthalten. Darüber hinaus interessierte uns, ob sich in Eimern und Folien PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen finden.

Die Bewertung
Kinder malen mitunter stundenlang an ihren Straßenkunstwerken. Die Kreide, die sie dabei in den Händen halten, darf ihre Gesundheit in keiner Weise gefährden. Wir werten deshalb rigoros ab, wenn die Kreiden kritische Mengen bedenklicher Inhaltsstoffe enthalten.

So haben wir getestet

Im Prüflabor wurden die Farbpigmente der Kreiden unter die Lupe genommen.

So haben wir getestet

Könnten aromatische Amine oder Dispersionsfarbstoffe ein Problem darstellen?

Online abrufbar