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22 Zahncremes für weiße Zähne im Test

Ich weiß nicht...

ÖKO-TEST Januar 2011 | Kategorie: Kosmetik und Mode | 31.12.2010

22 Zahncremes für weiße Zähne im Test

Zahnweißcremes suggerieren eine Aufhellung der Zähne. Doch ein dauerhafter Effekt ist nicht zu erwarten. Daher schneidet keine der 22 Pasten im Test besser als "befriedigend" ab. Und in punkto problematische Inhaltsstoffe sind günstigere No-Name-Varianten wieder einmal besser als Markenprodukte.

Laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ist der Umsatz bei Weißmacherzahncremes im Zeitraum von August 2009 bis Juli 2010 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als acht Prozent gestiegen. "Strahlend weiße Zähne" werden meist vorne auf der Tube versprochen. Hinten relativieren die Hersteller allerdings oft: Die Pasten sollen dabei unterstützen, das "natürliche Weiß" (wieder)zuerlangen. Sprich: Die Wiederherstellung der tatsächlichen Zahnfarbe soll das eigentliche Ziel des Putzens sein.

Die natürliche Zahnfarbe ist aber bei kaum einem Menschen ein strahlendes Weiß. Eher handelt es sich um einen gelbgräulichen Ton. Zudem wird der Zahnschmelz mit zunehmendem Alter dünner, wodurch die dunkleren inneren Schichten des Zahnes mehr hervortreten. Außerdem lagern sich Farbstoffe aus Kaffee, Tee, Rotwein und Nikotin im Zahnschmelz ab. Individuelle Faktoren wie die Zusammensetzung des Speichels, Mundhygiene und Ernährung spielen ebenfalls eine Rolle. Und Medikamente, etwa Psychopharmaka und Blutdruckpräparate, können Verfärbungen hinterlassen, wenn sie über das Blut in die Zähne gelangen.

Was können Zahnweißpasten also? Laut den Herstellern reinigen die Zahnweißcremes mit Putzkörpern, welche Beläge und äußerliche Verfärbungen entfernen und Phosphaten, die Beläge lockern. Alternativ zu Phosphaten werden auch oft Pyrophosphate eingesetzt, die die Bildung von Zahnstein verhindern sollen. Zahnstein bewirkt, dass Verfärbungen hartnäckiger haften.

Putzkörper, Phosphate und Pyrophosphate finden sich allerdings auch in klassischen Zahncremes. Und der sogenannte RDA-Wert, der helfen soll, die Schleifwirkung einzuordnen, muss bei Zahnweißcremes auch nicht höher sein als bei normalen Pasten.

ÖKO-TEST hat 22 Zahnweißcremes eingekauft, wie sie in Apotheken, Drogerien, Discountern und Supermärkten erhältlich sind. Die Preisspanne reicht von 59 Cent bis hin zu stolzen 12,70 Euro pro Tube. Wir haben den suggierten Effekt unter die Lupe genommen und die Pasten auf bedenkliche und umstrittene Inhaltsstoffe testen lassen.

Das Testergebnis

Dauerhaft die Zähne aufhellen, das kann keine der sogenannten Zahnweißpasten: "Zahnweißcremes führen nicht zu einer Aufhellung der Zahnhartsubstanz, sondern können helfen, Farbauflagerungen auf den Zähnen zu entfernen", stellt Professor Thomas Attin, Direktor der Klinik für Präventivzahnmedizin, Paradontologie und Kariologie der Universität Zürich, klar. Schon per Definition dürfen die Pasten die Zahnsubstanz nicht verändern. Laut Kosmetikverordnung ist nämlich der ausschließliche Zweck von Zahncremes, die Zähne zu reinigen, sie zu schützen beziehungsweise, sie in gutem Zustand zu halten.

Zwischen klassischen Zahncremes und Zahnweißpasten gibt's kaum Unterschiede

"Im Grunde gibt es zwischen Zahnweißpasten und normalen Zahncremes keinen wesentlichen Unterschied", sagt der Leiter der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde und Präventive Zahnheilkunde in Gießen, Professor Joachim Klimek. Dies bestätigen auch die Erfahrungen des Zahnarzts Dr. Armin Jäkel aus Eckernförde: "Ich habe an den Zähnen meiner Patienten, die spezielle Zahnweißpasten verwenden, noch nie einen besonderen Effekt gesehen, der sich von normalen Zahncremes unterscheiden würde."

Blauer Farbstoff soll weißere Zähne vorgaukeln, doch unabhängige Studien fehlen

Bei einigen Zahnweißpasten wird allerdings zusätzlich mit besonderen Inhaltsstoffen geworben. So verspricht der Hersteller der Signal White Now einen rein optischen Effekt durch einen blauen Farbstoff, der die Zähne "sofort sichtbar weißer erscheinen" lasse. Eine Wirkung, die "einige Stunden" anhalten soll. Die Farbe des Zahns erscheine durch den Stoff, der sich auf den Zahn legt, weniger gelb beziehungsweise weißer.

Leider sind alle auffindbaren Studien dazu vom Hersteller Unilever selbst verfasst. Doch auch, wenn's funktionieren sollte: Mehr als der beworbene optische Kurzzeiteffekt scheint ohnehin nicht drin. Außerdem ist der blaue Farbstoff auch in sieben anderen Pasten zu finden, ohne dass deren Hersteller damit besondere Versprechungen verbinden.

Die Firma Johnson & Johnson, Hersteller von Rem-brandt Complete Mint, setzt auf das Enzym Papain und einen Zitronensäurepuffer. Befragt nach der Wirkweise und Studien dazu, liefert Johnson & Johnson lediglich Zusammenfassungen von Studien über alle möglichen Rembrandt-Zahnpasten, die aber die Frage nach der Wirksamkeit der Rembrandt Complete Mint nicht beantworten können. Professor Thomas Attin von der Uni Zürich sagt, dass Papain eiweißhaltige Zahnauflagerungen spalten könne und der Zitronensäurepuffer dafür sorgen solle, dass das Enyzm wirken könne. Ein prinzipiell vorstellbarer Mechanismus - doch ohne Studien über die konkrete Paste lässt sich die Wirksamkeit nicht belegen.

Wir werteten also unter Weitere Mängel die von den Hersteller suggerierte, aber nicht belegbare Zahnaufhellung durch die Pasten durchweg ab. Deshalb kann keines der getesteten Produkte besser als "befriedigend" abschneiden.

Wer mit einer der 13 "befriedigenden" Pasten seine Zähne putzen will, muss nicht tief in den Geldbeutel greifen. Denn die großen Marken schneiden deutlich schlechter ab als die No-Name-Produkte: Für sämtliche Markenprodukte hagelt es ein "mangelhaft" oder "ungenügend". Dies liegt an problematischen Inhaltsstoffen.

Mit desinfizierenden Substanzen wird der Mund "tot" gemacht

Mancher Hersteller meint nach wie vor, die Mundhöhle desinfizieren zu müssen. So findet sich der Bakterienkiller Triclosan, der häufig mit Dioxinen verunreinigt ist, in der Colgate Total Whitening. Wir werteten dies um vier Noten ab.

Das Tensid Natriumlaurylsulfat (NLS), das neun der untersuchten Pasten enthalten, soll reinigen und schäumt stark. Da es die Mundschleimhaut reizen kann, werteten wir um zwei Noten ab.

Einige Hersteller setzen umstrittene Farbstoffe und Tenside ein. Das muss nicht sein, wie andere Produzenten beweisen.

Der rote Farbstoff (CI 73360) in der Blend-a-med 3D White und der grüne Farbstoff (CI 74260) in der Dr. Best Brillantweiss werden um zwei Noten abgewertet. Sie gehören zur Gruppe der umstrittenen halogenorganischen Verbindungen. In der Odol-med 3 Extra White befinden sich sowohl der rote als auch grüne Farbstoff. Beim in der Rembrandt Complete Mint enthaltenen Farbstoff Tartrazin (CI 19140) besteht ein starker Verdacht, dass er bei oraler Aufnahme Unverträglichkeitsreaktionen wie Hautausschläge, Juckreiz, Asthma, Ödeme oder Schnupfen hervorrufen kann.

Vier Zahnpasten enthalten PEG/PEG-Derivate. Diese werden als Tenside zur Reinigung eingesetzt. Sie können die Haut aber auch durchlässiger für Fremd- und eventuell auch Schadstoffe machen. Wir werteten den Einsatz um zwei Noten ab.

So reagierten die Hersteller

GlaxoSmithKline Consumer Healthcare schreibt, dass die in Odol-med 3 Extra White und Dr. Best Brillantweiss gefundenen PEG-Derivate "seit Jahrzehnten weltweit bei nahezu allen marktgängigen Zahncremes" eingesetzt würden. In 18 der 22 Pasten verzichten die Hersteller aber darauf. Es gibt ökologisch und gesundheitlich verträgliche Alternativen. Außerdem argumentiert GlaxoSmithKline mit einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) von 1993, laut der das Putzen mit Pasten, die weniger als zwei Prozent des Schaummittels NLS enthalten, Zahnfleischentzündungen reduziere. Laut DGZMK ist die Stellungnahme jedoch nicht mehr gültig und es gibt noch keine neue.

Backpulver und Salz sind kein Zahnpastaersatz

Im Internet kursieren Tipps, die Zähne mit Backpulver oder Salz zu schrubben, um sie weißer zu bekommen. Davon halten Experten wie Professor Joachim Klimek allerdings wenig. Und zwar nicht nur, weil Konsistenz und Geschmack gewöhnungsbedürftig sind. "Eine normale Zahnpasta ist mit ihren Inhaltsstoffen darauf abgestimmt, die Zähne bestmöglich zu reinigen und nicht anzugreifen", sagt der Leiter der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde und Präventive Zahnheilkunde in Gießen.

Bleaching hellt die Zähne mit Wasserstoffperoxid auf

Das Bleaching mit Wasserstoffperoxid gibt es als kosmetische Behandlung beim Zahnarzt, aber auch als Do-it-yourself-Produkte in der Drogerie oder Apotheke. Dabei handelt es sich um mit Bleichgel gefüllte Schienen, aufklebbare Zahnweißstreifen oder Gele, die man auf die Zähne pinselt. Die günstigeren freiverkäuflichen Mittel enthalten geringere Bleichmittelmengen. Anwendungsfehler können ein gereiztes Zahnfleisch oder ein fleckiges Gebiss verursachen. Im ÖKO-TEST Zahnaufheller schnitten die Bleichmittel vom Zahnarzt besser ab. In den Praxen muss man mit Kosten in Höhe von etwa 300 Euro pro Kiefer rechnen. Die Summe hängt von der Anzahl der zu bleichenden Zähne und der Methode ab. Am besten bittet man vorab um eine Gebührenaufstellung.

Vor dem Bleichen zum Zahnarzt

Vor dem Bleaching müssen die Zähne professionell gereinigt werden. Undichte Füllungen können zu sensiblen Zähnen und Schmerzen führen, wenn Bleichmittel eindringt. Kronen, Füllungen oder Verblendschalen lassen sich nicht aufhellen und müssen nach dem Bleaching auf eigene Kosten ausgetauscht werden. Je nach ursprünglicher Zahnfarbe ist eventuell nur eine geringe Aufhellung möglich, die nicht einem Hollywoodlächeln entspricht. Dauerhaft ist die Aufhellung nicht, etwa nach drei Jahren muss nachgebessert werden.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Strahlend weiße Zähne sind ein Schönheitsideal. Zahnweißcremes erfreuen sich dementsprechend laut Gesellschaft für Konsumforschung großer Beliebtheit und sorgen in der Industrie für ein Umsatzplus. Wir kauften sowohl große Marken als auch Eigenmarken von Drogeriemärkten, Discountern und Supermärkten ein.

Die Inhaltsstoffe

In der Vergangenheit hatten wir bereits in Zahnweißcremes das schäumende Natriumlaurylsulfat (NLS), das die Mundschleimhaut reizen kann, umstrittene halogenorganische Verbindungen und PEG/PEG-Derivate bemängelt, für die es unbedenkliche Alternativen gibt. Uns interessierte natürlich, ob die Pastenhersteller diese problematischen Inhaltsstoffe noch immer einsetzen.

Fluoride machen den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Karies. Deshalb ist der Zusatz von 1.000 bis 1.500 mg/kg auch in Zahnweißcremes für Erwachsene und Schulkinder wünschenswert, und eine Angabe zum Fluoridgehalt muss auf der Tube zu finden sein. Wir prüften: Kommen die Anbieter der Zahnweißpasten dieser Aufforderung nach?

Der Effekt

Die Hersteller selbst relativierten auf die Frage nach der Wirkungsweise ihrer Produkte dahingehend, dass diese dazu beitragen könnten, die natürliche Zahnfarbe (wieder) zu erhalten. Die Wirkung des Zähneputzens ist damit zu einem großen Teil von individuellen Faktoren wie Ursprungszahnfarbe, Grund der Verfärbungen - Koffein, Nikotin oder etwa Medikamente - und auch von der Art und Weise des Putzens abhängig. Vorab hatten wir die Anbieter gebeten, uns Studien zuzuschicken, die den Weißmachereffekt ihrer Pasten belegen. Einige wenige, darunter die großen Firmen Colgate-Palmolive und Procter & Gamble, antworteten gar nicht. Von anderen Anbietern wurden kaum unabhängige Studien geschickt, meist war die Kosmetikindustrie Auftraggeber. Manche zogen Studien heran, in denen zwar Wirkstoffe untersucht wurden, die aber in anderen Zahnpasten als den getesteten stecken. Mehrere schickten dieselben Studien und hatten damit offenbar nur wenige wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit ihres Produktes. Handfeste Nachweise für Vorteile von Zahnweißcremes im Vergleich zu klassischen Pasten lieferte kein Anbieter.

Die Bewertung

Die sogenannten Zahnweißcremes können - allen Werbeversprechen zum Trotz - Zähne nicht weißer machen, als sie von Natur aus sind. Dies werteten wir unter Weitere Mängel um vier Noten ab, so dass keines der getesteten Produkte besser als "befriedigend" abschneiden kann. Ansonsten sollen auch Zahnweißpasten die Zähne pflegen, vor Karies schützen und die Schleimhaut nicht reizen - genauso wie die normalen Allrounder. Problematische Inhaltsstoffe haben darin nichts zu suchen. Zwar enthalten alle untersuchten Zahnpasten Aroma. Aber weil die Mundschleimhaut laut Professor Axel Schnuch, Leiter des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken, als allergologisch weniger anfällig gilt, werteten wir den Einsatz dieser Stoffe nicht ab. Sämtliche Produkte enthalten laut den Angaben auf der Tube die für Erwachsene und Schulkinder wünschenswerte Dosierung an Fluorid. Leider weisen aber viele Anbieter nicht darauf hin, dass die Pasten damit eindeutig nicht für Kinder unter sechs Jahren geeignet sind. Dies werteten wir unter Weitere Mängel um eine Note ab. Ebenfalls eine Note Abzug gibt es für einen überflüssigen Umkarton.

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GlaxoSmithKline
ungenügend
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Dental-Kosmetik
ungenügend
Odol-med 3 Extra White
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GlaxoSmithKline
ungenügend
Rembrandt Complete Mint
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Johnson & Johnson
ungenügend
Signal White Now
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Unilever
ungenügend

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Strahlend weiße Zähne sind ein Schönheitsideal. Zahnweißcremes erfreuen sich dementsprechend laut Gesellschaft für Konsumforschung großer Beliebtheit und sorgen in der Industrie für ein Umsatzplus. Wir kauften sowohl große Marken als auch Eigenmarken von Drogeriemärkten, Discountern und Supermärkten ein.

Die Inhaltsstoffe

In der Vergangenheit hatten wir bereits in Zahnweißcremes das schäumende Natriumlaurylsulfat (NLS), das die Mundschleimhaut reizen kann, umstrittene halogenorganische Verbindungen und PEG/PEG-Derivate bemängelt, für die es unbedenkliche Alternativen gibt. Uns interessierte natürlich, ob die Pastenhersteller diese problematischen Inhaltsstoffe noch immer einsetzen.

Fluoride machen den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Karies. Deshalb ist der Zusatz von 1.000 bis 1.500 mg/kg auch in Zahnweißcremes für Erwachsene und Schulkinder wünschenswert, und eine Angabe zum Fluoridgehalt muss auf der Tube zu finden sein. Wir prüften: Kommen die Anbieter der Zahnweißpasten dieser Aufforderung nach?

Der Effekt

Die Hersteller selbst relativierten auf die Frage nach der Wirkungsweise ihrer Produkte dahingehend, dass diese dazu beitragen könnten, die natürliche Zahnfarbe (wieder) zu erhalten. Die Wirkung des Zähneputzens ist damit zu einem großen Teil von individuellen Faktoren wie Ursprungszahnfarbe, Grund der Verfärbungen - Koffein, Nikotin oder etwa Medikamente - und auch von der Art und Weise des Putzens abhängig. Vorab hatten wir die Anbieter gebeten, uns Studien zuzuschicken, die den Weißmachereffekt ihrer Pasten belegen. Einige wenige, darunter die großen Firmen Colgate-Palmolive und Procter & Gamble, antworteten gar nicht. Von anderen Anbietern wurden kaum unabhängige Studien geschickt, meist war die Kosmetikindustrie Auftraggeber. Manche zogen Studien heran, in denen zwar Wirkstoffe untersucht wurden, die aber in anderen Zahnpasten als den getesteten stecken. Mehrere schickten dieselben Studien und hatten damit offenbar nur wenige wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit ihres Produktes. Handfeste Nachweise für Vorteile von Zahnweißcremes im Vergleich zu klassischen Pasten lieferte kein Anbieter.

Die Bewertung

Die sogenannten Zahnweißcremes können - allen Werbeversprechen zum Trotz - Zähne nicht weißer machen, als sie von Natur aus sind. Dies werteten wir unter Weitere Mängel um vier Noten ab, so dass keines der getesteten Produkte besser als "befriedigend" abschneiden kann. Ansonsten sollen auch Zahnweißpasten die Zähne pflegen, vor Karies schützen und die Schleimhaut nicht reizen - genauso wie die normalen Allrounder. Problematische Inhaltsstoffe haben darin nichts zu suchen. Zwar enthalten alle untersuchten Zahnpasten Aroma. Aber weil die Mundschleimhaut laut Professor Axel Schnuch, Leiter des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken, als allergologisch weniger anfällig gilt, werteten wir den Einsatz dieser Stoffe nicht ab. Sämtliche Produkte enthalten laut den Angaben auf der Tube die für Erwachsene und Schulkinder wünschenswerte Dosierung an Fluorid. Leider weisen aber viele Anbieter nicht darauf hin, dass die Pasten damit eindeutig nicht für Kinder unter sechs Jahren geeignet sind. Dies werteten wir unter Weitere Mängel um eine Note ab. Ebenfalls eine Note Abzug gibt es für einen überflüssigen Umkarton.