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15 Beißringe im Test

ÖKO-TEST Dezember 2015
vom 27.11.2015

Beißringe

Ring frei!

Wachsen dem Baby die Milchzähne, können Beißringe die Beschwerden lindern. Den größten Teil der Produkte können wir empfehlen. In einigen stecken aber problematische Inhaltsstoffe, etwa hormonell wirksame Parabene oder krebsverdächtige PAK.

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27.11.2015 | Anna-Lena robbt über den Teppichboden und nimmt alles, was ihr in die Quere kommt, in den Mund. Nichts ist vor ihr sicher. Die Legosteine ihrer älteren Schwester sollten fortan lieber in ihrem Zimmer hinter verschlossener Tür bleiben, Papis Pantoffel künftig besser im Schuhschrank verstaut werden und die zerbissene Spielmaus der Katze hat spätestens ab jetzt im Wohnzimmer nichts mehr verloren.

In den ersten Monaten erforschen Babys ihre Umwelt mit dem Mund. Alles wird hineingesteckt, genüsslich abgelutscht und auf seine Beschaffenheit hin untersucht. Wenn dann noch ab dem Alter von circa sechs Monaten die ersten Milchzähne ins Zahnfleisch einschießen und zu wachsen beginnen, kommt noch das dringende Bedürfnis hinzu, an allem herumzukauen und zu nagen. Nicht nur zwecks Erforschung der Gegenstände, sondern auch um mit einer kleinen Massage oder Kühlung des Zahnfleisches die unangenehmen bis schmerzenden Begleitsymptome des Zahndurchbruchs zu lindern.

Die am häufigsten auftretenden Anzeichen für das Einsetzen des Zahnens sind ein stärkerer Speichelfluss ("Sabbern") und dass die Kleinen sich oft einzelne Finger oder gar die ganze Faust in den Mund stecken, um das Spannungsgefühl zu lindern. Weitere Begleiterscheinungen können sein: gerötetes bis angeschwollenes Zahnfleisch, eine erhöhte Reizbarkeit, ein unruhiger Schlaf, Appetitlosigkeit, Fieber, Durchfall oder Verstopfung sowie rote Hautflecken und als Folge einer stärkeren Durchblutung des Kieferbereichs gerötete "Zahnungsbäckchen". Allerdings sollten die Eltern während dieser Entwicklungsphase nicht alle Symptome vorschnell auf das Zahnen zurückführen, sondern ihre Schützlinge genauestens beobachten, ob nicht doch ein anderer Grund dahintersteckt, etwa ein Infekt oder Halsschmerzen.

Die Zahnungsbeschwerden können für das Baby mitunter heftig ausfallen, doch von einer medikamentösen Behandlung raten Kinderärzte ab. Als ein bewährtes Mittel zur Stillung des Lutsch- und Kaubedürfnisses haben sich Beißringe erwiesen. Manche Beißringe sind nicht nur zum Knabbern gedacht, sondern kühlen zusätzlich noch, nachdem sie kurzzeitig in den Kühlschrank gelegt wurden. Glaubt man den Anbietern, sind Beißringe, Greiflinge oder Zahnungshilfen so ziemlich das Sicherste, was sich ein Baby in den Mund stopfen kann.

Allerdings hat ÖKO-TEST schon häufiger Beißringe getestet und dabei Schadstoffe gefunden, die darin nichts zu suchen haben. An Erzeugnisse, auf denen Kinder herumkauen und die sie mit ihrem Speichel aufweichen, müssen jedoch höchste Anforderungen gestellt werden. Wir haben 15 Produkte eingekauft, um sie auf ihre Inhaltsstoffe und ihre Praxistauglichkeit zu prüfen.

Das Testergebnis

Überwiegend "sehr gut". Zehn von 15 Produkten schneiden mit "sehr gut" ab, zwei mit "gut". In puncto Inhaltsstoffe können vier Fünftel der von uns getesteten Beißringe überzeugen. Im Vergleich zu früheren Tests, bei denen die von uns beauftragten Labore in einigen Produkten gesundheitsschädigende Phthalat-Weichmacher

ÖKO-TEST Dezember 2015

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Elefant, Giraffe, Panda: Beißringe gibt es in sehr vielen, Babys ansprechende Formen und Farben. Die meisten sind aus Kunststoff und haben unterschiedlich feste Kauzonen, einige bestehen aus Naturkautschuk oder Holz. Manche Beißringe wecken den Spieltrieb mit integrierten Elementen wie Rassel, Plüschfigur oder Schmusetuch. Kühlbeißringe sind in der Regel mit destilliertem Wasser gefüllt, manchmal auch mit einem Gel. Nach Aufbewahrung im Kühlschrank sollen sie das Spannungsgefühl im Mundraum lindern. Wir haben von jeder Variante etwas im Test dabei.

Die Inhaltsstoffe
Je nach Material mussten die Beißringe unterschiedliche Prüfungen absolvieren. Alle Produkte wurden auf PVC/PVDC und chlorierte Verbindungen sowie auf gesetzlich reglementierte Phthalat-Weichmacher und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) getestet. Einige PAK sind krebserzeugend, andere krebsverdächtig. Textilbestandteile wurden auf Azo- und Dispersionsfarben sowie optische Aufheller untersucht. Zudem wurde geprüft, ob die Farben speichel- und schweißecht sind, also nicht abfärben. Bei Naturkautschuk hatten wir die krebserregenden Nitrosamine im Visier, die bei der Vulkanisierung von Gummi entstehen können, sowie Latexproteine, von denen einige Allergien auslösen können. Aufgrund der Ergebnisse einer aktuellen Forschungsarbeit der Uni Frankfurt ließen wir einige Produkte auf die bedenklichen Konservierungsstoffe Butyl- und Propylparaben analysieren, die im Verdacht stehen, hormonell zu wirken.

Die Praxisprüfung
Bei einem Beißring dürfen keine verschluckbaren Kleinteile abfallen oder absplittern - auch dann nicht, wenn das Baby ständig daran herumknabbert. Ab wann ein Teil verschluckbar ist, welche Bedingungen und Kräfte ein Beißring aushalten muss, ist in der Spielzeugnorm EN 71 (Teil 1) geregelt, an der wir uns orientiert haben.

Die Bewertung
Beißringe mit problematischen Inhaltsstoffen werten wir ab.

So haben wir getestet

Fest genug? Im Labor wurde unter anderem geprüft, ob die Beißringe und Kleinteile genug Druck aushalten.

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