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Neue Studie: Rohfleischfutter für Hunde birgt ein Gesundheitsrisiko

Autor: Brigitte Rohm | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 18.10.2019

Neue Studie: Rohfleischfutter für Hunde birgt ein Gesundheitsrisiko
(Foto: CC0 Public Domain / Unsplash - Jeahn Laffitte; Pexels - Amal Santhosh)

Von herkömmlichem Hundefutter auf Frischfutter umzustellen, liegt im Trend. Eine Studie der Universität Zürich zeigt jedoch, dass diese Praxis Gefahren für Mensch und Tier bergen könnte.

Rohes Fleisch für Hunde klingt nach einer gesunden Alternative zu Fertigfutter. „Barfen“ nennt sich die Methode, das steht für „Biologically Appropriate Raw Food“ (biologisch artgerechte Rohfütterung), teilweise auch für „Bones and Raw Food“ (Knochen und rohes Futter).

Doch diese Ernährungsform ist nicht unproblematisch, wie eine aktuelle Studie der Universität Zürich nahelegt, die im Fachjournal "Royal Society Open Science" veröffentlicht wurde. Dabei analysierten die Forscher der Vetsuisse-Fakultät (Veterinärmedizin) sogenannte Rohfleisch-basierte Futtermittel verschiedener Hersteller.

Multiresistente Bakterien und Salmonellen

Die Wissenschaftler untersuchten insgesamt 51 Rohfutterproben – davon 31 mit Fleisch Schweizer Herkunft und 20 Proben mit Fleisch aus Deutschland. Dabei berücksichtigten sie verschiedene Fleischsorten wie Rind, Lamm, Geflügel, Pferd, Wild, Kaninchen und Fisch.

Bei 73 Prozent der Futterproben wurde der EU-Richtwert für Enterobakterien (von denen manche Durchfallerkrankungen auslösen können) überschritten. Bei 61 Prozent der „Barf“-Menus stellten die Forscher multiresistente Bakterien fest. In zwei Fällen wiesen die Forscher zudem Salmonellen nach.

Laut den Forschern ist das Ergebnis erschreckend

„Dass wir bei über 60 Prozent der Proben ESBL-bildende Bakterien gefunden haben, ist wirklich erschreckend“, erklärt Magdalena Nüesch-Inderbinen, Erstautorin der Studie, in einer Mitteilung der Universität. ESBL, sogenannte „Extended Spectrum Beta-Lactamasen“, sind Abwehrenzyme, die bestimmte Antibiotika wirkungslos machen. Die nachgewiesenen Bakterien können ESBL produzieren und sind damit besonders gefährlich (multiresistente Bakterien). 

Unter diesen Bakterien seien auch einige Escherichia coli-Typen gewesen, die bei Menschen und Tieren Infektionen auslösen können. Laut den Forschern ist „Barfen“ daher ein wesentlicher Risikofaktor für die Übertragung von antibiotikaresistenten Keimen.

Multiresistente Keime im Rohfleischfutter können durch direkten Kontakt vom Hund auf den Menschen übertragen werden.
Multiresistente Keime im Rohfleischfutter können durch direkten Kontakt vom Hund auf den Menschen übertragen werden. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - pen_ash)

Besonderes Risiko für Kinder, Senioren und Schwangere

Die Wissenschaftler warnen: Hundebesitzer könnten einerseits bei der Zubereitung des Futters mit den Keimen in Berührung kommen. Andererseits könnten diese auch durch den direkten Umgang mit dem Tier übertragen werden, vom Abgeschlecktwerden über das Streicheln der Schnauze bis zum Kotaufsammeln. Was die Salmonellengefahr betrifft, so sehen die Forscher ein besonderes Gesundheitsrisiko für Kinder, Senioren, Schwangere oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

„Wir raten daher allen Hunde- und Katzenbesitzern, die ihre Tiere mit ‚Barf‘ ernähren wollen, vorsichtig mit dem Futter umzugehen und strikte Hygiene bei der Fütterung einzuhalten“, sagt Nüesch-Inderbinen. Tierhalter sollten sich des Risikos bewusst sein, dass ihr Tier vielleicht multiresistente Bakterien in sich trage und diese verbreiten könne.

Bakterien schon oft in frischem Fleisch nachgewiesen

Rohfleisch-Futtermittel für Hunde werden oft aus Schlachtabfällen hergestellt. Aber auch auf frischem Fleisch für den menschlichen Verzehr wurden bereits häufig antibiotikaresistente Bakterien gefunden – etwa bei Schweinefleisch oder Discounter-Hähnchen. Barf-Fütterung, bei der neben frischem Fleisch auch Knochen, Gemüse und Obst in den Napf kommt, ist also in jedem Fall mit Vorsicht zu genießen.

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