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24 Kindersicherungen im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2015
vom 09.01.2015

Kindersicherungen

Alarmstufe Rot!

Treppenschutzgitter, Steckdosenschutz und Co. sollen unsere Kinder vor Unfällen schützen. Gefährlich wird es allerdings, wenn die vermeintliche Sicherung ihre Aufgabe nicht erfüllt. Vier Produkte fallen im Test wegen erheblicher Sicherheitsmängel durch.

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09.01.2015 | Alles ist neu, alles ist spannend. Wenn die Kleinen mit dem Krabbeln loslegen, fängt auch die große Entdeckungstour an. Die Neugier ist enorm, jede Schublade, jedes Bücherregal lädt zum Spielen ein. Mamas und Papas kennen das: Wenn es plötzlich still wird, ist die Überraschung der Eltern oft am größten: Farbe an der Wand, die neue Vase in Scherben oder Mamas Lippenstift im glücklichen Kindergesicht. Dabei bleiben Schrammen und Beulen nicht aus, sie lassen sich auch kaum vermeiden.

Vor Schlimmerem will man die Kinder aber behüten. Auf dem Markt finden Eltern inzwischen viele Produkte, die die Verletzungsgefahr für die kleinen Entdecker verringern sollen. Für all diese Produkte gilt: Die Sicherungen helfen nur dann, wenn sie wirklich richtig funktionieren. Doch auch die beste Kindersicherung bietet keinen hundertprozentigen Schutz. Auf Kinder muss man nun mal aufpassen. Giftige Putzmittel beispielsweise sollte man am besten - Sicherung hin oder her - in einem abschließbaren Schrank verstauen oder in einem Raum, in dem sich die Kinder nicht aufhalten.

Wir haben 24 Produkte für den kindersicheren Alltag in die Labore geschickt und auf Herz und Nieren untersuchen lassen.

Das Testergebnis

Ausgerechnet zwei Tür- beziehungsweise Treppenschutzgitter sowie zwei Herdschutzgitter fallen im Test durch, weil sie erhebliche Sicherheitsmängel aufweisen. "Sehr gut" waren drei Steckdosensicherungen und sowohl beim Eckenschutz, bei Schrank- und Schubladensicherungen sowie Türschutzgittern können Eltern auf Produkte zurückgreifen, die unseren Test mit "gut" abgeschlossen haben.

Beim Türschutzgitter von Roba ließ sich im Labor eine Schablone mit wenig Druck durch die Zwischenräume schieben. Die Norm für Kinderschutzgitter sieht den Test vor, um zu überprüfen, ob Kleinkinder im Krabbelalter von etwa fünf Monaten mit dem Rumpf durch die Gitter kommen und dann - im schlimmsten Fall - ihnen das Gitter am Hals die Luft abdrücken könnte. Die Norm besagt, dass die Schablone bis zu einem gewissen Druck nicht durch die Gitter oder andere Zwischenräume darf - doch Roba bestand den Test nicht, schon bei wesentlich weniger Druck als vorgeschrieben rutschte die Schablone durch. Das Gewerbeaufsichtsamt der Regierung von Oberfranken schrieb uns dazu: "Lässt sich die Hüftschablone durchschieben, ist eine sicherheitsrelevante Forderung der Norm nicht erfüllt. Sofern das geforderte Sicherheitsniveau nicht auf andere Weise gewährleistet wird, ist das Produkt in dieser Form nicht verkehrsfähig." Unserer Einschätzung nach ist das Roba Türschutzgitter weiß somit nicht verkehrsfähig und hätte nicht verkauft werden dürfen. Zudem gaben beim Roba-Gitter bei Belastung die Stäbe nach und lösen sich aus der Verleimung.

Das Tür- und Treppenschutzgitter Lascal Kiddyguard Avant besteht zwar den Test mit der Schablone und somit die Norm, das Rollo ist aber so flexibel, dass Kinder das Netz hochschieben könnten und so auch hier vergleichsweise leicht eine große Öffnung entsteht.

B

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Im Test: Herdschutz- sowie Tür- und Treppenschutzgitter, Eckenschutz, Steckdosen- sowie Schrank- und Schubladensicherungen. Insgesamt 24 Produkte haben unsere Einkäufer im Handel besorgt.

Die Praxisprüfung
Eltern bringen Kindersicherungen zu Hause an, um ihre Kinder vor Unfällen zu schützen. Deshalb müssen die Produkte sicher schützen. Im Labor wurden alle Sicherungen daraufhin überprüft. Bei den Tür- und Treppenschutzgittern haben die Experten in Anlehnung an die maßgebliche Norm EN 1930:2012-2 mit speziellen Prüfvorrichtungen getestet, ob die Abstände zwischen den Gittern oder zum Boden hin so groß sind, dass ein etwa fünf Monate altes Kind sich mit seinem Rumpf durchschieben könnte. Außerdem: Ob die Höhe des Gitters ausreichend ist und ob von überstehenden Teilen eine Gefahr für das Kind ausgeht. In Anlehnung an die Laufstall-Norm EN 12227:2010 wurde ermittelt, ob die Stäbe der Türschutzgitter es auch aushalten, wenn man ordentlich an ihnen zieht und wie stabil die Herdschutzprodukte sind. Beim Herdschutz wollten wir zudem wissen: Hält die Befestigung und sind die Abstände der Gitter so klein, dass Kinderhände von heißen Töpfen ferngehalten werden? Beim Eckenschutz wurde beurteilt, ob Kinder ihn womöglich abziehen können und ob der Schutz dämpft, wenn Kinder beispielsweise mit der Stirn gegen die Tischkante fallen. Bei den Schrank- und Schubladensicherungen prüften die Tester, ob sie halten, wenn man fest an ihnen zieht. Zudem wollten wir wissen, wie alltagstauglich die Produkte sind. Wie lange dauert es, bis sie angebracht sind? Sind sie leicht zu handhaben? Deshalb haben zum großen Teil Laien die Kindersicherungen ausprobiert, drei Experten sie dabei beobachtet und später die Bewertung vorgenommen.

Die Inhaltsstoffe
Je nach Produkt, Material und wo es eingesetzt wird, mussten die Kindersicherungen verschiedene Prüfungen durchlaufen. Je eher ein Produkt in Reichweite der Kinder ist, desto umfangreicher waren die Tests. An einen Eckenschutz oder an ein Treppenschutzgitter kommen die Kleinen beispielsweise gut ran und somit auch mit den Schadstoffen in Kontakt, die im Produkt stecken. Unter anderem haben wir auf Weichmacher in Kunststoff und Lack, auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und auf Schwermetalle untersuchen lassen.

Die Bewertung
Der Schwerpunkt liegt klar auf der Sicherheit, ein Produkt, das schwerwiegende Sicherheitsmängel hat, kann nicht besser als mit "mangelhaft" abschneiden. Ein Treppenschutzgitter, das die entsprechende Norm nicht besteht, ist nur "ungenügend".

So haben wir getestet

Das Treppenschutzgitter hängt am Haken. Der weiße Holzstab biegt sich erst durch, gibt dem Zug nach, rutscht raus. Ein einmaliger Ausrutscher? Das wollten unsere Experten im Labor genauer wissen. Sie wählten einen anderen Stab des Gitters und setzten wieder in der Mitte den Haken des Kraftmessgeräts an. Dann übten sie horizontal etwas Zugkraft aus. Auch dieses Mal hielt der Stab nicht stand. Die Verdübelung des Rahmens löste sich.

So haben wir getestet

Gibt es Quetsch- und Scherstellen, an denen die Kinder ihre Finger einklemmen können?

So haben wir getestet

Auch Schranksicherungen kommen an den Haken.

So haben wir getestet

Durch Hochschieben des Rollos kann der Abstand zwischen Unterkante und Fußboden vergrößert werden.

So haben wir getestet

Hüftschablone im Einsatz - bis auf eins bestehen die Kinderschutzgitter den Test.

Online abrufbar

Jahrbuch Kleinkinder 2015

Bestellnr.: J1501
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