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15 Reiswaffeln im Test

Verpufft

Jahrbuch Kleinkinder 2018 | Kategorie: Kinder und Familie | 18.01.2018

15 Reiswaffeln im Test

Krebserregendes Arsen in Snacks für Kleinkinder - im Sommer 2012 hatte unser ÖKO-TEST Reiswaffeln Aufsehen erregt. Haben die Hersteller das Problem nun in den Griff bekommen? Die Antwort ist so traurig wie kurz: Nein. Die Aufregung ist verpufft - so wie der Reis in den Waffeln und die Bemühungen der Hersteller.

Das Gift riecht nicht. Man sieht es nicht, und es schmeckt nach nichts. Aber es ist da, es ist überall - auch im Trinkwasser. Die Reispflanze nimmt Arsen aus der Erde und dem Wasser auf und reichert es in den Körnern an. Es gibt Reisanbaugebiete mit höheren Belastungen, wie weite Teile Bangladeschs, und Reisanbaugebiete mit niedrigeren Belastungen. Auch Gebiete in der Nähe von Minen oder ehemalige Baumwollfelder, die mit arsenhaltigen Pestiziden besprüht worden sind, sind höher belastet. Arsen steckt beispielsweise auch in manchen Düngern und Klärschlämmen. In die Reiswaffeln gelangt es über den belasteten Reis. Allerdings sind die Reiswaffeln oft höher belastet als die Rohware. Die Gründe dafür sind bislang nicht komplett erforscht. Ein Grund ist sicherlich, dass der Reis in Backformen erhitzt wird und dadurch, ähnlich wie Popcorn, aufpoppt. Durch die Hitze entsteht ein Flüssigkeitsverlust, wodurch sich die Arsengehalte in den Waffeln etwas konzentrieren.

Wir wollten genau wissen, wie belastet Reiswaffeln sind, und ob die Hersteller das Arsenproblem nun endlich in den Griff bekommen haben. Deswegen haben wir 15 Produkte eingekauft und umfangreich untersuchen lassen.

Das Testergebnis

... ist zum Abgewöhnen: Knapp die Hälfte der Reiswaffeln rasselt mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch. Guten Gewissens empfehlen können wir nur ein einziges Produkt.

Die Hipp Natur Reiswaffeln haben die Hauptprobleme Arsen und Acrylamid am besten im Griff. Und das offenbar dauerhaft, denn das Produkt war auch schon in unserem Test im Jahr 2012 das einzige, das mit "gut" abschnitt. Diese Mal schafft Hipp es auf ein "sehr gut", den Arsenwert reduzierte der Hersteller sogar noch weiter. Immerhin fünf Produkte - davon eins für Babys und Kleinkinder und drei Bio-Produkte - kommen mit einem "befriedigend" davon.

Der Hauptgrund für das insgesamt eher schlechte Abschneiden ist anorganisches Arsen, und zwar nicht zu knapp. In einem Produkt steckt so viel von dem krebserregenden Stoff, dass der seit Januar 2016 geltende EU-Grenzwert für Reiswaffeln, der ohnehin schon höher als der für Reis ist, überschritten wird. In einem Produkt, das auch von Babys und Kleinkindern gegessen wird, ist das ein Skandal. Aus dem Regal gehört deswegen aus unserer Sicht die von uns untersuchte Chargen der Continental Bakeries Reiswaffeln Meersalz.

Das zweite Problem ist Acrylamid. Der als "wahrscheinlich krebserregend" eingestufte Stoff entsteht, wie auch beispielsweise in Pommes, beim Backen. Den Richtwert für Getreidebeikost, den wir für Reiswaffeln, die nun einmal auch von Babys und Kleinkindern gegessen werden, ansetzen, überschreiten die meisten der getesteten Waffeln. Dafür gibt es eine Note Abzug. Durch eine geringere Temperatur, zum Beispiel beim Backen, lassen sich Acrylamidgehalte deutlich reduzieren.

Nierenschädliches Cadmium steckt in zu hoher Dosis in den Reiswaffeln von Continental Bakeries und Lidl. Das Schwermetall nehmen die Reispflanzen über den Boden auf. Do


Reiswaffeln: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Babydream Bio Mini-Reiswaffeln
  • Rossmann

Hipp Natur Reiswaffeln
  • Hipp

Basic Reiswaffeln mit Meersalz
  • Basic

Real Quality Reiswaffeln mit Meersalz
  • Real

Sondey Reiswaffeln mit Meersalz
  • Lidl

Dennree Reiswaffeln ungesalzen
  • Dennree

Bio Zentrale Reiswaffeln Natur
  • Bio-Zentrale

Globus Reiswaffeln mit Meersalz
  • Globus

Continental Bakeries Reiswaffeln Meersalz
  • Continental Bakeries

K-Classic Reiswaffeln mit Meersalz 6 Snack Packs
  • Kaufland

Byodo Reiswaffeln ohne Salzzusatz
  • Byodo

Rewe Bio Hirse-Mais-Reiswaffeln ohne Salz
  • Rewe

Lima Rice 100%  Dünne Vollkorn-Reiswaffeln
  • Lima

Edeka Bio Reiswaffeln mit Meersalz
  • Edeka

Dm Bio Reiswaffeln gesalzen
  • Dm

15 Reiswaffeln im Test
Jahrbuch Kleinkinder 2018 Seite 34
Jahrbuch Kleinkinder 2018 Seite 35
Jahrbuch Kleinkinder 2018 Seite 36
Jahrbuch Kleinkinder 2018 Seite 37
Jahrbuch Kleinkinder 2018 Seite 38
Jahrbuch Kleinkinder 2018 Seite 39

6 Seiten
Seite 34 - 39 im Jahrbuch Kleinkinder 2018
vom 18.01.2018
Abrufpreis: 2,50 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Zunächst landeten genau die Produkte im Einkaufskorb, die bereits im ÖKO-TEST Reiswaffeln 2012 mit "ungenügend" abgeschnitten hatten, wenn es sie noch gab. Haben die Hersteller die Probleme mit anorganischem Arsen und Acrylamid in den Griff bekommen? Außerdem haben wir weitere bekannte Marken eingekauft, gesalzen und ungesalzen - nur süße nicht. Schön: Es gibt erfreulich viele Bio-Reiswaffeln, sogar mehr als konventionelle.

Die Inhaltsstoffe

Viele Böden und das Wasser in Reisanbaugebieten sind mit Arsen belastet. In Reis steckt oft besonders viel Arsen, weil die Felder mit Wasser geflutet werden und die Reispflanze das Arsen aufnimmt und anreichert. Wir haben zunächst auf den Gesamtgehalt an Arsen, dann auf das besonders giftige anorganische Arsen untersuchen lassen. Acrylamid entsteht, wenn stärkehaltige Lebensmittel hoch erhitzt werden. Weiterhin im Fokus: Mineralöl, das etwa durch in der Produktion eingesetzte Schmieröle oder durch die Verpackung in die Reiswaffeln übergehen kann. Das nierenschädliche Schwermetall Cadmium nehmen die Reispflanzen über ihre Wurzeln aus belasteten Böden auf. Cadmiumhaltige Klärschlämme etwa sind dafür eine Ursache.

Die Bewertung

Anorganisches Arsen über Grenzwert - das kann nur ein "Ungenügend" sein. Das trifft ein Produkt im Test. Für das Fazit "nicht verkehrsfähig" aber sind die Überschreitungen zu knapp. Hier kommt die Messtoleranz der Labormethode ins Spiel. "Gesichert nicht verkehrsfähig" heißt es im Amtsjargon, wenn auch nach Abzug dieser Toleranz der Grenzwert überschritten ist. Auch hohe Belastungen unter dem Grenzwert haben wir streng abgewertet - Arsen ist krebserregend. In Sachen Acrylamid lehnen wir uns an den EU-Richtwert für Getreidebeikost an. Zudem führen viel Cadmium oder Mineralöl zu Punktabzug.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
Zugehörige Ausgabe:
Jahrbuch Kleinkinder 2018
Jahrbuch Kleinkinder 2018

Erschienen am 18.01.2018

Jahrbuch Kleinkinder 2018
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