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Zecken-Alarm: Das sind die neuen FSME-Risikogebiete

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 07.06.2021

Zecken-Alarm: Das sind die neuen FSME-Risikogebiete

Kaum wird es draußen wärmer, sind die Zecken wieder aktiv. Fünf weitere Regionen gelten nun als Risikogebiet für eine Übertragung der Hirnentzündung FSME. Hier finden Sie alles Wissenswerte rund um Zecken plus Infos zu den neuen Zeckenarten aus den Tropen.

  • Fünf weitere Regionen in Deutschland wurden 2021 als FSME-Risikogebiet eingestuft. Die Gebiete liegen in Bayern, Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
  • Zecken sind inzwischen nahezu ganzjährig aktiv. Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland so viele Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME-) wie nie zuvor seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001. Auch 2021 könnte ein Rekordjahr für Zecken werden.
  • Zecken lieben es feucht – nach einem Regen sind die Tiere besonders aktiv.
  • Tropische Zecken werden zunehmend auch in Deutschland heimisch.

In der Coronakrise sind viele von uns mehr in der Natur unterwegs als sonst. Damit steigt das Risiko, von einer Zecke gestochen zu werden. Zecken können die gefährlichen Krankheiten Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen.

Wird 2021 wieder ein "Zeckenjahr"?

2020 war ein Zecken-Rekord-Jahr: Laut Robert Koch-Institut (RKI) wurde mit 704 FSME-Erkrankungen die bislang höchste Anzahl Erkrankungen seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001 gemeldet.

Auch 2021 könnte ein Zeckenjahr werden. Schuld daran sei der milde Winter, warnen Experten.

Zahl der FSME-Risikogebiete steigt

In immer mehr Teilen Deutschlands besteht die Gefahr, nach einem Zeckenbiss an FSME, einer Hirnhautentzündung, zu erkranken. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die Anzahl der sogenannten FSME-Risikogebiete 2021 um fünf neue Regionen erweitert.

Es handelt sich um:

  • die Stadt Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt)
  • Dillingen a. d. Donau (Bayern)
  • Fulda (Hessen)
  • Mittelsachsen (Sachsen) und
  • Weimarer Land (Thüringen)

Damit sind mittlerweile 169 Regionen Risikogebiet für die von Zecken übertragene Hirnhautentzündung FSME.

Die kleinen Blutsauger können Mensch und Tier mit schweren Krankheiten anstecken.
Die kleinen Blutsauger können Mensch und Tier mit schweren Krankheiten anstecken. (Foto: Shutterstock / Aksenova Natalya)

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Die bei uns heimischen Zecken können die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Lyme-Borreliose übertragen.

Bei FSME handelt es sich um eine Virusinfektion. Laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit erkranken jedes Jahr etwa 300 Menschen an der Virusinfektion. Die Hälfte der Fälle tritt in Bayern auf. "Neben einer unkomplizierten grippalen Symptomatik kann das Virus unter anderem zu einer Meningitis, Enzephalitis oder Myelitis (Hirnhaut-, Gehirn- oder Rückenmarksentzündung) führen. Eine kausale Therapie existiert nicht, aber die Erkrankung kann wirksam durch eine Impfung verhindert werden", so das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Die aktuelle Karte der FSME-Risikogebiete finden Sie auf der Seite des RKI. 

Borreliose: Gefahr in ganz Deutschland

Bei der Lyme-Borreliose handelt es sich um eine bakterielle Infektion. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung, die Erkrankung kann aber gut mit Antibiotika behandelt werden. Mit Lyme-Borreliose kann man sich nicht nur in den Risikogebieten, sondern in ganz Deutschland infizieren. Ungefähr zehn bis 20 Prozent der Zecken tragen das Lyme-Borreliose-Bakterium in sich. Laut RKI tritt in Deutschland bei etwa vier Prozent der Menschen nach einem Zeckenbiss eine Borreliose-Infektion auf. Nach Schätzungen liegt die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen bei mehreren Zehntausend. Da die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung steigt, je länger die Zecke saugt, ist es wichtig, die Zecke möglichst schnell zu entfernen.

Schutz vor Zeckenstichen

Vor FSME können Sie sich durch eine Impfung schützen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung allen, die in den Risikogebieten leben oder dort Urlaub machen. 

"Um gar nicht erst von einer Zecke gestochen zu werden, können das Tragen richtiger Kleidung, das Einsprühen mit Anti-Insektensprays und das gründliche Absuchen des eigenen Körpers helfen", rät Franz Rubel.

So schützen Sie sich vor Zecken

  • Tragen Sie festes, geschlossenes Schuhwerk.
  • Gut schließende, lange Kleidung schützt vor Zecken.
  • Auf heller Kleidung sind die Krabbeltiere leichter zu finden.
  • Verwenden Sie Antizeckenspray.
  • Nehmen Sie eine Zeckenzange, Zeckenkarte oder Zeckenpinzette mit, um Zecken unterwegs so schnell wie möglich zu entfernen.
  • Bleiben Sie möglichst auf festen Wegen.
  • Suchen Sie nach dem Spaziergang nicht nur die Haut, sondern auch die Kopfhaut gründlich nach Zecken ab. Zecken lieben feuchte, warme Stellen. Überprüfen Sie deshalb die Hautstellen unter den Achseln, in den Leisten, am Po und im Halsbereich.

Tropen-Zecken sind auf dem Vormarsch

Zwei Zeckenarten, die eigentlich in den Tropen heimisch sind, werden immer öfter in Deutschland gesichtet: die Hyalomma-Zecke und die Braune Hundezecke.

Die Hyalomma-Zecke kann tödliche Krankheiten übertragen 

In den vergangenen beiden Jahren wurde in Deutschland öfters eine Zecke entdeckt, die eigentlich in Südeuropa, Asien und Afrika beheimatet ist. Weil sie fünf Mal so groß wie der heimische Holzbock werden kann und sehr widerstandsfähig ist, wird sie auch "Super-Zecke" genannt. Die Hyalomma-Zecke hat auffällig gestreifte, behaarte Beine und kann äußerst schnell laufen. Experten gehen davon aus, dass die Larven der Zecke mit Zugvögeln nach Deutschland gelangt sind. 

Laut Robert Koch-Institut (RKI) können Hyalomma-Zecken gefährliche Krankheiten wie das oft tödliche Krim-Kongo-Virus übertragen.

Panik ist allerdings nicht angebracht. Bislang wurden in Deutschland erst weniger Exemplare gefunden. Keine dieser Zecken trug Infektionserreger für hämorrhagische Tropenfieber, wie das Krim-Kongo Hämorrhagische Fieber sowie das Arabisch Hämorrhagische Fieber. Das haben jetzt Experten der Universität Hohenheim bestätigt.

Hyalomma-Zecken können allerdings Zecken-Fleckfieber übertragen. Vergangenen Sommer wurde der erste Fall einer Fleckfieber-Erkrankung durch den Stich einer tropischen Riesenzecke bekannt. Fleckfieber lässt sich mit Antibiotikum gut behandeln.

Braune Hundezecke breitet sich weiter aus

Auch die Braune Hundezecke fühlt sich in Deutschland mittlerweile pudelwohl. Die Zecke bevorzugt Hunde als Wirt - in Ausnahmefällen aber auch Menschen. In Wohnungen kann sie schnell zur Plage werden. Hier lesen Sie mehr über die Braune Hundezecke: Braune Hundezecke: Gefahr für Mensch und Hund wird größer

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