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15 Kindersonnenschutzmittel im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2017
vom 19.01.2017

Kindersonnenschutzmittel

Sonnensch(m)utz

Die Haut von Kindern muss besonders gut vor der Sonne geschützt werden. Unser Test zeigt: Eltern können unter einem "sehr guten" und vier "guten" Sonnenschutzmitteln wählen. Doch mit vielen Produkten sind wir nicht zufrieden.

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19.01.2017 | ÖKO-TEST hat insgesamt 15 Sonnenschutzmittel für Kinder unter die Lupe genommen, darunter 13 konventionelle und zwei zertifizierte Naturkosmetika.

Das Testergebnis

Fünf Sonnenschutzmittel für Kinder können wir empfehlen. Vier bewerten wir nur mit "mangelhaft".

Antientzündliche Substanzen wie Panthenol und Aloe vera sollten in Sonnenschutzprodukten für die Kleinen nicht enthalten sein - und sie werden daher in diesem Test zum ersten Mal abgewertet. In 8 der 15 getesteten Produkte sind solche Stoffe aber enthalten. Sie können "eine durch Sonnenlicht bewirkte Rötung der Haut verzögern oder verhindern; so wird ein längerer Sonnenschutz vorgetäuscht", erklärte die BfR-Kommission für kosmetische Mittel 2014.

Sonnenschutzmittel wehren mithilfe von Filtersubstanzen schädliche UVB- und UVA-Strahlen ab. Chemische Filter ziehen in die Haut ein und bilden dort ihren Schutzmechanismus aus. Mineralische Filter legen sich auf die Hautoberfläche und reflektieren das Sonnenlicht. Viele konventionelle Kosmetikhersteller kombinieren mineralische und mehrere chemische Filter. Letztere stehen aber im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken: Für den chemischen UV-Filter Octocrylen etwa liegen dafür Hinweise aus Zellversuchen vor. Homosalat, dessen mögliche Hormonwirksamkeit ebenfalls im Zellversuch erkannt wurde, steckt im Eucerin Kids Sun Spray 50+. Eine potenzielle hormonelle Wirkung des chemischen Filters Ethylhexylmethoxycinnamat, der in der Daylong Kids Sonnenschutz-Lotion SPF 30 enthalten ist, haben Tierversuche gezeigt, weshalb er von uns noch kritischer gesehen wird. Zertifizierte Naturkosmetik setzt ausschließlich auf mineralische UV-Filter wie Titandioxid oder Zinkoxid. Diese Produkte hinterlassen aber oft einen weißen Film auf der Haut. Grundsätzlich begrüßt ÖKO-TEST den Einsatz von mineralischen UV-Filtern, auch wenn es bei ihnen noch offene Fragen gibt - zumindest, wenn sie in Form von Nanopartikeln verwendet werden.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Sonnenschutzmittel bekommt man inzwischen fast überall - in der Drogerie, der Parfümerie, beim Discounter oder in der Apotheke. Unter zahlreichen Lotionen, Cremes und Sprays haben wir für unseren Test 13 konventionelle Produkte und zwei zertifizierte Naturkosmetikprodukte eingekauft. Die Preise variieren von 2,23 bis 75,60 Euro pro 200 ml Sonnenschutzmittel. Weil Kinderhaut besonders sensibel und schutzbedürftig ist, haben die getesteten Produkte einen hohen (30, 50) oder sehr hohen (50+) Lichtschutzfaktor.

Praxistest: nein
Um den Lichtschutzfaktor ihres Produkts zu belegen, lassen Kosmetikfirmen Untersuchungen durchführen, in denen künstlich ein echter Sonnenbrand auf der menschlichen Haut erzeugt wird. Das halten wir für nicht vertretbar, da jeder Sonnenbrand eine Belastung für die Haut ist. ÖKO-TEST verzichtet deswegen auf die Überprüfung des exakten Lichtschutzfaktors am lebenden Menschen. Eine solche Überprüfung ist auch deshalb wenig sinnvoll, da in der Praxis der deklarierte Lichtschutzfaktor oft aus dem Grund nicht erreicht wird, weil sich die Menschen nicht dick genug eincremen, um auch den vollen Schutz zu erreichen.

Die Inhaltsstoffe
Neben anderen umstrittenen und bedenklichen Stoffen haben wir die chemischen UV-Filter unter die Lupe genommen, weil sie im Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken. Erstmalig warfen wir einen kritischen Blick auf entzündungshemmende und hautberuhigende Stoffe, die die Hautrötung verzögern und so einen Schutzeffekt vortäuschen können, der gar nicht (mehr) besteht.

Die Bewertung
Sonnenschutzmittel sind keine Option, sondern ein Muss für jeden, der sich im Sommer unter freiem Himmel aufhält. Umso wichtiger, dass sie nicht mehr Schaden anrichten als sie verhindern. Bedenkliche Stoffe haben wir deshalb konsequent abgewertet. Entzündungshemmer flossen ebenfalls negativ in die Bewertung ein - schließlich sollen die Mittel Sonnenbrand vorbeugen und ihn nicht verschleiern. Als Weitere Mängel kritisieren wir unter anderem unvollständige Anwendungs- und Warnhinweise.

So haben wir getestet

Extrakte der Aloevera Pfl anze können eine Hautrötung verhindern und so einen Sonnenbrand verschleiern.

Online abrufbar

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Bestellnr.: J1701
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