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Ratgeber: Alte Sorten und Rassen

Es lebe die Vielfalt

Spezial Ernährung - Essen geniessen | Kategorie: Essen und Trinken | 20.04.2012

Ratgeber: Alte Sorten und Rassen

In Supermärkten gibt es meist nur wenige Apfelsorten und lediglich ein paar Tomaten- und Kartoffelsorten. Dabei hat die Natur viel mehr zu bieten. Engagierte Landwirte bauen in Vergessenheit geratene Gemüse und Früchte wieder an oder züchten alte Tierrassen. Nicht nur, um die Sorten zu erhalten, sondern vor allem, weil sie oft hervorragend schmecken.

Eckart Brandt ist ein Landwirt, wie er im Buche steht: Vollbart, kräftig gebaut, verschmitztes Lächeln und immer mit einer Latzhose bekleidet. Was er macht, steht hingegen in keinem Lehrbuch - oder nur in denen, die er selbst geschrieben hat. Brandt ist Apfelbauer und züchtet im Alten Land in der Nähe von Hamburg alte Apfelsorten. Viele kann man bei ihm kaufen. Entweder als frische Frucht oder als jungen Baum. Es gibt Apfelsorten mit so nett klingenden Namen wie Wohnster Prinz, Holsteiner Zitronenapfel oder Altländer Pfannkuchen. Geheimrat Dr. Tiel, Gute Graue und Graf Moltke sind dagegen einige der Birnensorten, die im vergangenen Jahr auf Brandts Obstliste standen. Warum diese Leidenschaft für alte Sorten? Viele seien unempfindlicher als das, was im Supermarkt über die Scannerkasse geht, nennt Brandt einen der Vorzüge. Außerdem wolle er die Artenvielfalt der Region erhalten. Sie sei ebenso ein Kulturgut wie Kirchen und Baudenkmäler.

Alte Sorten, das sind Früchte und Gemüse, die vor vielen Jahren einmal kultiviert wurden, die zwischenzeitlich aber vom Markt verschwanden, da sie den Ansprüchen des Handels nicht entsprachen. Sie fielen durchs Raster, weil sie entweder zu groß oder zu klein waren, nicht "knackig" genug schmeckten oder nur vollreif geerntet werden konnten und sich deshalb für längere Transporte per Lkw nicht eigneten. Kurz: Alles, was nicht wie aus dem Bilderbuch aussah, verschwand.

Heute umfasst das Apfelangebot hierzulande im Wesentlichen drei Sorten, fand Stefanie Böge heraus. In ihrer vor einigen Jahren veröffentlichten Doktorarbeit Der Weg zum Standardapfel und Möglichkeiten der Wiedergewinnung von Vielfalt nennt sie die Früchte, die vor allem in deutschen Supermärkten zu finden sind: Es sind Golden Delicious (in manchen Regionen auch Gelber Köstlicher genannt), Cox Orange und Boskop. Diese drei Sorten sind gut transportfähig, lange lagerbar und von weitgehend einheitlicher Größe.

Die frühere Vielfalt blieb beim Aussortieren ungeeigneter Früchte, im Fachjargon auch "Entrümpelung" genannt, auf der Strecke. Immerhin zählte der Pomologe Friedrich Jacob Dochnahl, der von 1820 bis 1904 lebte, zu seiner Zeit noch 1.263 Apfel-, 1.040 Birnen- und 12 Quittensorten. Engagierten Landwirten wie dem Apfelbauern Eckart Brandt ist es zu verdanken, dass auch die nächste Generation wieder erfährt, dass es wohlschmeckendere Apfelsorten gibt als Golden Delicious oder Granny Smith.

Die Faszination der Kartoffelknolle

Karsten Ellenberg dagegen hat sich der Kartoffel verschrieben. Bei ihm wachsen rund 100 verschiedene Kartoffelsorten auf dem Acker. Ihn faszinieren der Sortenreichtum, die verschiedenen Formen und Farben und natürlich die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Sie reichen von würzig über cremig bis hin zu buttrig. Bei den neuen Sorten, die es in jedem Supermarkt zu kaufen gibt, finde man dieses Geschmackspotpourri kaum noch.

In Ellenbergs Kartoffelshop kann man die alten Sorten (o

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vom 20.04.2012

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Erschienen am 20.04.2012

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