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16 Gummistiefel für Kinder im Test

So ein Dreck

ÖKO-TEST September 2018 | Kategorie: Kinder und Familie | 30.08.2018

16 Gummistiefel für Kinder im Test

In Gummistiefeln kommen Kinderfüße trocken durch Pfützen und Matsch. Leider stecken in den meisten Stiefeln sehr viele Schadstoffe. Das war auch in allen früheren Tests der Fall. Da ist es fast schon eine gute Nachricht, dass ein Paar Stiefel immerhin mit "befriedigend" abschneidet.

Kinder lieben Pfützen und Schlamm, was Eltern mitunter Schweißperlen auf die Stirn treibt. Wenn die Tage wieder kälter werden, sind Erkältungen nicht weit. Nasse Kleidung und nasse Füße tragen ihren Teil dazu bei.

Gummistiefel kommen vielen Mamas und Papas daher nur recht. Sie halten die Füße trocken und sind unter den Kleinen selbst oft der "Renner". Kein Wunder, denn sie sind schön bunt und häufig sogar mit Bildern von Cartoon-Charakteren, Fabelwesen oder gar Süßigkeiten verziert. Weniger schön: Gummistiefel sind in der Vergangenheit immer wieder durch extreme Schadstoffbelastungen aufgefallen, sodass ÖKO-TEST bislang keine Empfehlungen aussprechen konnte. Hormonell wirksame Phthalate waren häufige Übel - getoppt nur von einer Gruppe problematischer Stoffe: Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) steckten in so gut wie allen Produkten - gleich ob in Stiefeln aus Naturkautschuk, aus Synthesekautschuk oder aus PVC. Einige PAK-Verbindungen sind krebserregend oder krebsverdächtig, viele haben fortpflanzungsgefährdende

oder erbgutverändernde Wirkung. PAK fallen als Nebenprodukte bei der Kohle- und Erdölverarbeitung an. Sie stecken auch in Weichmacherölen, die Kunststoffe wie PVC geschmeidig halten sollen. Und immer in Gummistiefeln in unseren Tests.

Doch was sind die Alternativen? Wie können Eltern dafür sorgen, dass sich ihre Kinder in unbelasteten Schuhen trockenen Fußes ins Matschabenteuer stürzen? Was ist von festen, Wasser abweisenden Funktionsschuhen zu halten? "Solche Produkte mit atmungsaktiver Membran sind schon deshalb ratsamer als Gummistiefel, weil die Füße darin weniger schwitzen", sagt Professor Dr. Julia Welzel, Chefärztin der Klinik für Dermatologie und Allergologie in Augsburg.

Allerdings können auch Funktionsschuhe bisweilen viel schädliche Chemie enthalten: etwa problematische per- und polyfluorierte Substanzen (PFC). Sie machen Oberflächen Wasser abweisend und stecken in den Funktionsmembranen. Zudem sind Regenschuhe meistens nur halbhoch geschnitten und können Gummistiefeln bei sehr nassen Angelegenheiten nicht das Wasser reichen. Ganz ehrlich: Für das Pfützenwetthüpfen mit den Kindergartenkollegen sind Gummistiefel Pflicht. Im Alltag geht es tatsächlich nicht ohne.

Eltern können aber zumindest dafür sorgen, dass möglichst wenig Kontakt zwischen Stiefelmaterial und Haut besteht. "Wenn Kinder dichte Kniestrümpfe oder eine dichte Strumpfhose tragen und diese trocken sind, dürften Schadstoffe praktisch nicht durch die intakte Haut und durch die Strümpfe hindurchgelangen", sagt Julia Welzel.

ÖKO-TEST wollte wissen, ob die Hersteller mittlerweile vielleicht sogar schadstofffreie Gummistiefel produzieren. Wir haben 16 Modelle in die Labore geschickt.

Das Testergebnis

Schmuddelkinder. Fast schon eine Sensation: Ein Paar Gummistiefel schneidet immerhin "befriedigend" ab, ein Paar ist "ausreichend". Dahinter folgen zwei "mangelhafte" und zwölf "ungenügende" Produkte. "Sehr gute" oder "gute" Gummistiefel können w


Gummistiefel: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Engelbert Strauss Kinderstiefel, gelb
  • Engelbert Strauss

Jako-O Gummistiefel Stern, blaugrün
  • Jako-O

H&M Gummistiefel Einhorn, rosa
  • H&M

Maximo Stiefel Auto, navy/cerulean
  • Bruno Barthel

Romikids Regenstiefel Andy, grün-kombi
  • Romika

Lurchi Platschi, black yellow
  • Salamander

Sterntaler Gummistiefel Herzen, rosa
  • Sterntaler

Marvel Spiderman Gummistiefel, blau
  • Leomil

Spicy Gummistiefel, pink
  • Reno

Aigle Lolly Pop Kid, darknavy Ancres
  • Aigle

Crocs Handle it Rain Boot Kids, roomy fit, yellow
  • Crocs

Grand Step Shoes Beppo, rot
  • Greenergrass Grand Step Shoes

Beck Basic Regenstiefel royal, blau
  • Beck

Elefanten Jaloppy Jelly, pink
  • Deichmann

Playshoes Gummistiefel, rot
  • Playshoes

Solognac Low Wellies Inverness 100 J, black
  • Decathlon

16 Gummistiefel für Kinder im Test
ÖKO-TEST September 2018 Seite 116
ÖKO-TEST September 2018 Seite 117
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ÖKO-TEST September 2018 Seite 119
ÖKO-TEST September 2018 Seite 120
ÖKO-TEST September 2018 Seite 121

6 Seiten
Seite 116 - 121 im ÖKO-TEST September 2018
vom 30.08.2018
Abrufpreis: 2,50 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

In Internetshops und Schuhmärkten haben wir 16 Gummistiefel in den Größen 27 bis 29 eingekauft, die für Kindergartenkinder geeignet sind. Nach Möglichkeit haben wir klassische Modelle in geschlechtsneutralen Farben und ohne besondere Fütterungen ausgewählt. Für das günstigste Paar zahlten wir weniger als sechs Euro, für das teuerste fast 38 Euro.

Die Inhaltsstoffe

Gummistiefel bestehen meist aus Natur- oder Synthesekautschuk, Klebern, PVC und weiteren Kunststoffen. Damit sie sich geschmeidig an den Fuß anpassen, setzen Hersteller teils besonders problematische Phthalate oder nicht hinreichend erforschte Ersatzweichmacher ein. In Weichmacherölen stecken oft polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen einige als krebsverdächtig oder als krebserregend eingestuft sind. Kautschukprodukte können auch krebserregende Nitrosamine enthalten, die bei der Vulkanisierung entstehen. Textile Bestandteile im Stiefelinneren haben wir auf problematische Farbbausteine und optische Aufheller testen lassen. Außerdem wollten wir wissen, ob die Produkte halogenorganische oder phosphororganische Verbindungen enthalten.

Die Bewertung

Die Gesundheit des Kindes steht an erster Stelle. Unser Fokus liegt daher voll und ganz auf bedenklichen und umstrittenen Inhaltsstoffen.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST September 2018
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Erschienen am 30.08.2018

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