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Ratgeber: Stillen

Weißes Gold

Spezial Schwangerschaft | Kategorie: Kinder und Familie | 20.11.2015

Ratgeber: Stillen

Es gibt für ein Baby einfach nichts Besseres als Muttermilch. Sie ist optimal an seinen Bedarf angepasst, unterstützt seine gesunde Entwicklung und ist immer verfügbar. Die meisten Frauen brauchen anfangs Anleitung, doch dann klappt das Stillen in aller Regel problemlos.

Sie ist so vielfältig, gesund und genial praktisch, dass man sie glatt erfinden müsste, wenn Mutter Natur unseren Bauplan nicht schon entsprechend programmiert hätte: Muttermilch. Sie enthält alles, was der kindliche Körper anfangs benötigt, ist jederzeit verfügbar, stets richtig temperiert - und kostet nichts. Kurz: Sie ist einfach unschlagbar und nach Ansicht aller Experten das Beste, was man seinem Baby geben kann.

Noch Mitte der 80er-Jahre war das Stillen umstritten. Müttern wurde damals geraten, ihre Milch auf Rückstände von Umweltchemikalien untersuchen zu lassen und bei hoher Belastung das Stillen einzuschränken. Mittlerweile ist die Belastung der Muttermilch mit klassischen Schadstoffen zum Glück rückläufig. Allerdings finden sich seit einigen Jahren Spuren von Weichmachern und Flammschutzmitteln in der Muttermilch. Dennoch raten Experten zu stillen, weil die Vorteile die Risiken überwiegen.

So macht der in Muttermilch enthaltene Milchzucker das Kind satt und unterstützt den Aufbau einer gesunden Darmflora. Ungesättigte Fettsäuren sorgen für eine gesunde Entwicklung des Gehirns, und Immunstoffe schützen das Baby vor vielen Krankheiten. Oder vor Allergenen, denn die Abwehrstoffe, die im weißen Gold stecken, legen sich wie ein Film schützend auf die Darmschleimhaut des Babys. Zudem akzeptiert der Organismus das Milcheiweiß der Muttermilch als arteigen.

Darüber hinaus scheint sich das Stillen auch positiv auf den Intelligenzquotienten auszuwirken. Brasilianische Wissenschaftler der Universität Pelotas kamen jüngst zu dem Ergebnis, dass Kinder, die drei Monate lang voll gestillt wurden, ein Plus von 0,7 Punkten auf der IQ-Skala erreichten; ein ganzes Jahr Vollstillen brachte sogar vier Punkte mehr. Bekamen die Babys noch andere Nahrung, halbierte sich dieser Effekt.

Gingen frühere Empfehlungen noch davon aus, das Kind idealerweise ein halbes Jahr lang voll zu stillen, stimmen Ärzte, Hebammen und Ernährungswissenschaftler mittlerweile darin überein, das Baby am besten nur bis zum Beginn des fünften Lebensmonats ausschließlich mit Muttermilch zu versorgen. Denn für die Annahme, volles Stillen über den vierten Lebensmonat hinaus sorge für einen zusätzlichen Allergieschutz, hat sich in neueren Studien kein Nachweis finden lassen. Dann jedoch, spätestens aber mit Beginn des siebten Monats, wird es Zeit für die erste Beikost - auch wenn das Kind für die restlichen Mahlzeiten noch an die Brust gelegt wird.

Stillen kann jede Frau, egal wie groß oder klein ihre Brüste sind. Das Gewebe der Brust reift bereits während der Schwangerschaft und bereitet sich so auf die Milchproduktion vor. In der Regel haben alle Frauen genug Milch - zumindest in den ersten, besonders wichtigen Monaten. Schon kurz nach der Geburt können die Winzlinge an die Brust angelegt werden; in der ersten Lebensstunde ist der Saugreflex bei einem Baby groß. Automatisch beginnt das Kind, an der Brustwarze zu saugen, und setzt so den Milchfluss in Gang. In den ersten Tagen bek

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vom 20.11.2015
Abrufpreis: 1,32 €

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Erschienen am 20.11.2015

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