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16 Kindergeschirre im Test

Natürlich nicht!

ÖKO-TEST Februar 2016 | Kategorie: Kinder und Familie | 29.01.2016

16 Kindergeschirre im Test

Unser Test zeigt: Die Mehrzahl der bunten Plastikteller und -tassen für Kinder ist rundherum in Ordnung. Dagegen sind alle Öko-Produkte durchgefallen, da sie nicht nur natürliche Bestandteile enthalten, wie die Hersteller auf den Verpackungen behaupten. Ein echter Tiefschlag für das Image von Bio-Kunststoffen!

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Unser Test zeigt: Die Mehrzahl der bunten Plastikteller und -tassen für Kinder ist rundherum in Ordnung. Dagegen sind alle Öko-Produkte durchgefallen, da sie nicht nur natürliche Bestandteile enthalten, wie die Hersteller auf den Verpackungen behaupten. Ein echter Tiefschlag für das Image von Bio-Kunststoffen!

Bums, zack, kaboing: Es kann ordentlich scheppern, wenn die Kleinen die Schwerkraft in der Küche erkunden. Das Sonntagsporzellan steht dann besser außer Reichweite. Wie gut, dass es für die ersten Wurf- und Freifallexperimente robustes Plastikgeschirr gibt. Bären, Affen, Esel oder doch lieber Nashörner und Flamingos? Gleich eine ganze Horde an aufgedruckten Zoobewohnern animiert Kinder zum Essen und Trinken. Aber auch Disneyfiguren und Kinderbuchklassiker wie die kleine Raupe Nimmersatt sollen die Kleinen bei Laune halten.

Gefertigt wird die Ware überwiegend aus Melaminkunstharz. Weil der Kunststoff besonders hart und bruchfest ist, steckt er auch in Kaffeebechern, Suppenschüsseln und Pfannenwendern. Problematisch sind seine Produktionsgrundstoffe: Die EU stuft Formaldehyd als krebsverdächtig ein. Melamin (2,4,6-Triamino-1,3,5-triazin) bildet der EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) zufolge Kristalle im Urin, die die Nieren lebensbedrohlich schädigen können.

Im Kunstharz der Küchenhelfer gebunden, sind die beiden Stoffe unbedenklich. Doch durchs Braten, Kochen und durch heiße Speisen können laut Bundesamt für Risikobewertung gesundheitskritische Mengen in Essen und Getränke übergehen. Für Melaminküchenartikel mit Lebensmittelkontakt gelten deshalb strenge Vorgaben. So gibt die Europäische Union in der Kunststoff-Verordnung rigide Höchstwerte dafür vor, wie viel Melamin und Formaldehyd sich unter Hitze aus Produkten lösen darf.

Zudem knüpft die EU die Einfuhr von Melamin- und Polyamidartikeln aus China, einem der weltweit größten Exporteure, seit 2011 an strenge Sonderauflagen. Nicht ohne Grund: Das EU-Schnellwarnsystem alarmierte zuvor immer öfter über Plastikküchenartikel aus dem Reich der Mitte. Sie sonderten Formaldehyd und aromatische Amine ab, von denen einige krebserregend sind. Große Mengen kontrollierter Produkte hielten dabei EU-Grenzwerte nicht ein. Ferner stellte das EU-Lebensmittel- und Veterinäramt wiederholt schwere Mängel im amtlichen Kontrollsystem der Volksrepublik fest.

Eine Alternative zum etablierten Melaminharz in der Küche sind Bio-Kunststoffe. Darunter fallen Materialmixe aus nachwachsenden Rohstoffen, etwa Bambus und Maismehl, die mitunter biologisch abbaubar sind. So gibt es derweil Salatschüssel, Teller, Tassen und auch Kindergeschirr aus gepressten Pflanzenfasern. Viele Eltern sind angetan: "Endlich mal kein Plastik!!! Tolles Geschirr, meine Tochter findet das Gesicht sehr klasse, die isst und trinkt sehr gerne davon", kommentiert etwa Nutzerin "QueenNo1" ein Bio-Kunststoffgeschirr mit Eulenmotiv auf Amazon.de. Unter einem Bambustrinkbecher der Marke Biobu schreib


Kindergeschirr: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Biobu by Ekobo Kindergeschirr-Set
  • Ekobo

Hungry Flamingo Set
  • Zuperzozial

Lässig Kindergeschirr Wildlife Rhino
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  • Habermaaß

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Sigikid Schnuggi, Tasse und Schale
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Die Lieben Sieben, Becher und Schale
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Kindergeschirr Peppa Pig
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16 Kindergeschirre im Test
ÖKO-TEST Februar 2016 Seite 98
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ÖKO-TEST Februar 2016 Seite 103

6 Seiten
Seite 98 - 103 im ÖKO-TEST Februar 2016
vom 29.01.2016

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben Kindergeschirr von 16 Anbietern eingekauft. Der Test berücksichtigt zum einen abgepackte Sets. Zum anderen haben wir aus Tassen, Tellern und Schalen handelsüblicher Serien Kombinationen zusammengestellt - so wie es Kunden im Geschäft tun würden. Darunter Geschirr bekannter Spielzeugmarken, Ware aus Möbelhäusern und Öko-Produkte der gehobenen Preisklasse. Das teuerste Geschirrset kostete 29,95 Euro, für die preiswertesten Ess- und Trinkhilfen zahlten unsere Einkäufer 1,99 Euro.

Die Inhaltsstoffe

Die getesteten Kindergeschirrsets bestehen überwiegend aus Kunststoffen wie Melaminharz und Polypropylen. Weil die Plastikprodukte für den mehrfachen Gebrauch mit Lebensmitteln gedacht sind, gelten eine ganze Reihe gesetzlicher Vorgaben und Grenzwerte. So prüften die Labore, ob sich aus den Produkten Melamin, krebsverdächtiges Formaldehyd oder das hormonell wirksame Bisphenol A löst. Öko-Produkte, die vorgeblich aus Bambus bestehen sollen, unterzogen wir einem besonderen Härtetest: Um abzuschätzen, ob sie tatsächlich nur aus natürlichen Rohstoffen bestehen, lösten wir sie in verdünnter Salzsäure auf und wogen den Holzfaserrückstand. Ein Herauslösen von möglichen Kunststoffbestandteilen provozierten wir, in dem wir sie in Essigsäure kochten. Jedes Geschirrset durchlief zudem ein umfangreiches Materialscreening auf Schadstoffe, außerdem auf giftige Schwermetalle, PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen sowie krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe.

Die Bewertung

Kinderprodukte zur Nahrungsaufnahme dürfen die Gesundheit in keiner Weise gefährden. Wir werten deshalb rigoros ab, wenn sich in ihnen kritische Mengen bedenklicher Inhaltsstoffe finden - vor allem dann, wenn ihre Konzentration gesetzliche Vorgaben überschreitet. Notenabzug gibt es zudem, wenn Anbieter ihre Produkte irreführend kennzeichnen und bewerben.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST Dezember 2018: Schwerpunkt Lachs
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ÖKO-TEST Februar 2016
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Erschienen am 29.01.2016

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