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Hausmittel gegen Kleidermotten: Wie Lavendel, Kälte & Co. helfen können

Magazin Juni 2022: Wie gut ist mein Bier? | Autor: Frank Schuster | Kategorie: Bauen und Wohnen | 26.05.2022

Kleidermotten lassen sich mit einfachen Tricks fernhalten. Außerdem muss man bei einem Befall nicht gleich zur Chemiekeule greifen.
Foto: Tomasz Klejdysz/Shutterstock

Was tun, um Kleidermotten ganz ohne Gift loszuwerden? Helfen können schon ein paar vorbeugende Maßnahmen. ÖKO-TEST gibt Tipps.

Vorsorge ist die beste Sorge: Bevor man selbst zu Gift greift oder einen professionellen Schädlingsbekämpfer einschaltet, reichen in der Regel schon ein paar nichtchemische Hausmittel und Handgriffe aus, um Kleidermotten abzuwehren.

Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle von Wollsachen im Schrank oder in der Garderobe. Ratsam ist eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen über einen längeren Zeitraum. Ergänzend dazu können Klebefallen helfen, den Befall oder den Erfolg zu ermitteln.

Lavendel ist bewährtes Hausmittel gegen Motten

Für einige ätherische Öle aus Naturprodukten gibt es positive Hinweise aus wissenschaftlichen Untersuchungen, dass sie Kleidermotten vergrämen können, darunter Lavendel. Andere Mittel hingegen gelten inzwischen als wirkungslos. Dazu zählen laut Umweltbundesamt Angelikawurzel, Eukalyptusblätter, Cayenne- und Schwarzer Pfeffer.

Wer sich Duftsäckchen, -depots oder Holzscheiben mit ätherischen Ölen in den Kleiderschrank legt, sollte sie regelmäßig wechseln. Denn der für die Motten unangenehme Geruch verflüchtigt sich mit der Zeit. Achtung: Ätherische Öle können bei empfindlichen Menschen für Unwohlsein und Kopfschmerzen sorgen. Am besten zunächst vorsichtig ausprobieren, welchen Duft man verträgt.

Lavendelsäckchen im Schrank helfen, Kleidermotten fernzuhalten.
Lavendelsäckchen im Schrank helfen, Kleidermotten fernzuhalten. (Foto: Chamille White/Shutterstock)

Motten mögen keine saubere Kleidung

Wollkleidung und -decken, die man über einen längeren Zeitraum nicht nutzt, gut verschlossen und verpackt einlagern. Ein Mittel mit einem vergrämenden Duft mit dazu, zum Beispiel ein Säckchen mit Lavendelblüten, – das schützt umso mehr.

Die Wäsche nur sauber gewaschen einlagern, denn Kleidermotten lieben Schweißrückstände und Hautschuppen. Weil sie auch Wärme mögen, ist ein kühler Raum, zum Beispiel im Keller, ein guter Ort zum Lagern. Fliegennetze an Fenstern und Balkontüren verhindern das Hereinkommen von Motten (und anderen Insekten).

Hitze und Kälte als Hausmittel gegen Motten 

Wollkleidung, Felle, Decken und Teppiche regelmäßig ausklopfen und absaugen. Danach ausgebreitet und unter Wenden dem Sonnenlicht aussetzen, damit vorhandene Eier und Larven austrocknen und absterben.

Nichtwaschbare Textilien wie Wandteppiche, gestickte Bilder oder Pelze können auch im Herd durch wiederholte extreme Temperaturschwankungen geschützt werden: für die Dauer von knapp einer Stunde bei einer Temperatur von 50 bis 60 Grad Celsius (Umluft) in den Ofen legen.

Eine andere Möglichkeit ist Kälte: Nichtbefallene Wollsachen für ein paar Tage ins Gefrierfach legen; minus 18 Grad Celsius über eine Woche töten sämtliche Entwicklungsstadien der Motten ab.

Bei einem Befall: Kleiderschränke, Kommoden oder Truhen gründlich aussaugen, besonders die Fugen und Ritzen. Mit Essigwasser auswischen und gut trocknen. Fugen und Ritzen mit einem Föhn erhitzen, um restliche Motten, Larven oder Eier abzutöten.

Schlupfwespen gegen Motten einsetzen

Die Schlupfwespen (Trichogramma evanescens) sind die natürlichen Fressfeinde der Kleidermotten. In Baumärkten, Gartencentern, im Fachhandel und im Internet sind Präparate mit lebenden Tieren erhältlich, in der Regel sind das Kärtchen.

Diese legt man möglichst nahe an die betroffenen Stellen im Schrank oder Raum, damit die Schlupfwespen – sie können nicht fliegen und nur krabbeln – sie schnell finden. Die Wespen legen ihre Eier in die Mottengelege ab, woraufhin diese absterben.

Die Wespen sind ungefährlich für Mensch und Haustier, sie stechen nicht. Sie sind so winzig – nur etwa 0,4 Millimeter groß – dass man ihre Anwesenheit kaum wahrnimmt. Haben sie ihre Arbeit verrichtet und gibt es keine Motteneier mehr, verschwinden sie einfach wieder.

Die Lebensdauer von Schlupfwespen beträgt nur etwa zehn Tage. Die Anwendung sollte 15 Wochen dauern, die Kärtchen müssen drei- bis viermal erneuert werden.

Auch interessant: Wenn Sie doch lieber auf ein Mottenmittel setzen wollen, sollten Sie ein Produkt ohne Gift wählen. Denn dieses könnte nicht nur Motten töten, sondern auch das Nervensystem von Menschen und Haustieren angreifen. Mehr dazu lesen Sie hier: Kleidermotten bekämpfen: 14 Mittel im Test enthalten Nervengift.

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