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14 Fleischbreie im Test

Und wo bleibt das Fleisch?

ÖKO-TEST September 2012 | Kategorie: Kinder und Familie | 31.08.2012

14 Fleischbreie im Test

Dieses Mal im Test: Babys Lieblingsessen Spaghetti Bolognese und Schinkennudeln. Das Fazit: Schadstoffe sind zwar so gut wie kein Thema, doch es ist einfach zu wenig Fleisch im Glas. "Gut" schneidet nur der Brei von Holle ab.

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Muttermilch ist das Beste fürs Baby. Doch irgendwann wird es Zeit, den Speiseplan zu erweitern. Das Kind wächst rasant und die Organe entwickeln sich. Breie liefern jetzt die zusätzlich benötigten Nährstoffe. Experten raten, frühestens mit Beginn des fünften Monats und spätestens mit Beginn des siebten Monats die Milchmahlzeiten nach und nach durch Breie zu ersetzen.

Den Anfang macht meist die Möhre. Später darf es dann ein Möhren-Kartoffel-Brei mit etwas Öl sein. Mehr Abwechslung sollte erst auf den Tisch kommen, wenn das Baby seinen ersten, kompletten Brei gegessen hat. Dann darf es alle paar Tage etwas Neues probieren, gut verträgliche Gemüsesorten wie Brokkoli, Blumenkohl, Kürbis, Pastinaken oder Zucchini zum Beispiel oder auch Reis und verschiedene Fleischsorten. Selbst Lebensmittel mit Allergiepotenzial, etwa Fisch, sind nicht mehr tabu. Studien hatten gezeigt, dass der Verzicht darauf nicht vor Allergien schützt.

Die erste vollständige Breimahlzeit sollte ein Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei sein. Fleisch ist in dieser Lebensphase besonders wichtig, weil die im Mutterleib angelegten Eisenspeicher zur Neige gehen und Eisen aus Fleisch besser aufgenommen wird als aus Gemüse oder Getreide. Insbesondere das Gehirn profitiert in dieser Entwicklungsphase von einer ausreichenden Versorgung mit dem Spurenelement. Fleisch liefert aber auch gut verfügbares Zink, ein anderes Spurenelement, das im Stoffwechsel zahlreiche Funktionen erfüllt und für das Wachstum wichtig ist.

Doch wie soll ein Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei idealerweise zusammengesetzt sein? Konkrete Empfehlungen gibt etwa das Netzwerk Junge Familie, eine Initiative führender Institutionen im Bereich Kinderernährung, darunter das Forschungsinstitut für Kinderernährung. Die Experten empfehlen den Brei im Rahmen eines abgestimmten Ernährungsplans für das erste Lebensjahr. Danach sollte der Fleischbrei aus 100 Gramm Gemüse, 50 Gramm Kartoffeln, 30 Gramm Fleisch und 1 Esslöffel Rapsöl zubereitet und mit etwas Fruchtsaft oder Obstpüree ergänzt werden, weil dies die Aufnahme von pflanzlich gebundenem Eisen verbessert.

Wir wollten wissen, wie gut Industriekost ist und haben 14 fleischhaltige Breimahlzeiten eingekauft. Dabei haben wir uns dieses Mal auf die Kinderklassiker Spaghetti Bolognese und Schinkennudeln konzentriert. Im Labor wurden die Produkte umfangreichen Schadstoffuntersuchungen unterzogen. Auch die Werbeaussagen auf den Gläschen waren Teil des Prüfprogramms.

Das Testergebnis

Nur ein Brei schneidet mit "gut" ab. Alle anderen sind bestenfalls "befriedigend" oder "ausreichend". Die Bebivita-Breie belegen sogar nur den letzten Rang. Der Hauptkritikpunkt: Alle Breie enthalten für ein fleischhaltiges Produkt einfach zu wenig von dieser wichtigen Zutat. Die meisten sind zudem schlecht oder gar irreführend deklariert.

Alle Hersteller sparen am Fleisch. Wie viel Fleisch im Brei steckt, lässt sich an der Zutatenliste ablesen. Danach li...


Wir haben diese Produkte für Sie getestet

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Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Eltern finden im Handel ein vielfältiges Angebot an fleischhaltigen Breien: klassische Menüs mit Geflügel, Rind oder Schweinefleisch. Wir haben uns für die beliebten Sorten Spaghetti Bolognese und Schinkennudeln entschieden. In Bio-Läden, Drogerie- und Supermärkten kamen insgesamt 14 Produkte zusammen. Dabei wählten wir vorzugsweise Gläschen aus, die ab dem achten Monat empfohlen werden. Sie enthalten 220 Gramm und werden als Juniormenüs bezeichnet. Zwölf Breie sind Bio-Produkte.

Die Inhaltsstoffe

Zunächst ließen wir Stoffe überprüfen, die in Zusammenhang mit der Herstellung stehen. So bildet sich etwa Furan vermehrt in Lebensmitteln, die in geschlossenen Gefäßen sterilisiert werden. Auch Benzol kann beim Erhitzen entstehen, allerdings vor allem in Produkten mit Karotte. Da nur ein Gläschen eine größere Menge dieses Gemüses aufweist, wurde nur dieses Produkt auf Benzol analysiert. Große Probleme gab es in der Vergangenheit mit Weichmachern, die aus den Dichtungsmassen der Deckel in die Breie übergegangen waren. Grund genug, den aktuellen Stand zu überprüfen. Analysiert wurde auch, ob Keime, Rückstände von Pestiziden, Cadmium und Arsen enthalten sind. Cadmium stammt aus dem Boden und kann sich insbesondere in Weizen anreichern, der hier in Form von Nudeln verarbeitet ist. Arsen ließen wir prüfen, weil mehrere Hersteller Reis einsetzen und Reis das giftige Halbmetall bevorzugt aus dem Boden aufnimmt. Bei Produkten ohne den Hinweis "Kann Spuren von Ei enthalten" wurde geprüft, ob tatsächlich kein Eiallergen enthalten ist. Es kann in erster Linie über die Nudeln in die Breie gelangen. Weil auf nahezu allen Produkten zu lesen ist, sie seien "salzarm", ließen wir auch den Salzgehalt checken. In Breien mit der Auslobung "Omega-3 - wichtig für die Entwicklung von Gehirn und Nervenzellen" wurde zudem die Fettzusammensetzung untersucht. Schließlich interessierte uns die ernährungsphysiologische Qualität der Produkte im Vergleich zu einem von Experten empfohlenen fleischhaltigen Brei zum Selberkochen. Wir orientierten uns dabei an der Rezeptur des Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Breies des Forschungsinstituts für Kinderernährung.

Die Weiteren Mängel

Was auf den Gläsern steht, soll informieren, aber nicht in die Irre führen. Wir prüften daher insbesondere Werbeaussagen, die viel versprechen und womöglich wenig halten.

Die Bewertung

Insgesamt konnte kein Produkt besser als mit "gut" abschneiden, da alle Hersteller einfach zu wenig von der wertgebenden Zutat Fleisch verarbeiten. Mit einem Anteil von fünf bis gut zehn Prozent liegen alle Produkte deutlich unter zwölf Prozent, die Experten für einen Fleischbrei empfehlen. Deklarationsmängel und chlorierte Kunststoffe im Deckel führten vielfach zu weiteren Abzügen.

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