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Shampoo für trockenes Haar im Test: Welche Marken überzeugen?

Ratgeber Kosmetik & Wellness 2021 | Autor: Jörg Döbereiner | Kategorie: Kosmetik und Mode | 10.06.2021

Shampoo gegen trockenes Haar im Test: Welche sind empfehlenswert?
Foto: ÖKO-TEST

Shampoos für trockenes Haar versprechen Reinigung und Pflege. Manche enthalten aber problematische Duftstoffe und umweltbelastende Silikone. Das zeigt unser Test von 20 Shampoos. Mit "sehr gut" empfehlenswert sind immerhin acht Produkte. 

  • Acht von 20 Shampoos für trockenes Haar im Test schneiden mit Bestnote ab – darunter vor allem Naturkosmetik.
  • Mit "ungenügend" fallen drei überprüfte Shampoos durch. Wir raten vom Kauf dieser Produkte ab. 
  • Hauptkritik: Enthaltene problematische Duftstoffe, PEG-Verbindungen, Silikone und andere Kunststoffverbindungen.

Aktualisiert am 10.06.2021 | Vorher sind die Haare strohig und spröde, nachher glänzend und geschmeidig. Die Verpackungen mancher Shampoos für trockenes Haar versprechen deutliche Verbesserungen. Es klingt, als könne ihr Inhalt toten Hornfasern – nichts anderes ist ja der sichtbare Teil unserer Haare – neues Leben einhauchen. Das geht natürlich nicht.

Doch wäre ein wenig Reparatur hier und da nicht ein Anfang? Hoffnung darauf wecken Pflanzenöle in der Rezeptur oder feuchtigkeitsspendende Stoffe wie Aloe vera. Wir haben 20 Shampoos für trockenes Haar ins Labor geschickt. Ergebnis: Acht Produkte empfehlen wir mit "sehr gut". Unter diesen können Sie nach Ihrem Geschmack wählen. Von drei Shampoos raten wir ab, sie schneiden nur "ungenügend" ab.

Shampoos für trockenes Haar im Test: Die Problemstoffe  

Damit die Shampoos gut riechen, enthalten sie Duftstoffe. Kritisch sehen wir Hydroxycitronellal, das in einem Shampoo für trockenes Haar enthalten ist. Es gehört aus unserer Sicht in kein Shampoo, weil es relativ oft Allergien auslöst.

Shampoo für trockenes Haar im Test: Wir können gut die Hälfte der Produkte empfehlen.
Shampoo für trockenes Haar im Test: Wir können gut die Hälfte der Produkte empfehlen. (Foto: Valua Studio/Shutterstock )

Deutlich häufiger kritisieren wir PEG-Verbindungen in Shampoos gegen trockenes Haar im Test. Viele Hersteller setzen sie als waschaktive Substanzen ein. In der Deklaration sind viele von ihnen an dem Namensbestandteil "PEG" erkennbar – aber nicht alle. Das häufig eingesetzte Sodium Laureth Sulfate zählt zum Beispiel ebenfalls dazu.

Und was ist das Problem mit PEG-Verbindungen? Sie können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Letztlich geht es auch ohne: Alle sieben getesteten Naturkosmetika sind frei davon. Sie reinigen das Haar unter anderem mit gut verträglichen Zuckertensiden.

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Silikone in Shampoos für trockenes Haar als Umweltbelastung

Neben PEG-Verbindungen beanstanden wir auch Silikonverbindungen, die sechs Shampoos für trockenes Haar im Test beinhalten. Ihre Namen enden häufig auf -on(e) oder -xan(e) wie beim oft verwendeten Dimethicone. Silikone legen sich um das Haar, es wirkt dadurch zunächst geschmeidig. Auf Dauer können sie sich aber am Haar ablagern und es lascher machen. In Shampoos kritisieren wir Silikone vor allem deshalb, weil sie über das Abwasser die Umwelt belasten.

Aus demselben Grund ziehen wir auch für andere Kunststoffverbindungen Noten ab. Diese synthetischen Polymere tragen häufig "Polymer" oder "Polyquaternium" im Namen. Im Test stecken sie in sieben Shampoos für trockenes Haar.

Darunter befindet sich kein Naturkosmetik-Produkt, denn in zertifizierter Naturkosmetik sind sowohl Silikone als auch synthetische Polymere nicht erlaubt. Silikone und synthetische Polymere bringen Haare zum Glänzen. Naturkosmetikshampoos schaffen das ganz ohne Plastik in den Flaschen.

(Foto: ÖKO-TEST)

Einige Inhaltsstoffe können Allergien auslösen

Was uns freut: In diesem Test müssen wir kaum problematische Konservierungsstoffe kritisieren. Ein Shampoo gegen trockene Haare allerdings ist mit einem Gemisch aus CIT und MIT haltbar gemacht. CIT und MIT sind Kürzel für die Zungenbrecher Methylchloroisothiazolinon und Methylisothiazolinon. In Kosmetik, die auf der Haut bleibt, sind beide Allergene längst verboten. Zeit, dass sie ganz verschwinden.

CIT gehört zur umstrittenen Stoffgruppe der halogenorganischen Verbindungen. Viele Mitglieder dieser Gruppe wirken allergisierend, fast alle schaden der Umwelt. Zu diesem unrühmlichen Club gehört auch der Stoff Iodpropinylbutylcarbamat, der zu den Inhaltsstoffen eines Shampoos für trockenes Haar im Test gehört.

Einen aus unserer Sicht auffälligen Wert an Formaldehyd/-abspaltern kritisieren wir einmal im Test. Formaldehyd reizt unter anderem die Schleimhäute und wirkt allergisierend. Alle anderen Shampoos haben damit kein Problem.

Im Überblick: 20 Shampoos für trockenes Haar im Test

Tipps zur Haarpflege von trockenem Haar 

Wir erklären Ihnen, worauf Sie achten können: 

  1. Zu viel Wasser entzieht Ihrem Haar wertvolles Fett. Selteneres Waschen kann trockenem Haar helfen, sich zu erholen.
  2. Die falschen Pflegeprodukte können Ihr Haar unnötig belasten. Wir raten zu Shampoos ohne Silikone mit pflegenden Ölen.
  3. Intensives Styling kann Ihr Haar angreifen. Föhn, Glätteisen und Lockenstab deshalb sparsam einsetzen und nicht zu heiß werden lassen.
  4. Gönnen Sie sich regelmäßige Kopfmassagen. Das fördert die Durchblutung der Kopfhaut, regt die Talgproduktion an – und tut auch einfach gut.
  5. Im Sommer ist der Mix aus Sonne, Sand und (Chlor-)Wasser ein echter Stressfaktor für das Haar. Also: Kopfbedeckung nicht vergessen, Chlorwasser gut ausspülen und nasses Haar nicht in der prallen Sonne trocknen.
  6. Im Winter setzt die Kälte, Regen und Schnee dem Haar zu. Auch hier hilft eine Mütze, um die Haare (und die empfindliche Kopfhaut) vor der Witterung zu schützen.
  7. Falls Sie Ihr Shampoo wechseln, geben Sie Ihrem Haar ruhig etwas Zeit, sich an das neue Produkt zu gewöhnen. Manche Menschen brauchen bis zu vier Wochen, bei anderen geht es ruckzuck. Vor allem die Umstellung auf Naturkosmetik kann eine Weile dauern. 

    Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

    Diesen Test haben wir zuletzt im ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2021 eröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für den Ratgeber Kosmetik und Wellness 2021, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

    Weiterlesen auf oekotest.de:


    Wir haben diese Produkte für Sie getestet

    Testverfahren

    In Drogerien und Bio-Supermärkten haben wir 20 Shampoos gegen trockenes Haar eingekauft. Bei sieben handelt es sich um zertifizierte Naturkosmetik. 250 Milliliter des teuersten Produkts kosten gut neun Euro, dieselbe Menge des günstigsten nur 46 Cent.

    Wir nahmen die Deklaration aller Produkte genau unter die Lupe: Setzen die Anbieter PEG/PEG-Derivate ein, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können? Umweltschädliche Silikone oder synthetische Polymere? Oder den UV-Filter Ethylhexylmethoxycinnamat, der sich im Tierversuch als hormonell wirksam gezeigt hat? Und natürlich ließen wir alle Shampoos in Laboren prüfen: auf krebsverdächtiges Formaldehyd, problematische Duftstoffe und allergisierende Konservierungsstoffe ebenso wie auf umstrittene halogenorganische Verbindungen. Die Wirksamkeit der Produkte gegen trockenes Haar haben wir nicht getestet. Problematische Substanzen, die wir aus überwiegend gesundheitlichen Gründen kritisieren, werten wir unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe ab. Auf ihm beruht das Gesamturteil wesentlich. Umweltschädliche Stoffe beeinflussen das Testergebnis Weitere Mängel. Lautet dieses deshalb "befriedigend", verschlechtert sich auch das Gesamturteil.

    Bewertungslegende 

    Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um vier Noten: mehr als 10 mg/kg Formaldehyd/-abspalter. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) Methylchlorisothiazolinon (CIT) oder andere halogenorganische Verbindungen (hier: Iodpropynyl Butylcarbamate); b) bedenklicher UV-Filter (Ethylhexylmethoxycinnamat). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) PEG/PEG-Derivate; b) Hydroxycitronellal; c) Butylphenyl Methylpropional (in der Tabelle: Lilial).

    Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um zwei Noten: Silikone (hier: Amodimethicone, Dimethicone, Dimethiconol, Silicone Quaternium-18) oder andere synthetische Polymere (hier: Carbomer, Polyquaternium-6, Polyquaternium-7, Polyquaternium-10).

    Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.  

    Testmethoden 

    Testmethoden (je nach Zusammensetzung der Produkte): Deklarationspflichtige Duftstoffe/Diethylphthalat/künstliche Moschusverbindungen und Cashmeran: Extraktion mit TBME, GC-MS.
    Formaldehyd/-abspalter: saure Wasserdampfdestillation, Derivatisierung mit Acetylaceton, Ausschütteln mit n-Butanol, Fotometrie.
    Isothiazolinone: Extraktion mit Essigsäure-Methanol-Gemisch, HPLC-DAD bzw. LC-MS.
    Halogenorganische Verbindungen: a) Heißwasserextraktion, Zentrifugation und Membranfiltration, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts; b) Extraktion mit Essigester, Verbrennung des Extrakts im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts.
    PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: Röntgenfluoreszenzanalyse.

    Einkauf der Testprodukte: Februar 2020

    Diesen Test haben wir zuletzt im ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2021 eröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für den Ratgeber Kosmetik und Wellness 2021, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

    Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

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