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Warum Sie Verpackungen von Margarine, Eis & Co. nicht weiterverwenden sollten

Autor: Lena Pritzl | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 28.11.2021

Verpackungen von Margarine und Co. sollten Sie nicht auswaschen, um andere Lebensmittel darin aufzubewahren.
Foto: Shutterstock / Pixelspieler

Die Eiscreme ist leer gelöffelt, die Margarine aufgebraucht – und die leere Verpackung bleibt übrig. Wäre es da nicht praktisch, die Becher und Dosen wiederzuverwenden und darin zum Beispiel die Reste des Mittagessens aufzubewahren und aufzuwärmen? Wir erklären, warum das keine gute Idee ist.

Nicht alle Lebensmittel können wir verpackungsfrei einkaufen. Getränke etwa brauchen ein Gefäß und auch Produkte wie Eis, Tiefkühlgemüse oder Schokolade kommen schwerlich ohne eine Verpackung aus. Wer die Umwelt schonen möchte, kauft Mehrwegverpackungen oder verwendet die Flaschen, Kartons und Tüten so lange wie möglich weiter. Doch nicht alle Lebensmittelverpackungen sollten Sie bedenkenlos wiederverwenden.

In Einmalverpackungen bitte keine anderen Lebensmittel aufbewahren

Den leeren Margarine-Becher zum Einfrieren von Suppen verwenden? Oder die ausgewaschene Eispackung zur Vorratsdose für Käse und Wurst umfunktionieren? Das sollten Sie besser lassen. Denn durch die Zweckentfremdung könnten gesundheitliche Risiken entstehen.

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Dr. Birgit Brendel von der Verbraucherzentrale Sachsen erklärt: "Bei Eiscremedosen, Margarinebechern und Co. handelt es sich jedoch um Einmalverpackungen, die weder zum weiteren Aufbewahren noch zum Einfrieren oder Erhitzen gedacht sind."

Sobald Sie die Verpackungen anders oder weiterverwenden, könnten unerwünschte Stoffe aus der Verpackung auf die Lebensmittel übergehen. Dr. Brendel gibt ein Beispiel: "Eiscremedosen sind für kalte, gefrorene Massen konzipiert und bei dieser Verwendung gesundheitlich unbedenklich. Füllt man jedoch heiße Suppe in diese Dosen, können sich hitzebedingt unerwünschte Stoffe aus dem Verpackungsmaterial lösen."

Wie der BUND angibt, bestehen beispielsweise Eisverpackungen aus thermoplastischen Kunststoffen, die sich bei höheren Temperaturen verformen. Wenn die Packung erwärmt wird, können sich die Kunststoffe lösen und auf die Lebensmittel übergehen.

Einmalverpackungen sollten nicht als Vorratsdosen genutzt werden – in den Müll müssen sie trotzdem nicht sofort.
Einmalverpackungen sollten nicht als Vorratsdosen genutzt werden – in den Müll müssen sie trotzdem nicht sofort. (Foto: Shutterstock / Burcu Deniz)

Folgende Einmalverpackungen sollten Sie deshalb nicht zur Aufbewahrung oder Zubereitung von Lebensmitteln wiederverwenden: Verpackungen von Eiscreme, Margarine, Fertigsalaten, Frischkäse und Sushi sowie Joghurtbecher.

Besser Sie verwenden Vorratsdosen aus Glas, Edelstahl oder Holz, um Essensreste und Lebensmittel aufzubewahren. In Glasbehältern können Sie Essen auch einfrieren oder in der Mikrowelle aufwärmen.

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Wie Sie Verpackungen dennoch wiederverwenden können

Sie müssen die Lebensmittelverpackungen jedoch nicht sofort wegwerfen. Für Kleinkram wie Stifte, Büroklammern, Schrauben oder Schmuck sind die Einmalverpackungen praktisch. Noch besser ist es natürlich, wenn Sie Verpackungen beim Einkaufen so weit wie möglich einsparen. Unsere Tipps:

  • Packen Sie einen Jutebeutel in jede Ihrer Taschen, um ihn beim Einkaufen stets parat zu haben und keine neue (Plastik-)Tüte verwenden zu müssen.
  • Kaufen Sie viel frisches Obst und Gemüse, das gibt es oft unverpackt.
  • Kochen Sie selber, Fertiggerichte sind meist aufwendig verpackt.
  • In der Bäckerei und an der Frischetheke können Sie Ihre eigenen Beutel und Behälter befüllen lassen. Auch in der Corona-Pandemie klappt das in vielen Geschäften weiterhin problemlos.
  • Mehrwegflaschen aus Glas oder PET sparen Ressourcen, da sie oft wiederverwendet werden können.
  • Auch müllfreies Take-away-Essen ist möglich – bringen Sie Ihre eigenen Behälter mit oder nutzen Sie ein Mehrwegverpackungssystem.

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