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Baby-Waschlotion im Test: Wie gut sind Bübchen, Hipp & Co.?

Magazin Februar 2021: Gute Milch | Autor: Jörg Döbereiner | Kategorie: Kinder und Familie | 28.01.2021

Baby-Waschlotion im Test: Welche sind die besten Baby-Waschgele?
Foto: ÖKO-TEST

Hautpflegeprodukte für Babys sollen besonders sanft sein. Doch sind sie das wirklich? Wir haben 20 Baby-Waschgele und Baby-Waschlotionen getestet. Das Ergebnis ist erfreulich: Der Großteil ist empfehlenswert.

  • Der Großteil der Baby-Waschgele und Baby-Waschlotionen im Test ist mit "sehr gut" empfehlenswert. 
  • Positiv fällt auf: Die Hersteller verzichten auf allergieauslösende Duft- und Konservierungsstoffe.
  • Ärgerlich: Zwei der getesteten Baby-Waschlotionen enthalten umstrittene PEG-Verbindungen.

Baby-Waschgele und Baby-Waschlotionen werden von den Herstellern häufig damit beworben, besonders sanft zu sein: mit hautfreundlichem pH-Wert, milden Tensiden und frei von bedenklichen Stoffen. Unser Test zeigt: Die allermeisten Waschgele und -lotionen für Babys verzichten tatsächlich komplett auf Problemstoffe. Deswegen erhält der Großteil der getesteten Produkte von uns die Bestnote.

Baby-Waschlotion im Test: Hersteller machen viel richtig

Was machen die zähflüssigen Waschhelfer richtig? Vor allem lassen sie viel Unnötiges weg, das wir in Kosmetikprodukten sonst oft kritisieren: zum Beispiel besonders allergieauslösende Duft- oder Konservierungsstoffe. Oder Paraffine aus Erdöl, die mit Problemstoffen verunreinigt sein können.

Baby-Waschlotion im Test: Testergebnisse als ePaper kaufen

Weniger ist mehr – daran könnten sich manche Kosmetika für Erwachsene ein Beispiel nehmen. Und es spricht ja nichts dagegen, dass Eltern ihrer eigenen Haut etwas Gutes tun und die "sehr guten" Waschprodukte ihrer Kinder auch selbst verwenden. Die sind ja ohnehin oft "für die ganze Familie" ausgelobt.

Problematische Stoffe in zwei Baby-Waschgelen

Es gibt jedoch auch Grund zur Kritik. Denn nicht alle Baby-Waschgele und Baby-Waschlotionen im Test haben eine komplett saubere Weste. Ärgerlich finden wir, dass zwei der getesteten Produkte PEG-Verbindungen enthalten. Diese Stoffe sind umstritten, weil sie die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können.

In Waschgelen dienen sie als Tenside, also als schäumende, waschaktive Substanzen. Viele PEG-Verbindungen sind in der Inhaltsstoffliste daran zu erkennen, dass sie "PEG" oder "Laureth" im Namen tragen.

Baby-Waschgele und Baby-Waschlotionen im Test: Wir haben 20 Produkte untersucht.
Baby-Waschgele und Baby-Waschlotionen im Test: Wir haben 20 Produkte untersucht. (Foto: FotoAndalucia/Shutterstock)

Das Problem mit synthetischen Polymeren

Kritisch sehen wir auch die Verwendung des synthetischen Polymers Polyquaternium-10. Es steckt in einem der beiden Baby-Waschgelen im Test, die wir aufgrund von enthaltenen PEG-Verbindungen bemängeln.

Bei Polyquaternium-10 handelt es sich um einen Kunststoff, der über das Abwasser in die Umwelt gelangen kann. Wie genau es sich dort verhält, ist noch nicht gut erforscht. Deswegen werten wir Waschgelrezepturen, die synthetische Polymere enthalten, ab. Das ist in unserem Baby-Waschlotionen-Test genau einmal der Fall. Die anderen Produkte zeigen, dass es auch ohne diese Stoffe geht.

Positiv: Der Anbieter teilte uns mit, im Baby-Waschgel künftig auf Polyquaternium-10 verzichten zu wollen.

Baden mit Baby-Waschlotion oder Baby-Waschgel

Wir haben drei Tipps für Sie: 

  1. Baby-Waschgel oder Baby-Waschlotion sanft auftragen und danach gut abspülen. Oder ein paar Spritzer ins Badewasser geben.
  2. Tägliches Baden trocknet die empfindliche Babyhaut aus. In den ersten drei Monaten reicht einmal pro Woche, danach ein bis zweimal.

  3. Am Anfang reichen zehn Minuten in der Badewanne aus. Mit zunehmendem Alter spricht nichts gegen ein längeres Bad.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

Weiterlesen auf oekotest.de:


Testverfahren

Wir haben 20 Waschgele und -lotionen für Kinder eingekauft, darunter Marken von Drogerieketten und Supermärkten sowie sechs zertifizierte Naturkosmetikprodukte. Für die günstigsten Produkte haben wir knapp einen Euro pro 200 Milliliter bezahlt; das teuerste kostet laut Anbieter mehr als neunmal so viel.

Die Produkte ließen wir in spezialisierten Laboren gründlich untersuchen: auf Formaldehyd/-abspalter, auf Duftstoffe, die Allergien auslösen können, auf Moschusverbindungen, die sich im Fettgewebe anreichern. Zudem fahndeten die Labore nach Diethylphthalat, das den Schutzmechanismus der Haut beeinflussen kann, und nach halogenorganischen Verbindungen, von denen viele als allergisierend gelten und sich in der Umwelt anreichern. Schließlich ließen wir die Verpackungen auf umweltbelastende chlorierte Verbindungen analysieren. Über die Deklaration erfassten wir PEG/PEG-Derivate – sie können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen – und synthetische Polymere, die wir aus Gründen des Umweltschutzes kritisieren.

Bewertungslegende 

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um eine Note: PEG/PEG-Derivate.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: synthetische Polymere (hier: Polyquaternium-10). Zur Abwertung um eine Note führt: Auslobung "essbar" auf der Vorderseite eines Kosmetikprodukts, wobei auf der Rückseite steht: "Das Produkt ist kein Lebensmittel und soll nicht verzehrt werden."

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.

Testmethoden

Testmethoden (je nach Zusammensetzung der Produkte):

Deklarationspflichtige Duftstoffe, Moschus-Verbindungen, Cashmeran, Diethylphthalat: Extraktion mit TBME, GC-MS.

Formaldehyd/-abspalter: Wasserdampfdestillation, Derivatisierung mit Acetylaceton, Ausschütteln mit n-Butanol, Bestimmung mittels Fotometrie.

Halogenorganische Verbindungen: 1. Heißwasserextraktion, Zentrifugation und Membranfiltration, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. 2. Extraktion mit Essigester, Verbrennung des Extrakts im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts.

PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Einkauf der Testprodukte: Oktober 2020

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