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Bodylotion-Test: Dusch Das, Nivea und Neutrogena sind Testverlierer

Jetzt gratis unser Testurteil zu 46 Produkten abrufen

Jahrbuch Kosmetik 2021 | Autor: Annette Dohrmann/Jörg Döbereiner/lew/kai | Kategorie: Kosmetik und Mode | 10.12.2020

Bodylotion-Test: Welche Marken sind empfehlenswert?
Foto: ÖKO-TEST; FotoDuets/Shutterstock

Um der trockenen Haut Feuchtigkeit zu spenden, greifen viele Menschen im Herbst zu einer reichhaltigen Körperpflege. Doch nicht alle Bodylotions sind empfehlenswert. Manche Produkte enthalten bedenkliche Inhaltsstoffe. Checken Sie jetzt kostenlos unsere Testergebnisse.

  • Mit Naturkosmetik liegen Sie in aller Regel richtig. Die ausgewählten Produkte sind alle "sehr gut". Aber auch acht weitere Bodylotions schneiden mit Bestnote ab.
  • Enttäuschend: Mit "mangelhaft" oder "ungenügend" schneiden acht Bodylotions im Test ab, darunter bekannte Marken.
  • Kritisch sehen wir vor allem Mineralölbestandteile und die Verwendung des Duftstoffs Lilial.

Aktualisiert am 10.12.2020 | Bodylotions sollen trockener Haut Feuchtigkeit spenden. Gespannte oder gar schuppende Haut kann verschiedene Gründe haben. Häufiges Duschen und trockene Innenraumluft entziehen der Haut beispielsweise Feuchtigkeit und Fett. Und wenn es kalt ist, produziert die Haut weniger Talg.

Mit einer reichhaltigen Bodylotion können Sie Ihre Haut dann von außen versorgen. Wir haben 46 Körperlotionen getestet, darunter 19 zertifizierte Naturkosmetik-Produkte. Viele sind als reichhaltig oder speziell für trockene Haut ausgelobt.

Doch beachten Sie: Auch innere Faktoren können bei trockener Haut eine Rolle spielen. Dazu gehören unter anderem der genetische Hauttyp, hormonelle Umstellungen wie die Wechseljahre und eine ungesunde Lebensweise. Nicht immer sorgt dann eine Körperpflege mit Bodylotion für Abhilfe.

Bodylotion-Test: Wie gut sind Garnier, Biotherm und Co.?

Das Testergebnis: Mehr als die Hälfte der Bodylotions im Test können wir empfehlen. Insgesamt schneiden 27 Lotionen mit "sehr gut" oder "gut" ab – darunter sowohl günstige Eigenmarken etlicher Discounter, Supermärkte und Drogeriemarktketten als auch Naturkosmetik, die zum Teil deutlich mehr kostet.

Auffällig dabei: Alle Naturkosmetik-Bodylotions erhalten das Gesamturteil "sehr gut". Das kommt nicht von ungefähr: Die Kriterien der Naturkosmetikstandards verbieten weitgehend jene Substanzen, die wir in unseren Kosmetiktests immer wieder kritisieren – beispielsweise umstrittene Emulgatoren, erdölbasierte Öle und lösliches Plastik.

Unser Test zeigt allerdings auch, dass es teils Probleme mit Mineralölbestandteilen und dem kritischen Duftstoff Lilial gibt. Auch in der Kritik: PEG-Verbindungen, ein umweltbelastendes Silikon und ein Konservierer. Acht Bodylotions fallen aufgrund problematischer Inhaltsstoffe durch, weitere acht bewerten wir mittelmäßig. 

Bodylotion im Test: Wir haben insgesamt 46 Körperlotionen überprüft.
Bodylotion im Test: Wir haben insgesamt 46 Körperlotionen überprüft. (Foto: Bogdan Sonjachnyj/Shutterstock)

Diese Körperlotionen sind Testverlierer 

Diese Produkte erhalten im Bodylotion-Test nur ein "mangelhaft":

  • Bettina Barty Vanilla Rich Body Milk von Straub
  • Biotherm Lait Corporel L‘Original, Body Milk von Biotherm
  • Garnier Body Intensiv 7 Tage Pflegende Milk von L'Oréal
  • Linola Hautmilch von Dr. August Wolff
  • Medicos Olivenöl Körper-Balsam von Dr. Theiss

Diese Bodylotions fallen sogar mit "ungenügend" durch:

  • Dusch Das Body Lotion Ich Fühle Mich Verwöhnt von Unilever
  • Neutrogena Norwegische Formel Deep Moisture Bodylotion von Johnson & Johnson
  • Nivea Reichhaltige Body Milk 48h, trockene Haut von Beiersdorf

Bedenkliche Duftstoffe in Bodylotions  

Was kritisieren wir an den Bodylotions im Test? Beginnen wir mit dem kritischen Duftstoff Lilial. Dieser steckt in fünf getesteten Körperlotionen. Das Problem: Lilial hat sich in Tierversuchen als fortpflanzungsschädigend erwiesen. Das Verbraucherschutzkomitee für Kosmetik der Europäischen Union bewertet ihn daher als nicht sicher – weder in Kosmetik, die auf der Haut bleibt, wie Körperlotionen, noch in abwaschbarer Kosmetik wie Duschgelen.

Trotzdem setzen einige Anbieter im Test weiter Lilial in ihren Bodylotions ein. Der Stoff ist in folgenden Produkten enthalten: Bettina Barty Vanilla Rich Body Milk, Dusch Das Body Lotion Ich Fühle Mich Verwöhnt, Linola Hautmilch, Medicos Olivenöl Körper-Balsam und Vandini Blütenwasser Nutri Body Lotion, trockene Haut.

Die Bettina Barty Vanilla Rich Body Milk verdankt ihre Duftnote neben Lilial auch einem künstlichen Moschusduft. Moschus-Keton zählt zu den Nitromoschus-Verbindungen, die sich im menschlichen Fettgewebe anreichern. Grund genug, in Kosmetika darauf zu verzichten – erst recht in Bodylotion, die auf der Haut bleibt.

Vor allem in der kälteren Jahreszeit nutzen viele Menschen nach dem Duschen eine Bodylotion, um ihre Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen.
Vor allem in der kälteren Jahreszeit nutzen viele Menschen nach dem Duschen eine Bodylotion, um ihre Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen. (Foto: Maridav/Shutterstock)

Einige Körperlotionen mit Mineralöl verunreinigt

Auch Erdöl will sicher niemand auf der Haut haben. Dennoch hat das von uns beauftragte Labor in drei Bodylotions Paraffine gefunden. Sie werden aus Erdöl hergestellt. Darüber hinaus enthalten die gefundenen Paraffine aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH). Sie stecken im Test in den Körperlotionen von Biotherm, Neutrogena und Nivea und sorgen für ein scheinbar schönes Hautgefühl. 

Das Problem an diesen Inhaltsstoffen: Künstliche Erdölabkömmlinge, aber auch Silikone, integrieren sich nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut wie natürliche Öle und Fette. Schlimmer noch: Sofern sie nicht gründlich genug aufgereinigt sind, enthalten Paraffine – wie in unserem Test – auch MOAH. Es ist nicht auszuschließen, dass unter MOAH auch Verbindungen sind, die möglicherweise Krebs erzeugen. Wir meinen: Solche Bodylotions haben nichts auf der Haut zu suchen.

In sieben Bodylotions im Test kritisieren wir zudem Polyethylenglykole und chemisch verwandte Stoffe (PEG). PEG verbinden das in den Körperlotionen enthaltene Wasser mit den Fetten und Ölen. Sie können die Haut aber auch durchlässiger für Fremdstoffe machen. 

Silikon in Bodylotions im Test als Umweltproblem

Zwei Bodylotions im Test – die Fenjal Intensive Body Milk und die Dove Reichhaltige Body Milk, trockene Haut – enthalten die besonders problematische Silikonverbindung Cyclopentasiloxan. Sie ist in der Umwelt nur schwer abbaubar, reichert sich dort an und gefährdet das Wasser. 

Seit Ende Januar 2020 gibt es in der EU für diese Substanz – neben anderen – zwar eine Mengenbeschränkung. Allerdings gilt diese nur für Kosmetika, die Verbraucher wieder abwaschen, wie etwa Shampoos oder Duschgele.

Problematisch sind in unseren Augen auch Konservierer, die in Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken. Das ist bei Propylparaben der Fall, ein Stoff, den das von uns beauftragte Labor in zwei Bodylotions nachgewiesen hat. Und zwar in der Dusch Das Body Lotion Ich Fühle Mich Verwöhnt sowie in der Dove Reichhaltige Body Milk, trockene Haut. Umwelthormone sind etwa dafür verantwortlich, dass die Pubertät von Mädchen früher einsetzt. Das haben Wissenschaftler der Universität Berkeley festgestellt.

Mehr als die Hälfte der Körperlotionen im Test sind empfehlenswert, acht fallen allerdings durch.
Mehr als die Hälfte der Körperlotionen im Test sind empfehlenswert, acht fallen allerdings durch. (Foto: LStockStudio/Shutterstock)

So erkennen Sie problematische Inhaltsstoffe

Das steckt hinter den Fachbegriffen:

  • Umweltbelastende lösliche Plastikverbindungen erkennen Sie in der Zutatenliste von Bodylotions an Begriffen wie Acryl/ate, Carbomer, Crosspolymer, Copolymer oder Polybutene.
  • Erdöl verbirgt sich hinter Bezeichnungen wie Paraffinum Liquidum, Petrolatum oder Cera Microcristallina.
  • Der bedenkliche Duftstoff Lilial steckt hinter dem Fachnamen Butylphenyl Methylpropional.
  • Zu den Silikonen zählen Dimethicon, Dimethiconol, Cyclopentasiloxan oder Cyclohexasiloxan.

Bodylotion, Bodymilch & Bodybutter: Was sind die Unterschiede?

Milch, Milk, Lotion oder auch Balsam – bei den Produkten in unserem Test handelt es sich um Emulsionen. Das heißt, um flüssige Mixturen aus Wasser und Fett. Ob die Hersteller ihre Pflege Bodymilk oder Körperlotion nennen, kann – muss aber nicht – ein Hinweis auf das jeweilige Verhältnis von Fett und Wasser sein.

Körperlotionen haben meist einen höheren Wassergehalt. Als Körpermilch dagegen werden in der Regel reichhaltigere Emulsionen mit einem höheren Fettgehalt bezeichnet. Körperbutter bestand ursprünglich aus reinen Fetten und Wachsen, die bei Raumtemperatur fest sind. Erst durch die Wärme des Körpers schmelzen sie und lassen sich so auf der Haut verteilen.

Heute dagegen werden meist sehr gehaltvolle Emulsionen als Körperbutter verkauft. Hauptbestandteil sind flüssige Öle. Da sie aber – im Gegensatz zu den klassischen Körperbutterstücken – auch Wasser enthalten, müssen sie konserviert werden.

Diesen Test haben wir zuletzt im ÖKO-TEST Jahrbuch für 2021 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für das Jahrbuch Kosmetik für 2021 sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

Weiterlesen auf oekotest.de:

Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Testverfahren

Wir haben 46 Körperlotionen eingekauft, darunter 19 Naturkosmetik-Produkte und 27 konventionelle. Als zertifizierte Naturkosmetik akzeptieren wir nur seriöse Label wie Natrue oder Cosmos. Für 200 Milliliter der teuersten Lotion haben wir knapp 36 Euro bezahlt, für dieselbe Menge des günstigsten Produkts 46 Cent.

Wir ließen zunächst die Deklarationen auf den Verpackungen genau prüfen, etwa auf unerwünschte Kunststoffverbindungen, die der Umwelt Probleme bereiten können, und Duftstoffe, die Allergien auslösen können. Dann wollten wir wissen: Stecken in den Lotionen genau die jeweils deklarierten Duftstoffe? Wir schickten dafür alle Produkte ins Labor. Außerdem auf dem Prüfplan: Paraffine und Silikone und in paraffinhaltigen Produkten die Mineralölbestandteile MOAH, von denen manche möglicherweise Krebs erregen.

Die Schadstoffe bewerten wir unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe, das maßgeblich für das Gesamturteil ist. Es kann sich verschlechtern, wenn ein Produkt weitere Kunststoffverbindungen enthält oder unnötigerweise einen Umkarton, der kein Glas schützt.

Bewertungslegende 

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) Butylphenyl Methylpropional (in der Tabelle: Lilial); b) PEG/PEG-Derivate; c) mehr als 10 mg/kg Nitromoschus-Verbindungen (in der Tabelle: künstlicher Moschusduft); d) MOAH. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) mehr als ein Prozent Silikone/ Paraffine/Erdölprodukte; b) Propylparaben.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: a) Silikone, die weniger als 1 Prozent ausmachen, wenn nicht schon Paraffine/Silikone unter den Inhaltsstoffen abgewertet wurden, und/oder synthetische Polymere (hier: Acrylates/C10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer, Ammonium Acryloyldimethyltaurate/VP Copolymer, Ammonium Polyacryloyldimethyl Taurate, Carbomer, Hydroxyethyl Acrylate/Sodium Acryloyldimethyl Taurate Copolymer, Sodium Carbomer). Zur Abwertung um eine Note führt: Umkarton, der kein Glas schützt. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe.

Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "gut" ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" oder "ausreichend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "mangelhaft" oder "ungenügend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die von Herstellern ausgelobten Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.

Testmethoden

Testmethoden (je nach Zusammensetzung der Produkte): Diethylphthalat, deklarationspflichtige Duftstoffe, Moschusverbindungen, Cashmeran: Extraktion mit TBME, GC-MS. Parabene: Probe in geeignetem Lösungsmittel lösen, LC-UV. Formaldehyd/-abspalter: saure Wasserdampfdestillation, Derivatisierung mit Acetylaceton, Ausschütteln mit n-Butanol, Bestimmung mittels Fotometrie. MOSH, MOAH: LC-GC/FID, Charakterisierung mit GCxGC-TOF-MS. Paraffine/Erdölprodukte: NPLC/RI, GC-MS. PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: RöntgenfluAnnoreszenzanalyse. Halogenorganische Verbindungen: a) Heißwasserextraktion mit anschließender Zentrifugation und Membranfiltration, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts; b) Extraktion mit Essigester, Verbrennung des Extrakts im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. Aromatische Amine: Prüfung nach reduktiver Spaltung; Analytik entsprechend DIN EN 14362-1:2017-05. Bei Hinweisen auf 4-Aminoazobenzol zusätzliche Prüfung entsprechend DIN EN 14362-3:2017-05; Bestimmungsgrenze: 1 mg/kg. GC/MS und HPLC/DAD oder TLC; zusätzliche Prüfung auf Anilin und Xylidine.

Einkauf der Testprodukte: Juni 2019 

Diesen Test haben wir zuletzt im ÖKO-TEST Jahrbuch für 2021 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für das Jahrbuch Kosmetik für 2021 sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

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