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Corona-Selbsttest: Wie funktioniert der Schnelltest für zu Hause?

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 15.11.2021

Corona-Selbsttest: Einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Anwendung
Foto: Shutterstock / CorinnaL

Corona-Selbsttests sind schnell und einfach in der Handhabung. Mit ihnen lässt sich erkennen, wer hochansteckend ist – aber nur, wenn der Test korrekt durchgeführt wird. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Selbsttests anwenden und was dabei zu beachten ist. Mit Anleitung für den Corona-Schnelltest für zu Hause.

  • Mit Selbsttests lässt sich nicht jede Infektion nachweisen, die Tests reagieren nur auf eine hohe Viruslast. Ein PCR-Test dagegen kann auch kleinste Spuren von Sars-CoV-2-Viren nachweisen.
  • Corona-Selbsttests beruhen auf derselben Technik wie die Profitests – bei den Laien-Selbsttests wird der Abstrich allerdings vorne in der Nase gemacht und nicht hinten im Rachen.
  • Auch wenn die Selbsttests einfach durchzuführen sind: Sorgfältiges Vorgehen ist dabei aber äußerst wichtig.

Wie funktionieren die Schnelltests für zuhause per Nasenabstrich?

Das Durchführen von Corona-Selbsttests ist nicht kompliziert. Bei den bisher zugelassenen Selbsttests wird ein Abstrich in der vorderen Nase genommen. Die Tests werden deshalb auch als "Nasenbohrer-Tests" bezeichnet. Diese Testmethode ist deutlich angenehmer als die Schnelltests, die medizinisches Personal durchführt. Hier wird der Abstrich weit hinten im Rachen oder der Nase genommen.

Sorgfältiges Vorgehen ist bei den Selbsttests wichtig. Im schlimmsten Fall wiegt man sich mit einem falschen negativen Testergebnis in falscher Sicherheit und bringt damit womöglich andere Menschen in Gefahr.

Folgende Punkte sollte man bei der Durchführung von Selbsttests beachten:

  • Lesen Sie die vollständige Anleitung vor Testbeginn gründlich durch.
  • Nehmen Sie sich Zeit für eine gewissenhafte Ausführung des Tests.
  • Waschen Sie sich gründlich die Hände, bevor Sie mit dem Selbsttest beginnen.
  • Führen Sie den Selbsttest bei Raumtemperatur durch.
  • Nach Öffnen der Packung sollte der Test innerhalb einer Stunde durchgeführt werden.

>> Zum Weiterlesen: Wo kann ich einen Corona-Selbsttest für zu Hause kaufen?

Wie mache ich den Corona-Selbsttest zuhause? 

  1. Stecken Sie das Röhrchen in die Halterung und gießen Sie – wenn nötig – die mitgelieferte Flüssigkeit in das Teströhrchen. Bei manchen Selbsttests wird die Flüssigkeit bereits im Röhrchen geliefert.
  2. Putzen Sie sich die Nase, um das Sekret aus dem hinteren Bereich nach vorne in die Nase zu bewegen.
  3. Nehmen Sie das Wattestäbchen aus der Packung und führen Sie es 2 bis 3 cm tief in die Nase ein. Das darf kitzeln, aber nicht weh tun. Drehen Sie das Stäbchen mindestens fünf Mal in der Nase hin und her. Wiederholen Sie das Prozedere im zweiten Nasenloch.
  4. Stecken Sie das Stäbchen in das Teströhrchen und drehen Sie es einige Male hin und her. Lesen Sie die Packungsbeilage sorgfältig, denn bei einigen Tests sollte das Wattestäbchen einige Sekunden in der Lösung verbleiben.
  5. Dann lassen Sie das Stäbchen abtropfen. Wenn Sie das Röhrchen mit den Fingern leicht zusammendrücken und das Wattestäbchen durch die enge Öffnung nach oben ziehen, bleibt besonders viel Sekret in der Lösung zurück.
  6. Verschließen Sie das Röhrchen und tröpfeln Sie die Menge, die in der Anleitung angegeben wird (meist zwei bis vier Tropfen), auf die Testkassette.
  7. Nach 15 bis 20 Minuten können Sie das Testergebnis ablesen.

Was bedeuten die Buchstaben beim Corona-Schnelltest?

Wie bei einem Schwangerschaftstest kann das Ergebnis des Corona-Schnelltests durch sichtbare Streifen im Kontrollfeld abgelesen werden. Der Buchstabe C steht dabei nicht für Corona, sondern für Control. Der Buchstabe T steht für Test:

    Ergebnis beim Corona-Schnelltest: Eine Linie beim Buchstaben C zeigt ein negatives Testergebnis.
    Ergebnis beim Corona-Schnelltest: Eine Linie beim Buchstaben C zeigt ein negatives Testergebnis. (Foto: Shutterstock / Dimitrios Karamitros)
    • Ein Streifen bei C bedeutet: Sie sind Corona-negativ.
    • Ein Streifen bei T und bei C bedeuten: Sie sind Corona-positiv. Auch eine ganz schwache Linie bedeutet, dass Sie infiziert sind.
    • Ein Streifen bei T oder kein Streifen bedeutet: Der Test ist ungültig.

    Wie verhalte ich mich bei einem positiven Selbsttest?

    Wer beim Selbsttest ein positives Ergebnis erhält, sollte unbedingt einen PCR-Test machen, um das Ergebnis zu überprüfen, erklärt das Bundesgesundheitsministerium. Wenden Sie sich für einen Test-Termin an Ihre Hausärztin, den Hausarzt oder an die Hotline 116 117.

    Nach einem positiven Selbsttest sollten Sie sich sofort in häusliche Quarantäne begeben und keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen. Auch bei einem unklaren Ergebnis sollten Sie einen weiteren, professionellen PCR-Test durchführen lassen.

    Eine offizielle Meldepflicht für Selbsttests gibt es bislang nicht, die Verantwortung liegt bei den Bürgerinnen und Bürgern.

    Was bedeutet ein negatives Ergebnis beim Selbsttest?

    Auch wenn die Erleichterung bei einem negativen Ergebnis immer groß ist, sollten Sie das negative Ergebnis nicht als Freifahrschein für ein sorgloses Leben jenseits der AHA-Regeln nutzen.

    Auch bei einem negativen Schnell- oder Selbsttestergebnis gibt es keine Garantie, nicht doch infektiös zu sein. Selbsttests erkennen zum einen nur hohe Viruslasten und sind zum anderen immer nur eine Momentaufnahme. So könnte es sein, dass Sie sich infiziert haben, zum Testzeitpunkt aber noch nicht ansteckend sind. Jeder Corona-Schnelltest kann nach nur wenigen Stunden ein anderes Ergebnis liefern. 

    Deshalb: Halten Sie sich unbedingt weiterhin an die Hygieneregeln.

    Wie sicher sind die Tests? 

    Schnell- und Selbsttests müssen bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllen. Wichtig sind hier die Kriterien Sensitivität und Spezifität.

    Die Sensitivität beschreibt den Anteil der tatsächlich positiv Infizierten unter den getesteten Personen. "95 Prozent Sensitivität bedeutet, dass 95 Personen von 100 Corona-Infizierten ein positives und 5 Personen ein falsch negatives Ergebnis erhalten, obwohl sie positiv sind. Liegt also die Sensitivität nur bei etwa 80 Prozent, ist knapp ein Fünftel der Ergebnisse falsch negativ", erklärt die Deutsche Apotheker Zeitung (DAZ).

    Bei der Spezifität werden gesunde Personen getestet. "Eine Spezifität von 97 Prozent beschreibt hier die Anzahl der tatsächlich negativen Ergebnisse unter den gesunden Personen. Bei 97 Prozent erhalten somit 97 getestete Personen ein negatives Ergebnis. Bei 3 Personen wird ein falsch positives Ergebnis auftreten", so DAZ online.

    Welche Selbsttest gibt es?

    Die Anzahl der in Deutschland zugelassenen Selbsttests ist inzwischen groß. Die aktuelle Liste finden Sie beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.

    Bei allen Tests liegt die Spezifität laut Herstellerangaben bei mindestens 98 Prozent, die Sensitivität bei über 95 Prozent.

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