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Corona: Kinder in Quarantäne – welche Regeln gelten?

Autor: Benita Wintermantel / Redaktion | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 22.11.2021

Öko-Test erklärt, worauf Familien achten müssen, wenn das Kind in Quarantäne ist.
Foto: Shutterstock / Da Antipina

Derzeit sind viele Kinder in Quarantäne, die Corona-Inzidenzzahlen bei den Jüngeren steigen. Betroffene Eltern haben viele Fragen: Müssen die Eltern ebenfalls in häusliche Isolation? Zahlt der Arbeitgeber den Lohn weiter, wenn Eltern ihr Kind betreuen müssen? ÖKO-TEST erklärt Ihnen, welche Regeln gelten und was Sie bei einer Quarantäne Ihres Kindes beachten sollten.

Derzeit werden Kinder und Jugendliche in häusliche Quarantäne geschickt, entweder weil sie selbst mit dem Coronavirus infiziert sind – oder weil sie engen Kontakt mit einer mit Covid-19 infizierten Person hatten und damit als Kontaktperson der Kategorie 1 gelten. In diesem Fall gilt die Quarantäne nur für das jeweilige Kind – nicht für die Eltern und andere Familienangehörige.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) rät jedoch:

"Es wird empfohlen, dass sich Haushaltsangehörige von Personen, die sich in Quarantäne befinden, nach Möglichkeit in eine freiwillige Quarantäne begeben, um zu verhindern, dass über sie das Coronavirus SARS-CoV-2 unbemerkt weiterverbreitet wird. Hierzu wird empfohlen, so wenig wie möglich das Zuhause zu verlassen, vorhandene Home-Office-Möglichkeiten zu nutzen, möglichst wenig einkaufen zu gehen und keine Personen außerhalb des eigenen Haushaltes zu treffen."

Lassen Sie Ihr Kind in jedem Fall auf eine Corona-Infektion testen. Welche Art von Corona-Test wann Sinn macht, kann der Kinderarzt am besten einschätzen. Für eine regelmäßige Kontrolle eignen sich Selbsttests für zu Hause.

Kurze Quarantäne für Schulkinder

Anfang September haben sich die Gesundheitsminister der Länder auf eine bundesweit einheitliche Quarantäneregelung für Schulen geeignet. Demnach muss nur der direkte Sitznachbar eines infizierten Kindes in Quarantäne. Nach fünf Tagen hat er oder sie die Möglichkeit, sich "freizutesten". Voraussetzung für die Regelung sind Lüftungs-, Masken- und Testkonzepte an den Schulen.

Kind in Quarantäne – dürfen bzw. müssen Eltern zu Hause bleiben?

Fällt der Corona-Test des eigenen Kindes positiv aus, muss das Kind in Quarantäne. Was ist in diesem Fall mit den Eltern? Müssen sie ebenfalls in Quarantäne? Bekommen sie ihren Lohn weiterhin bezahlt?

Wichtig zu wissen: Die Regeln zur Quarantänepflicht legen die jeweiligen Landesverordnungen fest. In vielen Bundesländern ist es derzeit so geregelt, dass enge Kontaktpersonen (d.h. Eltern und Geschwister) nicht in Quarantäne müssen, wenn sie vollständig geimpft sind. In diesem Fall sind die Eltern verpflichtet, weiterhin wie gewohnt zur Arbeit zu gehen. Kann die Betreuung des Kindes in Quarantäne nicht sichergestellt werden, gilt die Kinderkrankentage-Regelung (siehe unten).

Ungeimpfte Familienmitglieder, die im selben Haushalt leben, müssen jedoch in jedem Fall ebenfalls in Quarantäne. Wie lange die Quarantäne dauert und wann Eltern und Geschwister sich frei testen können, erfahren betroffene Familien beim Gesundheitsamt.

Lohnfortzahlung bei Corona

Wenn das Kind in Quarantäne ist, stellt sich für Eltern die Frage, ob sie für die Zeit der Betreuung weiterhin Lohn bekommen. Ja, hierzu gibt es eine rechtliche Regelung.

"Für erwerbstätige Personen, die wegen der Betreuung ihrer Kinder vorübergehend nicht arbeiten können, gibt es einen Entschädigungsanspruch", so das Bundesgesundheitsministerium.

Eltern, die wegen Kita- oder Schulschließungen oder einer Quarantäneverordnung aufgrund der Corona-Pandemie ihre Kinder betreuen müssen, können dafür im Jahr 2021 Kinderkrankengeld beziehen. Pro Elternteil gibt es 30 Tage für jedes Kind im Jahr 2021, für Alleinerziehende 60.

  • Der Anspruch besteht für gesetzlich Krankenversicherte und kann über die Krankenkassen geltend gemacht werden.
  • Auch Eltern, deren Tätigkeit es ermöglichen würde, von Zuhause zu arbeiten, können die Freistellung und das neue "Corona-Kinderkrankengeld" in Anspruch nehmen.

Die Höhe der Entschädigung beträgt 67 Prozent des Netto-Verdienstausfalls.

Wichtig zu wissen: Die Regelung gilt nur, wenn das zu betreuende Kind jünger als zwölf Jahre ist.

Weitere Infos finden Sie beim Deutschen Gewerkschaftsbund.

Wenn ein Kind in Quarantäne ist, ist die Einhaltung der Hygieneregeln äußerst wichtig.
Wenn ein Kind in Quarantäne ist, ist die Einhaltung der Hygieneregeln äußerst wichtig. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / soumen82hazra)

Was ist während einer Quarantäne verboten?

Sollten Sie oder ein Angehöriger sich in angeordneter Quarantäne befinden, ist Folgendes untersagt:

  • die Wohnung ohne Zustimmung des Gesundheitsamtes zu verlassen,
  • Besuch von Personen zu empfangen, die nicht zum Haushalt gehören,

Wer gegen die Quarantäneregeln verstößt, muss mit einer Geldstrafe rechnen. In schweren Fällen droht sogar eine Freiheitsstrafe.

Allgemeine Tipps für das Verhalten in Quarantäne

Wenn Sie oder ein Familienmitglied Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatten, lässt sich das Risiko einer Ansteckung innerhalb der Familie minimieren:

  • Halten Sie sich möglichst in getrennten Räumen auf und meiden Sie Körperkontakt so weit wie möglich. 
  • Waschen Sie regelmäßig die Hände.
  • Halten Sie sich an die Husten- und Niesetikette.
  • Lüften Sie regelmäßig.
  • Verwenden Sie möglichst wenig Alltagsgegenstände gemeinsam.
  • Verwenden Sie eigene Handtücher.
  • Waschen Sie Wäsche und Bettwäsche regelmäßig. 
  • Desinfizieren Sie Türklinken, Lichtschalter, Klospülung und Ablageflächen regelmäßig.
  • Bitten Sie Nachbarn oder Freunde, für Sie einzukaufen oder mit dem Hund Gassi zu gehen. Wenn das nicht möglich ist, wenden Sie sich an die Nachbarschaftshilfe oder kirchliche Organisationen. 

Hinweis: Der Ratschlag, sich möglichst wenig im selben Zimmer aufzuhalten und Körperkontakt zu meiden, gilt natürlich nicht für Babys und Kleinkinder! 

Bei Symptomen einer Atemwegsinfektion (Husten, Schnupfen, Fieber, Atemnot) sollten Sie nicht zum Arzt gehen, sondern Ihren Hausarzt oder den Ärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefon 116 117) telefonisch kontaktieren.

Zum Weiterlesen: Coronavirus: Tipps, wie Sie sich vor der Ansteckung schützen

So können Sie Ihrem Kind in Quarantäne helfen

Kinder leiden besonders unter der Quarantäne und können oft nicht verstehen, warum sie nicht raus dürfen und auf Treffen mit Freunden verzichten müssen.

  • Versuchen Sie, für Ihr Kind da zu sein und stützen Sie es mit Zuwendung und Geduld.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die aktuelle Situation und beruhigen Sie es, wenn es Angst hat.
  • Sorgen Sie für einen strukturierten Tagesablauf mit festen Schlaf- und Essenszeiten. Das gibt Sicherheit und Halt.
  • Achten Sie darauf, dass sich Ihr Kind ausgewogen ernährt und trotz des Verbots die Wohnung zu verlassen, genug Bewegung hat. Auch indoor sind kleine Ballspiele, Seilspringen und Gymnastik auf einer Turnmatte möglich.
  • Versuchen Sie, die Mediennutzungszeiten bei Ihrem Quarantäne-Kind nicht allzusehr ausufern zu lassen.
  • Ermöglichen Sie Ihrem Kind regelmäßig Kontakt zu Freunden oder Klassenkameraden übers Telefon oder Internet.
  • Gehen Sie selbst möglichst gelassen und zuversichtlich mit der schwierigen und ungewohnten Situation um.

Tipps gegen Langeweile, wenn das Kind in Quarantäne ist

Hier finden Sie Tipps gegen Langeweile in der Corona-Quarantäne:

Weitere Infos, wie Sie den Familienalltag in Coronazeiten gestalten können, gibt es bei Kindergesundheit.de.

Kind in Quarantäne, Eltern auch?

Wenn quasi der Worstcase eintritt und sowohl das Kind als auch die Eltern in Quarantäne sind, sind Sie bei Erledigungen und Einkäufen auf Hilfe von Nachbarn oder Bekannten angewiesen. Oder Sie lassen sich von einem Online-Supermarkt beliefern. Wir stellen die acht wichtigsten Online-Supermärkte vor und geben Tipps, wie Sie sinnvoll und sicher bestellen.

Solange alle gesund und munter sind, heißt es jetzt: Die Nerven und gute Laune behalten. Spiele spielen, Fotoalben durchblättern, neue Rezepte ausprobieren, ausmisten, lesen – und mal ohne schlechtes Gewissen den Fernseher anschalten sind Dinge, die die Langweile vertreiben.

Sollten Sie gesundheitliche Probleme haben, wenden Sie sich telefonisch an Ihren Hausarzt oder den Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der 116 117, der rund um die Uhr zu erreichen ist.

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