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Bio-Zahnpasta im Test: Die beste Naturkosmetik für Ihre Zähne

Autor: Kai Thomas/Jürgen Steinert | Kategorie: Kosmetik und Mode | 22.03.2019

Bio-Zahnpasta im Test: Die beste Naturkosmetik für Ihre Zähne
Foto: ÖKO-TEST

Die meisten Bio-Zahnpasten für Erwachsene fallen durch unseren Test. Ihnen fehlt ein nachweisbarer Schutz vor Karies – denn sie enthalten kein oder zu wenig Fluorid. Checken Sie jetzt gratis, welche der Naturkosmetik wir noch empfehlen.

Wir putzen unsere Zähne jeden Tag – aber immer mit guter Zahnpasta? In konventioneller Zahncreme stecken oft Problemstoffe. Viele Menschen greifen daher zu Naturkosmetik mit natürlichen Inhaltsstoffen und auch ohne Fluorid. Aber was taugt solche alternative Zahnpasta wirklich?

Bio-Zahnpasta im Test schützt oft nicht vor Karies

Im Test: Wir haben 65 Bio-Zahnpasten für Erwachsene überprüft. Unter der zertifizierten Naturkosmetik finden sich Universal-Zahnpasten, aber auch welche für empfindliche und weißere Zähne, mit und ohne Fluoridzusatz. Wir haben uns alle Zutatenlisten ganz genau angeschaut und die Bio-Produkte umfangreich auf Problemstoffe analysieren lassen.

Das Ergebnis: In rund 80 Prozent der getesteten Bio-Zahnpasten für Erwachsene fehlt ein nachweisbarer Schutz vor Karies. In ihnen steckt kein oder zu wenig Fluorid. Sie fallen deshalb mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch. Denn die deutsche Zahnmedizin-Leitlinie empfiehlt Erwachsenen ausdrücklich fluoridhaltige Zahnpasta. Nur wer seine Zähne regelmäßig mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzt, beugt Kariesbefall nachweisbar vor.

Die Bio-Zahnpasten schneiden wegen dem häufig fehlenden Fluorid insgesamt auch schlechter als konventionelle Zahnpasten ab. Die meisten herkömmlichen Zahnpasten enthalten in unserem Zahnpasta-Test ausreichend Fluorid. Nur 13 fluoridhaltige Bio-Zahnpasten können wir mit "sehr gut" empfehlen. Eine ist noch "befriedigend".

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Fluoridhaltige Bio-Zahncreme ist nicht schädlich

Fluorid in Zahnpasta? Für Erwachsene ein Gesundheitsproblem, meint die Naturkosmetikbranche. Viele Verbraucher würden sich deshalb ganz bewusst gegen fluoridhaltige Produkte entscheiden, erklärte uns beispielsweise Laverana. Zwar sei durch kontrollierte Zufuhr von Fluoriden ein wirksamer Kariesschutz möglich. Doch es sei "unbestritten, dass Fluoride in extremen Überdosen für den menschlichen Organismus schädlich sind".

Das stimmt – Fluorid ist giftig. Aber eben nur, wenn der Stoff extrem überdosiert wird. Das ist mit fluoridhaltiger Zahnpasta unrealistisch. Auch wer Zahncreme beim Putzen immer komplett verschluckt, schafft das nicht. Aus einer Erwachsenenpaste, die maximal 0,15 Prozent Fluorid enthalten darf, würden so umgerechnet pro Tag etwa vier Milligramm Fluorid in den Körper gelangen. Das entspricht in etwa der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Tageszufuhr von 3,1 bis 3,8 Milligramm Fluorid.

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Inhaltsstoffe in Naturkosmetik meist einwandfrei

Sonst haben wir an den Inhaltsstoffen der Bio-Zahnpasten wenig zu kritisieren. Nur die Cattier Sanftes Zahnweiss Empfindliches Zahnfleisch enthält Natriumlaurylsulfat. Das in konventioneller Zahnpasta deutlich häufiger eingesetzte Schäumungsmittel kann die Schleimhäute reizen. Wir ziehen deshalb zwei Noten ab.

In der Pinus Vital Homöopathieverträgliche Zahncreme steckt Silbersulfat. Silber wirkt gegen Bakterien. Aus unserer Sicht ist sein immer häufigere Zusatz in Kosmetik unnötig. Er fördert die Resistenz von Bakterien gegen das Metall. Dies gefährdet seine Wirksamkeit, wenn sie tatsächlich nötig und hilfreich ist: beispielsweise in der Medizin zur Wundbehandlung.

Bio-Zahnpasta für weißere Zähne überzeugt nicht

Auf allen fünf Bio-Zahnpasten für weißere Zähne vermissen wir einen Hinweis, der falschen Erwartungen vorbeugt. Die Anbieter informieren nicht, dass das Aufhell-Ergebnis von der natürlichen Zahnfarbe abhängt. Zudem legten uns die Anbieter auf Anfrage kaum Studien zu den Effekten ihrer Produkten vor. Die wissenschaftliche Aussagekraft der wenigen Arbeiten, die wir zu Gesicht bekamen, überzeugte uns nicht.

Die Bio-Zahnpasten Ecodenta Salt Toothpaste for Sensitive Teeth und Logodent Sensitiv Kamille-Zahncreme richten sich an Menschen mit empfindlichen Zähnen. Gegen das schmerzhafte Ziehen beim Essen und Trinken enthalten sie Kaliumsalze. Diese können tatsächlich einen lindernden Effekt haben. Ihr Erfolg ist aber wissenschaftlich nicht garantiert, deshalb ziehen wir eine Note ab.

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Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Testverfahren

Bewertungslegende: Universal-Zahncremes, Zahncremes für empfindliche Zähne, Zahncremes für weißere Zähne

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Zur Abwertung um fünf Noten führt: Ethoxydiglycol. Zur Abwertung um jeweils vier Noten führen: a) kein Kariesschutz durch Fluorid und/oder keine Mengenangabe zum Fluoridgehalt und keine Fluorverbindung deklariert und/oder ein sehr geringer Fluoridgehalt (hier: 10 ppm);
b) Triclosan. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein geringer Fluoridgehalt von 500 bis < 1.000 ppm. b) Fluorverbindung deklariert, aber nicht der Fluoridgehalt; c) bei Zahncremes für empfindliche Zähne eine Beurteilung "Wirkung nicht nachvollziehbar"; d) Natriumlaurylsulfat; e) PEG/PEG-Derivate; f) halogenorganische Verbindungen (hier: Chlorhexidindigluconat, Bronopol). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Propylparaben; b) bei Zahncremes für empfindliche Zähne eine Beurteilung "kann wirken"; c) Silbersulfat.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel:Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) bei Zahncremes für weißere Zähne: keine Studie zum Produkt vorgelegt; b) bei Zahncremes für weißere Zähne: Verpackung gibt keinen Hinweis, dass das Ergebnis von der individuellen Zahnfarbe abhängt; c) synthetische Polymere (hier unter anderem: Carbomer, PVM/MA Copolymer, PVP, Dimethicone). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Deklarationsmangel: Zusatz eines Zinksalzes, aber kein Hinweis "nur für Erwachsene"; b) bei Zahncremes für weißere Zähne: Studie vorgelegt, aber mit Mängeln (wie Studie zur Ermittlung des PCR-Wertes, Studie mit Versuchen an Rinderzähnen oder nur Ausschnitte der Studie sichtbar); c) ein Umkarton, der kein Glas schützt oder keine Zahnbürste beeinhaltet (in der Tabelle "Umkarton"); d) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" oder "ausreichend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "mangelhaft" oder "ungenügend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten.

Bewertungslegende: Kinder- und Juniorzahncremes

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Zur Abwertung um jeweils vier Noten führen: a) mehr als 0,5 mg/kg Blei; b) mehr als 0,1 mg/kg Cadmium; c) mehr als 0,5 mg/kg Antimon; d) Triclosan. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) Natriumlaurylsulfat; b) PEG/PEG-Derivate; c) Zinksalze; d) keine Angabe, für welches Alter bzw. welche Zähne geeignet. Zur Abwertung um eine Note führt: mehr als 10 % Ausschöpfung der wöchentlich duldbaren Aufnahmemenge (TWI) für Aluminium (Annahme: Kind mit 10 kg Körpergewicht bei einer Zahncreme bis 3 Jahre bzw. 15 kg Körpergewicht bei einer Zahncreme ab 3 Jahren, einer Aufnahme von 0,2 g Zahncreme pro Tag durch Verschlucken).

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Zur Abwertung um jeweils vier Noten führen: a) kein Hinweis bezüglich mehrfacher Fluoridgaben bei fluoridhaltigen Zahncremes, es sei denn, eine Juniorzahncreme ist explizit nicht für Kinder unter 6 Jahren ausgelobt; b) keine Hinweise auf notwendige Fluoridgaben bei einer fluoridfreien Kinderzahncreme. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) keine oder unzureichende Dosierangaben bei fluoridhaltigen Kinderzahncremes (vgl. Dosierempfehlung der Zahnärzte: ein dünner Film 1x täglich ab Durchbruch der ersten Milchzähne bzw. nach den neuen Empfehlungen 2018 eine erbsengroße Menge 2x täglich bei einer Konzentration von 500 ppm Fluorid; eine erbsengroße Menge 2x täglich ab dem Alter von 2 Jahren); b) keine oder unzureichende Dosierangaben (keine Angabe, wie oft die Zähne geputzt werden sollten) bei fluoridfreien Kinderzahncremes; c) synthetische Polymere (hier: Carbomer). Zur Abwertung um eine Note führt: ein Umkarton, der kein Glas schützt und kein Zubehör (Fingerling/Fingerzahn) enthält.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" oder "ausreichend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "mangelhaft" oder "ungenügend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. 

Testmethoden

Halogenorganische Verbindungen: a) Heißwasserextraktion mit anschließender Membranfiltration; Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom; mikrocoulometrische Bestimmung des Halogengehalts; b) Extraktion mit Essigester, Verbrennung des Extrakts im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. Parabene (falls deklariert): HPLC-DAD nach Extraktion und Zugabe eines internen Standards. PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: Röntgenfluoreszenzanalyse. Ethoxydiglycol (falls deklariert): GC/MS nach Extraktion. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK; nur in schwarzen Zahncremes): GC-MSD; getestet auf 25 PAK EU/EPA/JECFA. Elemente (nur bei Kinderzahncremes und Juniorzahncremes): Totalaufschluss in der Mikrowelle, Elementbestimmung mittels ICP-MS.

Die Tests und ihre Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.