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Wenn Babys zahnen: Helfen Bernsteinkette, Veilchenwurzel & Co.?

Autor: Redaktion | Kategorie: Kinder und Familie | 25.08.2020

Babys und die ersten Zähne: Wir geben Tipps, wie Sie die Schmerzen Ihres Kindes beim Zahnen etwas lindern können.
Foto: Ivan Kislitsin/Shutterstock

Kurz bevor die ersten Zähne durch das Zahnfleisch blitzen, leiden die meisten Babys unter Schmerzen. Doch woran erkennen Eltern, wann Babys zahnen, und wie können Sie helfen? Mit diesen Hausmitteln können Sie Zahnungsschmerzen lindern.

Wann Babys ihre ersten Zähne bekommen, ist sehr unterschiedlich. Ähnlich sind allerdings die Beschwerden, die damit einhergehen: Zahnende Babys schlafen oft schlecht, bekommen Fieber und sind quengelig. Wir beantworten drei wichtige Frage zum Thema: 

Ab wann zahnen Babys? 

Bei den meisten Babys bricht das erste Zähnchen im Alter von sechs bis acht Monaten durch, in der Regel ist es einer der unteren Schneidezähne. Bei einigen Säuglingen geschieht dies auch früher, und manche kommen sogar schon mit einem Zahn im Mund auf die Welt. Zeigt sich der erste Zahn des Babys erst mit einem Jahr, ist das weder ein Grund zur Sorge noch ein Hinweis auf Entwicklungsstörungen. Bis alle 20 Milchzähne durchgebrochen sind, vergehen im Durchschnitt zwei bis drei Jahre. 

Symptome beim Zahnen 

Bei den wenigsten Kindern geht das Zahnen völlig problemlos über die Bühne. Sechs Anzeichen, anhand derer Sie merken, dass ein Zahn durchbricht:

  1. Zahnende Babys sind oft quengelig und weinen häufiger.
  2. Sie schlafen unruhig und schlecht.
  3. Sie kauen auf Gegenständen oder der eigenen Hand herum.
  4. Babys, die zahnen, haben vermehrten Speichelfluss. Dadurch kann auch die Haut um den Mund wund werden.
  5. Häufig röten sich die Wangen des Kindes.
  6. Babys bekommen auch oft Fieber beim Zahnen.
Erste Zähne: Was hilft, wenn Babys zahnen?
Erste Zähne: Was hilft, wenn Babys zahnen? (Foto: Fotolia )

Diese Hausmittel helfen Babys bei Zahnungsschmerzen

    Massage und Ablenkung: Eltern können mit der sauberen Fingerkuppe vorsichtig das Zahnfleisch massieren, wenn die Babys das zulassen. Auch andere Formen der Zuwendung und Ablenkung wie Kuscheln, Streicheln und Spielen nehmen die Kleinen dankbar an.

    Nähe und Geborgenheit: Wenn die Zähnchen durchbrechen, brauchen Babys viel Nähe und Geborgenheit. Auch wenn es anstrengend ist: Tragen Sie Ihr Baby jetzt möglichst viel. Tragen, Wiegen und Schaukeln beruhigen das Baby bei Unruhe und Schmerzen. Wenn Sie gerne singen: Auch das hilft, das Baby (und sich selbst) zu beruhigen.

    Kühler Löffel: Auch ein kühler Löffel hilft. Wegen der Verletzungsgefahr aber bitte nur unter Aufsicht.

    Kamillelösungen oder Salbeillösungen: Kamille- oder Salbeilösungen haben eine leicht desinfizierende Wirkung. Einige Tropfen in lauwarmes, abgekochtes Wasser geben und mit einem Wattestäbchen auf die geröteten Stellen im Mund auftragen.

    Was hilft außerdem, wenn Babys zahnen? Gekühlte Beißringe. Welche Modelle unbedenklich sind, können Sie in unserem Beißring-Test aus Februar 2020 nachlesen. Wir können auch "sehr gute" Beißringe ganz ohne Plastik und Silikon empfehlen. Die Beißringe sind dann aus Naturkautschuk oder aus Holz und Textil.

    Jetzt lesen: Welche Beißringe wir im Test empfehlen können

    Hilft die Bernsteinkette bei Schmerzen beim Zahnen?

    Bernstein ist ein gelblicher Schmuckstein aus fossilem Harz. Durch die Körperwärme sollen ätherische Öle freigesetzt werden, die dem Baby beim Zahnen helfen sollen. Eine Bernsteinkette um den Hals ist allerdings nicht hilfreich. Die Wirkung ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Außerdem besteht die Gefahr, dass Kinder mit den Ketten hängenbleiben und sich strangulieren. Reißt die Kette, ist es denkbar, dass Babys Perlen oder Steinchen verschlucken. 

    Wenn Sie Ihrem Baby nichtsdestotrotz eine Bernsteinkette geben möchte, dann achten Sie unbedingt darauf, dass es diese nur trägt, wenn Sie es gut im Blick haben. Nachts sollten Sie die Kette auf jeden Fall abnehmen.

    Babys zahnen: Diese Beißhilfen sehen wir kritisch 

    Veilchenwurzel: Veilchenwurzeln haben durch ihren Gehalt an ätherischen Ölen einen angenehmen Geruch und Geschmack. Doch Vorsicht: Die Wurzeln verkeimen leicht und können trotz des Auskochens noch Keime enthalten. Zudem besteht die Gefahr, dass das Baby die Wurzel verschluckt. Die Benutzung sollte daher nur unter Aufsicht von Erwachsenen erfolgen. Wichtig: Die Wurzel nach jedem Gebrauch auf Brüchigkeit zu untersuchen. 

    Möhre: Vorsicht ist auch bei Möhren geboten: Beim Nagen an Karotten können sich größere Stücke lösen und in die Luftröhre gelangen. 

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