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Merkt man wirklich nicht, ob H-Milch schlecht ist?

Autor: Lena Pritzl | Kategorie: Essen und Trinken | 08.11.2021

H-Milch hält länger als frische Milch – aber auch, wenn sie geöffnet ist?
Foto: Shutterstock / Kabachki.photo

Frische Milch schmeckt pur, im Müsli und im Kaffee – doch man muss sie innerhalb weniger Tage austrinken. Viele Menschen kaufen deshalb H-Milch, denn die hält bekanntlich lange. Aber wie lange ist H-Milch wirklich haltbar und woran erkennt man, dass sie schlecht geworden ist?

Viele Menschen greifen zu H-Milch, da sie verhindern möchten, dass die Milch schnell verdirbt. Schließlich ist H-Milch – wie der Name schon verrät – lange haltbar. Aber stimmt das überhaupt und wie kann man feststellen, ob die H-Milch noch gut oder bereits verdorben ist? Wir haben bei einer Expertin nachgefragt.

Wie lange hält H-Milch?

Frische Milch hält sich meist etwas mehr als eine Woche und sollte stets im Kühlschrank gelagert werden. Anders dagegen H-Milch: Sie ist ungeöffnet mehrere Monate haltbar. Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist hier eine gute Orientierung, ungeöffnet ist H-Milch oft aber auch noch länger gut als auf der Verpackung angegeben.

Haben Sie H-Milch einmal geöffnet, sollten Sie sie zügig verbrauchen. Sie ist dann nur noch wenige Tage haltbar, denn durch das Öffnen können Luft und damit Keime in die Flüssigkeit gelangen und sich dort vermehren. Geöffnet hält sie damit nicht länger als frische Milch.

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Woran erkennt man, dass H-Milch verdorben ist?

Wenn Frischmilch nicht mehr gut ist, merkt man das sehr schnell: Sie riecht sauer, hat sich gelb verfärbt und ist klumpig. Bei H-Milch ist das leider nicht so leicht festzustellen.

H-Milch kann schlecht geworden sein, ohne dass sie sauer riecht. Der Grund dafür ist die Zubereitung der haltbar gemachten Milch: Durch das Ultrahocherhitzen werden die in der Milch enthaltenen Milchsäurebakterien abgetötet. Diese sind unter anderem dafür verantwortlich, dass Milch sauer wird und ausflockt. 

Bei verdorbener H-Milch können Sie auf den ersten Blick nur schwer feststellen, dass die Milch nicht mehr gut ist. Doch auf einige Punkte können Sie achten:

  • Ein leicht bitterer oder muffiger Geschmack
  • Eine schleimige Konsistenz
  • Im Kaffee kann schlecht gewordene H-Milch weiße Flocken bilden.

Andrea Heumann, Ernährungsberaterin beim BerufsVerband Oecotrophologie e. V. (VDOE), erklärt uns, warum Sie H-Milch vor dem Trinken genau unter die Lupe nehmen sollten: "Schlechte H-Milch wird mit der Zeit schleimig und verändert sich etwas im Geschmack, sie tendiert dann zu leicht bitter. Weil das nicht auf den ersten Blick gleich zu sehen und auch nicht unbedingt zu schmecken ist, sollte man sich länger geöffnete H-Milch vor dem Trinken genauer anschauen und probieren, bevor man sie verwendet."

Sie hat noch einen weiteren Tipp: "Bereits verdorbene H-Milch lässt sich übrigens nicht mehr richtig aufschäumen, der Schaum bekommt eine andere Konsistenz, er wird flockiger und fällt schnell zusammen."

Trifft einer der genannten Punkte auf Ihre H-Milch zu, sollten Sie die Milch keinesfalls mehr trinken. Verbrauchen Sie geöffnete H-Milch innerhalb von drei bis vier Tagen.

Ob H-Milch verdorben ist, lässt sich auf den ersten Blick nur schwer erkennen.
Ob H-Milch verdorben ist, lässt sich auf den ersten Blick nur schwer erkennen. (Foto: Shutterstock / goffkein.pro)

Wie sollte man H-Milch lagern?

Das Praktische bei H-Milch: Erst nach dem Öffnen der Verpackung ist es notwendig, die Milch im Kühlschrank aufzubewahren. Davor ist Kühlen nicht nötig. Sie sollten darauf achten, einmal geöffnete H-Milch immer gut zu verschließen und sie zügig aufzubrauchen.

Andrea Heumann rät: "Am besten wird die H-Milch durchgängig im Kühlschrank bei 5 - 8 Grad aufbewahrt und innerhalb von vier Tagen verbraucht".

Tipp: Wer nicht viel Milch verbraucht, kann Milch auch einfrieren. Das funktioniert sogar portionsweise in Eiswürfelförmchen.

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