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Studie: In 100 Jahren könnten Insekten ausgestorben sein

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 12.02.2019

Studie: In 100 Jahren könnten Insekten ausgestorben sein
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / Schwoaze)

Jährlich verschwinden zwei Prozent der Insekten weltweit. Wenn die Entwicklung so weitergeht, könnten in den kommenden 100 Jahren alle Insekten verschwunden sein, warnen Forscher.

Weniger Schmetterlinge, weniger Bienen – die Zahl der Insekten nimmt ab. Das ist erstmal nichts Neues und lässt sich im Sommer nach jeder Autofahrt beobachten. Früher war die Windschutzscheibe übersät mit toten Insekten, heute ist sie nahezu sauber. Das ist jedoch kein gutes Zeichen, weil der Verlust für die Natur gravierende Auswirkungen hat. Wie katastrophal das Insektensterben nicht nur bei uns, sondern weltweit wirklich ist, zeigt eine aktuelle Übersichtsstudie, die in der Fachzeitschrift Biological Conversation veröffentlicht wurde.

Die Forscher um den australischen Ökologen Francisco Sánchez-Bayo haben für ihre Auswertung 73 verschiedene Studien analysiert. Das Fazit: Die Biomasse der Insekten nimmt jedes Jahr um rund 2,5 Prozent ab. Bei 40 Prozent der Insektenarten weltweit konnten die Forscher einen Rückgang erkennen, ein Drittel der Arten sei bereits vom Aussterben bedroht.

Besonders dramatisch ist demnach der Schwund bei den Schmetterlingen, den Hautflüglern (etwa Bienen, Wespen und Ameisen) und den Dungkäfern. Insekten sterben achtmal schneller aus als Säugetiere, Vögel und Reptilien.

"In zehn Jahren wird es ein Viertel weniger Insektenbestände geben, in fünfzig Jahren nur noch die Hälfte, und in hundert Jahren wird es keine mehr geben", sagte Sánchez-Bayo gegenüber dem britischen Guardian.

Wer ist schuld am Insektensterben?

Die Autoren der Studien sehen den Hauptgrund für das weltweite Insektensterben in der intensiven Landwirtschaft und der zunehmenden Verstädterung. Dadurch wird der Lebensraum für Insekten immer kleiner. Zweitwichtigste Ursache ist der starke Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln, gefolgt von Krankheitserregern. An vierter Stelle steht der Klimawandel, der vor allem für die Insekten in tropischen Regionen gefährlich ist. 

Gravierende Auswirkung auf Ökosysteme

Wenn die Zahl der Insekten immer weiter abnimmt, hat das Auswirkungen auf die gesamte Nahrungskette. Insekten sind für viele Wirbeltiere die Grundnahrung. Die meisten Pflanzenarten werden von Insekten bestäubt. Diese sorgen für einen gesunden Boden, recyceln Nährstoffe und bekämpfen Schädlinge.

"Wenn wir unsere Produktionsweise von Nahrungsmitteln nicht ändern, werden Insekten in einigen Jahrzehnten vom Aussterben bedroht sein", schreiben die Forscher. "Die Auswirkungen, die das für die Ökosysteme der Erde haben wird, sind gelinde gesagt katastrophal." Selbst das Überleben der Menschheit sei dadurch gefährdet. Denn ohne Insekten müssten wir auf einen großen Teil der landwirtschaftlichen Produkte auf unseren Tellern verzichten.

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