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Wann läuft der digitale Impfpass aus?

Autor: Lino Wirag | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 27.10.2021

Wie lange ist der digitale Impfpass gültig? Kann das digitale Impfzertifikat auslaufen?
Foto: Shutterstock/Ralf Liebhold

Wer sich gegen das Coronavirus impfen lässt, erhält ein persönliches digitales Impfzertifikat. Hinterlegt man es in CovPass, Luca oder der Corona-Warn-App, kann man seinen Impfstatus per Smartphone nachweisen. Aber: Wie lange? Stimmt es, dass der digitale Impfpass nach einem Jahr ausläuft?

Für jede Corona-Impfung erhalten Sie ein individuelles Impfzertifikat der EU, entweder direkt in der Arztpraxis oder in der Apotheke, wenn Sie dort Ihren Impfpass vorlegen. Die personalisierten Zertifikate dienen beispielsweise als Nachweis, dass Sie die nötigen Impfungen erhalten haben, um wieder ein Restaurant zu besuchen. Den gleichen Zweck kann natürlich auch Ihr Impfpass erfüllen.

Impfzertifikate in der App speichern

Wenn Sie den QR-Code, der sich auf jedem Zertifikat befindet, in die CovPass- oder Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts (RKI) einlesen, wird das Dokument zusätzlich auf Ihrem Smartphone hinterlegt. Den gleichen Zweck erfüllt auch die kommerzielle App Luca.

In die CovPass-App lassen sich neben digitalen Impfzertifikaten auch Covid-Testzertifikate sowie Genesenenzertifikate einscannen. Für Menschen mit vollständiger Impfung funktionieren die Nachweise mit der CovPass-App und der Corona-Warn-App innerhalb der EU nach unseren Erfahrungen problemlos. 

Natürlich lassen sich einmal eingescannte Covid-Zertifikate auch jederzeit wieder aus der App entfernen. Die viel interessantere Frage lautet aber: Wie lange ist der digitale Impfnachweis der EU überhaupt gültig? Läuft er irgendwann aus? Und wenn ja, was ist dann zu tun?

Digitaler Impfpass hat ein Ablaufdatum

Die Antwort: Tatsächlich findet sich in der Corona-Warn-App bzw. in CovPass zu jedem Impfzertifikat ein technisches Ablaufdatum. Es wird angezeigt, wenn Sie die Detailansicht des jeweiligen Zertifikats anwählen (siehe Bild). Direkt unter dem Datum steht der Satz: "Bitte bemühen Sie sich rechtzeitig darum, einen neuen digitalen Ausweis ausstellen zu lassen."

Screenshots/ÖKO-TEST
Screenshots/ÖKO-TEST (Foto: Das technische Ablaufdatum des Impfzertifikats wird in der Corona-Warn-App (links) und in CovPass (rechts) angezeigt.)

Das technische Ablaufdatum lag in unserem Fall genau ein Jahr nach dem Tag, an dem das digitale Zertifikat ursprünglich in der Apotheke ausgestellt worden war. Auf dem Papierausdruck des Zertifikats findet sich das technische Ablaufdatum jedoch nicht, es wird nur in den Apps angezeigt.

Die App warnt, wenn der Impfpass bald abläuft

Laut den Entwicklern weist die Corona-Warn-App Benutzer (seit Version 2.7) rechtzeitig auf die Frist des Impfzertifikats hin: 28 Tage vor dem Ablaufdatum erhält der Nutzer eine Push-Nachricht, auch beim ablaufenden Zertifikat in der App erscheint ein entsprechender Hinweis. Sobald das Zertifikat tatsächlich abgelaufen ist, wird der Nutzer erneut benachrichtigt.

Ist das technische Ablaufdatum erreicht, kann das digitale Zertifikat nicht mehr als Impfnachweis, beispielsweise für Reisen innerhalb der EU, verwendet werden. Stattdessen muss zum Beispiel wieder auf den klassischen Impfpass zurückgegriffen werden.

Damit stehen die momentanen technischen Begrenzungen im Widerspruch zu Aussagen der EU-Kommission, die an anderer Stelle ausdrücklich schreibt, dass für digitale Impfzertifikate "keine Geltungsdauer vorgesehen" sei. Das bedeutet, dass einmal ausgestellte EU-Impfzertifikate zwar nach offiziellen Aussagen – bislang – nicht auslaufen, de facto aber mit einer technischen Sperre von einem Jahr versehen wurden.

Wenn der digitale Impfpass ausläuft, lässt sich der Code in der App nicht mehr scannen.
Wenn der digitale Impfpass ausläuft, lässt sich der Code in der App nicht mehr scannen. (Foto: Corona-Warn-App/Robert Koch-Institut)

Hier werden die nächsten Monate Aufklärung bringen. Denn: Nach dem 1. April 2022 will die EU-Kommission darüber entscheiden, ob die digitalen Covid-Zertifikate nach dem 1. Juli 2022 weiter existieren – und wenn ja, in welcher Form. Die Entscheidung wird vom weiteren Verlauf der Pandemie sowie neueren medizinischen Erkenntnissen und Empfehlungen abhängen.

Spätestens zum 1. Juli 2022 muss über die Zukunft der digitalen Covid-Zertifikate entschieden sein, weil dann die dazugehörige EU-Verordnung ausläuft. Zum gleichen Zeitpunkt werden auch die ersten digitalen Impfpässe ihre technische Gültigkeit verlieren, da sie ein Jahr zuvor, im Sommer 2021, ausgestellt wurden.

Die Zukunft des digitalen Impfpasses ist unsicher

Es ist vorstellbar, dass …

  • die technischen Ablaufdaten der digitalen Impfpässe im kommenden Jahr aufgehoben werden,
  • die Ablaufdaten verlängert werden,
  • Bürger sich jeweils neue digitale Zertifikate (bei ihrem Arzt oder in ihrer Apotheke) ausstellen lassen müssen,
  • aber auch, dass alle digitalen Impfzertifikate auslaufen, weil sie nicht mehr benötigt werden, um einen sicheren Alltag zu organisieren.

Wichtig: Einen Zusammenhang zwischen dem technischen Ablaufdatum der Zertifikate und einem tatsächlich bestehenden (vollständigen) Impfschutz gibt es aus medizinischer Sicht nicht. Nicht ohne Grund wird in Deutschland zurzeit über die sogenannte dritte Impfung (auch: Booster- oder Auffrischimpfung) diskutiert, weil bekannt ist, dass die Schutzwirkung der Impfung im Bezug auf spezielle Risiken mit der Zeit nachlässt. Lesen Sie dazu: Dritte Corona-Impfung: Wer kann die Booster-Impfung bekommen?

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