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Wespennest entfernen: Was verboten und was erlaubt ist

Autor: Lena Pritzl | Kategorie: Freizeit und Technik | 04.09.2021

Ein Wespennest sollte nie zerstört, sondern von einem Fachmann umgesiedelt werden.
Foto: Shutterstock / Istvan Csak

Spätsommer ist Wespenzeit. Unangenehm wird es, wenn die Insekten ihre Nester in Rollladenkästen oder unter dem Vordach bauen. Wir erklären, was Sie gegen Wespennester tun können und warum es keine gute Idee ist, die Nester einfach zu entfernen.

Dass Bienen für die Bestäubung vieler Blüten- und Nutzpflanzen essentiell und damit für uns und unser Ökosystem wichtig sind, wissen inzwischen viele. Wespen dagegen empfinden viele Menschen als lästige Insekten. Zu Unrecht, denn Wespen sind nützliche Bestäuber und fressen gleichzeitig Schädlinge wie Fliegen, Mücken, Raupen und Motten.

Problematisch wird es, wenn Wespen ihre Nester in direkter Nähe zu uns Menschen bauen. Das machen zwei Wespenarten: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Die Wespennester werden in dunklen Hohlräumen gebaut; meistens auf Dachböden, in Schuppen, Garagen oder unter geschützten Vordächern. Auch in Kästen von Rolläden finden sich die Nester.

Keine gute Idee: Wespennester auf eigene Faust entfernen

Haben Sie ein Wespennest entdeckt, das Sie stört, sollten Sie es dennoch nicht einfach ohne Weiteres entfernen. Das hat mehrere Gründe:

  • Wespen stehen unter Naturschutz. Deshalb kann es sehr teuer werden, wenn Sie das Wespennest auf eigene Faust entfernen. Je nach Bundesland zahlen Sie eine saftige Geldstrafe von 5.000 Euro (u.a. in Bayern, Hessen, Sachsen) bis zu 50.000 Euro (in Nordrhein-Westfalen). Haben Sie das Nest einer besonders geschützten Wespenart entfernt, kann es sogar noch teurer werden.
  • Fühlen sich Wespen bedroht, reagieren sie aggressiv. Für Laien kann es deshalb gefährlich werden, ein Wespennest zu entfernen.

Wespennest entfernen: Bitte nur von Experten

Möchten Sie ein Wespennest loswerden, brauchen Sie einen vernünftigen Grund und müssen einen Antrag bei der zuständigen Behörde stellen. Das kann die Stadtverwaltung, das Landratsamt oder die Gemeinde sein.

Fühlen Sie sich durch die Wespen in Ihrer Nähe lediglich gestört, reicht das in der Regel nicht als Grund aus, um das Nest zu entfernen. Anders wird die Lage laut Bußgeldkatalog bewertet, wenn Sie kleine Kinder haben, Allergiker sind oder andere Tiere durch die Wespen bedroht werden.

Letztlich muss aber ein Fachmann klären, ob eine Umsiedlung des Wespennests in Frage kommt. Am besten erkundigen Sie sich als erstes bei:

  • einem Imker (Nicht jeder Imker darf das Nest auch entfernen, da eine spezielle Ausbildung notwendig ist. Der Imker kann jedoch beraten, was zu tun ist.)
  • bei der Schädlingsbekämpfung
  • dem örtlichen Naturschutzverband, z.B. einer Zweigstelle des NABU
  • bei einer akuten Gefahr: die Feuerwehr
      Haben Sie ein Wespennest in der Nähe, bewegen Sie sich nur langsam und halten Sie Abstand.
      Haben Sie ein Wespennest in der Nähe, bewegen Sie sich nur langsam und halten Sie Abstand. (Foto: Shutterstock / Elenfantasia)

      Umsiedlung oft nicht notwendig

      Entfernt ein Fachmann das Wespennest, siedelt er es an einen geeigneten Ort um und fängt die Tiere lebend ein, um sie anschließend wieder frei zu lassen. Eine Zerstörung des Nests ist nur der allerletzte Ausweg.

      Wenn Sie die Stelle um das Wespennest großzügig meiden können, sollten Sie darüber nachdenken, das Nest in Ruhe zu lassen. Denn im Herbst stirbt das Wespenvolk und die Königin sucht im nächsten Jahr ein neues Nest für ihr Volk. Das verlassene Nest kann jedoch anderen Insekten als Winterquartier dienen.

      Tipps für den Umgang mit Wespen:

      • Bewegen Sie sich in der Nähe von Wespen nur langsam, um die Insekten nicht zu reizen.
      • Halten Sie einen Sicherheitsabstand zum Nest ein und verschließen Sie das Einflugloch niemals.
      • Durch Fliegengitter oder Abdeckungen an möglichen Nistplätzen verhindern Sie einen erneuten Nestbau.
      • Lebensmittel auf Terrasse oder Balkon abdecken und Essensreste gleich nach drinnen bringen.
      • Kommt es doch zu einem Wespenstich, behandeln Sie ihn am besten sofort mit Hausmitteln.

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