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Zecken richtig entfernen: Welche Methoden sich eignen – und welche Sie vermeiden sollten

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 14.06.2021

Zecken richtig entfernen: Welche Methoden sich eignen – und welche Sie vermeiden sollten
Foto: Shutterstock / Bogdan Sonjachnyj, diy13

Manchmal hilft alle Sorgfalt nichts und man erwischt einen Zeckenstich. Wenn Sie von einer Zecke gestochen wurden, sollten Sie den lästigen Blutsauger so schnell wie möglich entfernen. Hier erfahren Sie, mit welcher Methode Sie eine Zecke am sichersten entfernen.

  • Zecken halten sich bevorzugt im Gras, im Unterholz und in Büschen auf.
  • Wenn Sie hohe Wiesen und Unterholz meiden sowie geschlossene Kleidung und feste Schuhe tragen, reduzieren Sie das Risiko, von einer Zecke gestochen zu werden.
  • Einen 100-prozentigen Zeckenschutz gibt es jedoch nicht. Sollten Sie trotz aller Vorsicht gestochen werden, sollten Sie den Blutsauger möglichst schnell entfernen. Keine gute Idee sind der Einsatz von Öl, Klebstoff oder Alkohol. Auch das Herausdrehen ist nicht empfehlenswert.

Zecke entfernen – so machen Sie es richtig 

Haben Sie keine Angst davor, eine Zecke zu entfernen, nachdem sie zugestochen – oder alltagssprachlicher, aber biologisch nicht korrekt: zugebissen – hat. Wenn Sie behutsam vorgehen und ein paar Tipps beachten, können Sie nichts falsch machen. Gefährlich ist es hingegen, die Zecke in der Haut stecken zu lassen und nur zu warten, bis das Tier sich vollgesogen hat und von alleine wieder abfällt. Denn: Zecken können Lyme-Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen.

1. Entfernen Sie die Zecke deshalb möglichst schnell. Bis es zu einer eventuellen Infektion mit Borreliose-Bakterien (Borrelien) kommt, vergehen zwischen zwölf und 24 Stunden. FSME-Viren können bereits kurz nach dem Stich weitergegeben werden. 

2. Wichtig ist es vor allem, den Körper der Zecke beim Entfernen nicht zu (zer)quetschen, da sonst Krankheitserreger aus der Zecke ins Blut gelangen könnten.

    Beim Entfernen der Zecke sollten Sie das Tier auf keinen Fall quetschen.
    Beim Entfernen der Zecke sollten Sie das Tier auf keinen Fall quetschen. (Foto: Shutterstock / Latypova Diana)

    3. Packen Sie die Zecke deshalb möglichst dicht über der Haut mit einer spitzen Pinzette, einer Zeckenkarte oder einem Zeckenhaken und ziehen Sie sie langsam heraus.

    4. Haben Sie kein Hilfsmittel zur Hand, können Sie die Zecke auch vorsichtig mit den Fingernägeln entfernen.

    5. Danach sollten Sie die Einstichstelle desinfizieren.

    6. Beobachten Sie die Hautstelle mehrere Wochen. Sollten Sie Veränderungen – wie zum Beispiel eine ringförmige Rötung rund um die Einstichstelle oder ein starkes Anschwellen – beobachten, sollten Sie einen Arzt konsultieren. Eine kleine Rötung rund um die Einstichstelle ist anfangs jedoch völlig normal und noch kein Hinweis auf eine eventuelle Borreliose-Infektion.

    Wohin mit der entfernten Zecke?

    Wenn Sie die Zecke entfernt haben, sollten Sie das Tierchen nicht einfach in der Toilette herunterspülen. Die Spinnentiere sind extrem widerstandsfähig und überleben auch dort einige Zeit.

    Machen Sie das Tier stattdessen möglichst rasch unschädlich, ohne dabei noch mal in direkten Kontakt mit ihm zu kommen. Wickeln Sie die Zecke beispielsweise in ein Blatt Klopapier, quetschen Sie sie kräftig mit einem Glas oder ähnlichem und entsorgen Sie sie erst dann über die Toilette.

    Zecken entfernen: Welche Technik ist am besten?

    Wer auf die Frage, wie sich Zecken am besten entfernen lassen, eine Lösung im Internet sucht, findet jede Menge unterschiedliche Tipps. Nicht alle sind hilfreich. Wichtig ist zu wissen:

    • Die Zecke sollte nicht mit Öl, Klebstoff, Nagellack oder Alkohol behandelt werden. Im schlimmsten Fall wird das Risiko einer Krankheitsübertragung erhöht.
    • Beim Herausdrehen der Zecke reißt der Stechrüssel häufig ab und bleibt stecken, deshalb ist auch diese Methode nicht empfehlenswert.

    Was, wenn der Kopf der Zecke stecken bleibt?

    Es kommt immer wieder vor, dass man die Zecke nicht ganz erwischt und ein kleiner Rest des Tieres in der Haut steckenbleibt. Dabei handelt es sich meist nicht um den Kopf, sondern um Teile des Stechapparats. Hier besteht keine weitere Infektionsgefahr mehr.

    Versuchen Sie trotzdem, die Reste vorsichtig zu entfernen. Klappt das nicht, dürfen Sie den Rest der Zecke in der Haut stecken lassen. Meist kommt es dann zu einer leichten Entzündung, und Ihr Körper stößt die Fremdkörper von alleine wieder ab.

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