1. Home
  2. News

Studie: In Deutschland sterben 13.000 Menschen jährlich durch Luftverschmutzung

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 28.02.2019

Studie: In Deutschland sterben 13.000 Menschen jährlich durch Luftverschmutzung
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / 995645)

Herz- und Lungenprobleme, Krebserkrankungen, Diabetes – die Liste der Krankheiten, die mit verschmutzter Luft in Verbindung gebracht werden, ist lang. Eine neue Studie geht von 13.000 Toten in Deutschland durch Luftverschmutzung aus.

Die Diskussion um die Folgen der Luftverschmutzung geht weiter. Lange Zeit standen die Stickstoffdioxid-Emissionen im Fokus. Laut Umweltbundesamt sanken hier die Werte im Zeitraum zwischen 1990 und 2015 um mehr als die Hälfte. Jetzt haben sich US-amerikanische Forscher in einer aktuellen Studie auf den Feinstaub konzentriert. Sie haben untersucht, wie viele Menschen frühzeitig an den Folgen der Schadstoffbelastung in der Luft gestorben sein sollen. Die Untersuchung des „International Council on Clean Transportation“ (ICCT) besagt: In Deutschland seien im Jahr 2015 ungefähr 43.000 Menschen frühzeitig an den Folgen von Feinstaub und Ozon gestorben. Bei 13.000 waren Emissionen aus dem Verkehrsbereich für die frühzeitigen Todesfälle verantwortlich.

Deutschland steht weltweit auf dem vierten Rang 

Damit nimmt Deutschland im weltweiten Vergleich einen traurigen vierten Platz ein – nach China (114.000), Indien (74.000) und den USA (22.000).

Betrachtet man die Zahl der Todesfälle in Relation zur Bevölkerung, liegt Deutschland mit 17 frühzeitigen Todesfällen pro 100.000 Einwohner bei der Sterberate sogar an erster Stelle. Dieser Wert liegt laut der Studie fast 50 Prozent über dem Durchschnitt aller EU-Länder.

Die Ergebnisse der Studie im Überblick

  • Weltweit starben laut dem ICCT im Jahr 2015 etwa 385.000 Menschen frühzeitig an den Folgen der Feinstaub- und Ozonbelastung aus dem Verkehrsbereich.
  • Dieselfahrzeuge sind laut Studienaussagen weltweit für fast die Hälfte der frühzeitigen Todesfälle verantwortlich. In Deutschland liegt die Zahl deutlich über dem Schnitt: Hier sollen Diesel-PKWs, -Busse und -LKWs sogar für zwei Drittel der Todesfälle verantwortlich sein. 
  • Allein für Deutschland werden die gesellschaftlichen Kosten, die durch die negativen Auswirkungen des Verkehrs auf die Gesundheit der Bevölkerung verursacht werden, auf fast 100 Milliarden Euro geschätzt.

Bei der Untersuchung arbeitete das umweltnahe ICCT mit Forschern der George Washington Universität und der Universität Colorado zusammen. Die Forschungsorganisation ICCT war maßgeblich an der Aufdeckung des VW-Diesel-Skandals beteiligt. 

Manche Lungenärzte kritisieren an Studien dieser Art, dass es nicht genug Beweise für einen direkten Zusammenhang zwischen schmutziger Luft und darauf zurückgeführten Todesfällen gäbe. Der ICCT verweist dagegen auf eine Vielzahl epidemiologischer Studien, in denen genau dieser Zusammenhang nachgewiesen wird.

Quelle: theicct.org

Weiterlesen auf oekotest.de: