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Vergrößerte Milz und Milzruptur: Milz-Erkrankungen und die Behandlungsmöglichkeiten

Autor: Redaktion | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 16.03.2021

Die Milz macht selten Probleme, eine vergrößerte Milz kann mehrere Ursachen haben.
Foto: Shutterstock / transurfer

Die Milz: Die meisten machen sich wenig Gedanken um das Organ und nur selten bereitet sie Probleme. Doch für den Blutkreislauf und das Immunsystem ist das Lymphorgan wichtig. Wir erklären die Funktionen der Milz und wie eine vergrößerte Milz oder ein Milzriss behandelt werden. 

  • Die Milz ist wichtig für unser Immunsystem und den Blutkreislauf: Das Lymphorgan kann große Mengen Blut speichern und Fremdstoffe filtern.
  • Erkrankt die Milz, leiden Patienten meist an einer Milzruptur oder einer Milzschwellung.
  • Da die Milz kein lebensnotwendiges Organ ist, kann sie im schlimmsten Fall operativ entfernt werden.

Die Milz ist ein Organ, das nicht allzu oft Probleme bereitet. Viele wissen daher nicht um ihre Wichtigkeit für den Blutkreislauf. Wir erklären, welche Funktionen die Milz in unserem Körper übernimmt und zeigen die häufigsten Milz-Erkrankungen samt Ursachen, Symptomen und Behandlungen.

Die Milz: entbehrlich, aber wichtig

In der antiken Viersäftelehre galt die Milz als eines der vier "Kardinalorgane". Danach hatte das bohnenförmige Körperteil die Funktion, die schmutzigen Säfte der Leber zu reinigen und in schwarze Galle zu verwandeln. Schwächelte das Organ, so glaubte man noch im Mittelalter, verfiel der Mensch in Furchtsamkeit und Melancholie.

Im alten China hielt man die Milz für eine Art Zentralorgan des Verdauungssystems – vermutlich eine Verwechslung mit der Bauchspeicheldrüse. Im Denkmodell der traditionellen Chinesischen Medizin spielt die Milz für den Energiekreislauf im menschlichen Körper noch immer eine wichtige Rolle.

Die Aufgaben und Funktion der Milz

Dagegen gilt die Milz in der modernen Schulmedizin als ein vergleichsweise unbedeutendes Organ. Denn die Milz ist nicht lebensnotwendig und macht auch nur selten Ärger. Für das Immunsystem erledigt sie eine Reihe von Aufgaben, die im Notfall aber auch andere Körperteile übernehmen können.

Das etwa faustgroße Lymphorgan im linken Oberbauch hat die Fähigkeit, große Mengen Blut zu speichern. Die Milz filtert Fremdstoffe, beschädigte oder überalterte Blutkörperchen aus dem Blut, baut Blutgerinnsel ab und sorgt dafür, dass Teile des Blutfarbstoffs recycelt und in der Leber zu Gallenfarbstoff verarbeitet werden.

Die Milz stellt Lymphozyten, eine bestimmte Art von weißen Blutkörperchen, bereit, die zur Abwehr von Krankheitserregern dienen. Bei einigen Infektionskrankheiten ist das Organ deshalb besonders gefordert und schwillt so stark an, dass der Arzt es unter den Rippen ertasten kann.

Außerdem ist die Milz bei Föten und Kindern bis zum sechsten Lebensjahr entscheidend an der Bildung von roten Blutkörperchen beteiligt. Später übernimmt das Knochenmark diese Aufgabe. Ist die Produktion von Blutzellen im Knochenmark gestört, beispielsweise bei einer Leukämie, wird die Milz wieder aktiv.

Eine vergrößerte Milz bedeutet eine verstärkte Abwehrarbeit der Milz.
Eine vergrößerte Milz bedeutet eine verstärkte Abwehrarbeit der Milz. (Foto: Shutterstock / Timonina)

Milzruptur oder Milzriss

Es gibt fast keine speziellen Erkrankungen der Milz. Bei Unfällen kann das stark durchblutete Milzgewebe jedoch einreißen. Größere Risse führen zu unstillbaren Blutungen in die Bauchhöhle, an denen Betroffene innerhalb kurzer Zeit sterben. Bei einer schweren Verletzung muss das Organ sofort komplett entfernt werden. Wenn es sich um kleinere Blutungen handelt, wird besonders bei Kindern versucht, das Organ durch spezielle OP-Techniken zumindest teilweise zu erhalten.

Kinder unter sechs Jahren sind ohne Milz besonders anfällig für bestimmte bakterielle Infektionen, die zu einer schweren Lungenentzündung und manchmal auch Hirnhautentzündung führen können. Eine vorbeugende Impfung ist möglich.

Erwachsene Menschen können auch ohne Milz ein normales Leben führen. Allerdings sind sie anfälliger für bestimmte Bakterien und Infektionen. Eine Impfung gegen Erreger wie Pneumokokken und Meningokokken ist dann wichtig.

Milzschwellung – die vergrößerte Milz

Meistens ist eine Vergrößerung der Milz ein Anzeichen für eine durch Viren, Bakterien oder Parasiten verursachte Infektion – beispielsweise Pfeiffersches Drüsenfieber (Epstein-Barr-Virus-Infektion), Tuberkulose oder Malaria. Eine vergrößerte Milz bedeutet meist auch eine Überfunktion des Organs (Hypersplenismus).

Die Ursache einer vergrößerten Milz

Der Grund für die vergrößerte Milz ist eine verstärkte Abwehrarbeit des Lymphorgans. Auch bei einer Leukämie, einer bösartigen Veränderung der weißen Blutkörperchen, wird die Milz aktiv und schwillt an, sodass sie vom Arzt ertastet werden kann. Beim Morbus Gaucher, einer Fettspeicherkrankheit, bei der wegen eines Gen-Defekts Fettstoffe nicht abgebaut werden und sich teilweise in der Milz ablagern, kann das Organ bis auf das 20-Fache seiner normalen Größe anschwellen. Auch eine Leberzirrhose kann durch einen Rückstau des venösen Blutes zu einer Milzvergrößerung führen.

Symptome und Behandlung

Die Milz selbst ist aber bei einer Vergrößerung nur indirekt betroffen. Patienten spüren in der Regel ein Druckgefühl im linken Oberbauch oder auch starke Schmerzen. Es können aber auch Symptome auftreten, die die zugrunde liegende Erkrankung auslöst. Bei Infektionskrankheiten können das Fieber oder geschwollene Lymphknoten sein.

Wie das Universitätsklinikum Heidelberg erklärt, kann die Milzschwellung auch zu einer Blutarmut führen. Erkrankte Menschen haben dann oft "eine blasse Gesichtsfarbe, sind müde und fühlen sich körperlich angeschlagen".

Hat die Milz ihre normale Größe, kann man sie durch Abtasten nicht fühlen, da sie hinter den Rippen liegt. Ist die Milz jedoch vergrößert, kann ein Arzt sie bei einer Untersuchung ertasten. Entscheidend ist es, die Ursache der vergrößerten Milz herauszufinden und zu behandeln. Meist können eine Ultraschalluntersuchung oder ein Blutbild Aufschluss geben. Bei Verdacht auf eine Leukämie wird eine Knochenmarkspunktion durchgeführt.

Auch ohne Milz können Erwachsene in der Regel ohne Beeinträchtigung weiterleben. Sie sind lediglich anfälliger für Infektionen. Eine ausgewogene, gesunde Ernährung stärkt das Immunsystem.

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