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Asiatische Gemüsepfannen im Test: Geschmack nicht bei allen in Ordnung

Magazin April 2021: Generation Bike | Autor: Hanh Friedrich/ Meike Rix | Kategorie: Essen und Trinken | 25.03.2021

Wir haben 19 Asia-Gemüsepfannen getestet? Das sind die Ergebnisse.
Foto: ÖKO-TEST

Ein paar Minuten in die heiße Pfanne und fertig ist das Tiefkühlgemüse à la Asia. Praktisch. Aber auch lecker und gesund? Wir haben 19 asiatische Gemüsepfannen getestet. Das Ergebnis: Zehn sind "sehr gut". 

  • Erfreulich: Von 19 asiatischen Gemüsepfannen im Test erhalten zehn die Bestnote.
  • Deutliche Qualitätsunterschiede ermittelten unsere Experten in der Sensorikprüfung. Bittere oder strohig schmeckende Gemüsesorten verschlechterten häufiger das Geschmackserlebnis.
  • Unnötige Aromazusätze bemängeln wir in drei überprüften Asia-Gemüsepfannen. 

Gemüsepfannen aus dem Gefrierfach sind gesund und praktisch. Ein Tiefkühlgemüsegericht kann zwar geschmacklich nicht mit einer Gemüsepfanne aus erntefrischem Bio-Gemüse mithalten. Doch wenn es schnell und einfach gehen soll, ist nichts gegen TK einzuwenden.

Zwar gehen beim Blanchieren vorm Einfrieren Vitamine verloren, aber das passiert auch beim Kochen von frischem Gemüse. Wer abends keine Zeit oder Lust hat, das Gemüse erst selbst zu schnippeln, kann darum mit gutem Gewissen zur TK-Gemüsepfanne greifen. 

Asiatische Gemüsepfannen im Test: Kritik an Geschmack 

Doch welche sind empfehlenswert? Wir haben 19 asiatische Gemüsepfannen ins Labor geschickt. Was die Schadstoffprüfung betrifft, sind die Ergebnisse erfreulich

In keiner der Gemüsepfannen hat das von uns beauftragte Labor problematische Pestizidbelastungen oder Krankheitserreger wie Salmonellen oder Listerien gefunden. Auch Verunreinigungen mit Mineralölbestandteilen waren, wo überhaupt, nur in Spuren nachweisbar.

In einigen der gewürzten Asia-Gemüsepfannen kritisieren wir jedoch überflüssige Aromazusätze und mehr als ein Drittel der Tiefkühlgerichte schwächelt in der Sensorikprüfung. 

Möhren und Lauch sind Basisbestandteile vieler Asia-Gemüsepfannen.
Möhren und Lauch sind Basisbestandteile vieler Asia-Gemüsepfannen. (Foto: Johannes Ziegler Photo/Shutterstock)

Zutaten wie Lauch und Bambus fielen unangenehm auf 

Die Geschmacksvielfalt der asiatischen Gemüsepfannen im Test war groß: 15 waren schon fertig gewürzt, in zwölf Fällen schon mit Sojasauce angemacht, auch Currys mit Kokosmilch waren dabei. Dass die Pfannen unterschiedlich schmecken – klar, und aus Sicht der Profis völlig in Ordnung. Was nicht in Ordnung geht, sind Fehlnoten in Geschmack, Mundgefühl und Konsistenz.

"Leicht bitter" und "deutlich bitter" sind solche geschmacklichen Fehlnoten, vor allem Zutaten wie Lauch und Bambus fielen damit unangenehm auf. Auch in Sachen Mundgefühl waren die Tester mit Lauch und Bambus in einigen Fällen unzufrieden und vergaben ein "teilweise strohig". Im Testschlusslicht schmeckte der Bambus "teilweise deutlich bitter" und war gleichzeitig "leicht strohig".

Vier asiatische Gemüsepfannen im Test waren ungewürzt. Auch hier gab es Kritik am Geschmack. Während eine TK-Gemüsemischung als "teilweise leicht bitter" kritisiert wurde, lautete das Urteil für ein weiteres Produkt "leicht fad und wässerig im Geschmack". 

Jetzt Ergebnisse kaufen: 19 Asia-Gemüsepfannen im Test

Unnötige Aromastoffe in asiatischen Gemüsepfannen

Porree, Weißkohl, knackige Möhren, Paprika, Mungobohnen und Co. bringen viel Geschmack auf den Teller. Der Zusatz von Aroma ist daher aus unserer Sicht schlicht überflüssig. Die meisten asiatischen Gemüsepfannen kommen auch ohne aus. In den Zutatenlisten von drei getesteten Produkten aber taucht "Aroma" auf, dafür ziehen wir eine Note ab. Hinter dieser Bezeichnung steckt in der Regel im Labor hergestellter Geschmack.

Keinen Notenabzug gibt es für die Würze mit Sojasauce, die traditionell zu asiatischen Gerichten gehört. Auch wenn Sojasauce Glutamat enthält. Es ist eine der Aminosäuren im Sojaprotein. Chemisch entspricht das Glutamat aus Sojasauce dem Glutamat, das wir als umstrittenen geschmacksverstärkenden Zusatzstoff abwerten würden.

Die Sojasauce enthält Glutamat natürlicherweise und ist ein traditionelles Würzmittel, das ist aus unserer Sicht völlig in Ordnung, um den asiatischen Pfannen das gewisse Etwas zu verleihen.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

Weiterlesen auf oekotest.de:


Testverfahren

Wir haben 19-mal tiefgekühlte Gemüsepfannen asiatischer Art eingekauft. Darunter Produkte, die gewürzt  sind – oft mit Sojasoße und kandiertem Ingwer – aber auch Gerichte zum Selberwürzen. Für 750 Gramm Gemüsepfanne haben wir zwischen 1,27 und 6,65 Euro bezahlt.

Die beauftragten Labore haben die Produkte auf kritische Inhaltsstoffe wie Mineralölbestandteile und Pestizidrückstände analysiert. Zudem ließen wir den Salzgehalt und mögliche Krankheitserreger wie Salmonellen und Listerien analysieren. Ein Labor prüfte außerdem, ob alle deklarierten Gemüsearten auch wirklich enthalten waren. Sensorikexperten verkosteten die Gerichte und notierten, ob sie gut aussahen, rochen und schmeckten und ob das Gemüse sich im Mund frisch und knackig anfühlte.

Bewertungslegende

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um eine Note: zugesetztes "Aroma".

Bewertung Testergebnis Sensorik: Unter dem Testergebnis Sensorik führt zur Abwertung um zwei Noten: ein teilweise aufgetretener Mangel im Geschmack beschrieben als "deutlich bitter". Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein teilweise aufgetretener Mangel im Geschmack beschrieben als "leicht bitter", wenn nicht bereits wegen einem teilweise "deutlich bitteren Geschmack" abgewertet wurde; b) ein Mangel im Geschmack beschrieben als "leicht fade"; c) ein Mangel im Geschmack beschrieben als "leicht wässrig"; d) ein teilweise aufgetretener Mangel in Textur/Mundgefühl beschrieben als "leicht strohig". Steht bei konkreten Analyseergebnissen "nein", bedeutet das unterhalb der Bestimmungsgrenze der jeweiligen Testmethode.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Sensorik, das "befriedigend" oder "ausreichend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Sensorik, das "gut" ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.

Testmethoden

Kochsalz: Nach Suspension der Probe und Ansäuerung mit Salpetersäure wird das Chlorid mit Silbernitrat-Maßlösung bei potentiometrischer Endpunktbestimmung titriert. Pestizid-Screening: Nach DIN EN 15662 (entspricht ASU L 00.00-115). Mikrobiologische Untersuchungen: Gesamtkeimzahl aerob nach DIN EN ISO 4833-2 : 2014; Enterobacteriaceen nach ASU L 00.00-133/2 : 2018; E. coli nach ASU L 00.00-132/1 : 2010; koag.-pos. Staphylokokken nach ASU L 00.00-55 : 2004; präsumtive Bacillus cereus nach ASU L 00.00-33 : 2006; Listeria monocytogenes nach ASU L 00.00-22 : 2018; Salmonellen nach ASU L 00.00-20 : 2018. Mineralölbestandteile: Nach DIN EN 16995 : 2017, modifiziert. Die Modifikation betrifft die Verseifung und eine andere Matrix. Sensorik: Zubereitung nach Herstelleranweisungen. Beurteilung nach ASU L 00.90-16 : 2006. Nach Einzelprüfungen werden die Einzelergebnisse in der Gruppe diskutiert und ein gemeinsames Gesamtergebnis erarbeitet.  PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Einkauf der Testprodukte: Dezember 2020

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