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Salmonellen-Infektionen durch tiefgefrorenes Geflügelfleisch

Autor: Ann-Cathrin Witte | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 17.05.2021

Salmonellen-Infektionen sind aktuell auf dem Vormarsch.
Foto: Microgen/Shutterstock

In den vergangenen Monaten häuften sich die Salmonellen-Infektionen in mehreren europäischen Ländern und Kanada. Ein Verursacher sind tiefgefrorene panierte Geflügelprodukte. Das Bundesinstituts für Risikobewertung mahnt deswegen zur Vorsicht bei der Zubereitung von Geflügelfleisch.

Magenkrämpfe, Erbrechen, Durchfall – das sind die klassischen Symptome einer Salmonellen-Infektion. Verursacht wird die Infektion durch das Bakterium Salmonella Enteritidis. Dieses kommt auf vielen tierischen Produkten, darunter rohen Eiern und nicht durchgegartem Fleisch, vor. 

Laut des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) traten in den vergangenen Monaten über 300 Fälle von Salmonellen-Infektionen in mehreren europäischen Ländern und Kanada auf, darunter auch in Deutschland. Ende April waren dem Institut rund 20 Fälle in sechs Bundesländern bekannt. Zum Teil werden die Infektionen auf tiefgefrorenes paniertes Geflügelfleisch zurückgeführt.

Auch Tiefgefrorenes kann Salmonellen enthalten

Überraschend ist das nicht, denn Salmonellen sind ziemlich wiederstandsfähig. Die Bakterien werden durch das Tiefgefrieren nicht abgetötet und können bei Minusgraden sehr lange infektionsfähig bleiben. Dass die Infektionen aktuell ansteigen, hat darüber hinaus einen einfachen Grund: Gerade in der Corona-Pandemie sei die Verwendung von TK-Convenience-Produkten, wie etwa paniertem Hähnchenfleisch, stärker angestiegen, schreibt das BfR in einer Pressemitteilung.

Geflügelfleisch ist häufig eine Quelle für Salmonellen.
Geflügelfleisch ist häufig eine Quelle für Salmonellen. (Foto: Mironov Vladimir/Shutterstock)

Verbraucher könnten zudem häufig nicht erkennen, ob solche Produkte vorgegartes oder rohes Fleisch enthalten. "Insbesondere für Kinder und ältere Menschen besteht ein höheres Risiko, durch Salmonellen zu erkranken", warnt BfR-Präsident Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel.

Salmonellen-Infektionen: Geflügelfleisch ist häufig Keimträger

Auch Untersuchungen der amtlichen Lebensmittelüberwachung zeigen, dass rohes Geflügelfleisch und Geflügelfleischerzeugnisse – auch die tiefgekühlten Produkte – mit Krankheitserregern belastet sein können. Im Jahr 2018 wurden bei 5,6 Prozent der untersuchten Hähnchenfleischproben Salmonellen und in jeder zweiten Probe Campylobacter-Bakterien gefunden. Letztere können ebenfalls Magen-Darm-Erkrankungen auslösen.

Um eine Infektion mit Salmonellen zu verhindern, hat das BfR eine Reihe von Hygieneregeln zusammengestellt. Grundsätzlich gilt, dass Lebensmittelinfektionen vermieden werden können, indem beim Zubereiten von rohem Geflügel besonders auf die hygienische Sorgfalt geachtet wird.

Auch Eier und Eierspeisen können Salmonellen enthalten.
Auch Eier und Eierspeisen können Salmonellen enthalten. (Foto: Svetlana Zhukova/Shutterstock)

Salmonellen-Infektion verhindern: Das sollten Sie beachten

Auf die folgenden Schritte sollten Verbraucher dabei besonders achten:

  • Rohe Geflügelprodukte und andere Lebensmittel getrennt lagern und zubereiten, insbesondere wenn Letztere nicht noch einmal erhitzt werden.
  • Frisches Geflügelfleisch maximal bei +4 °C aufbewahren und bis zum Ablauf des Verbrauchsdatums verarbeiten und verzehren.
  • Tiefgefrorenes Geflügelfleisch ohne Verpackung im Kühlschrank auftauen – am besten in einer Schüssel mit Deckel, damit das Tauwasser aufgefangen wird.
  • Geflügelfleisch nicht abwaschen, da durch das Spritzwasser Keime verteilt werden können; besser direkt verarbeiten oder mit einem Papiertuch abtupfen und dieses direkt entsorgen.
  • Gerätschaften und Oberflächen, die mit rohen Geflügelprodukten oder Auftauwasser in Berührung gekommen sind, vor der weiteren Verwendung gründlich mit warmem Wasser und Spülmittelzusatz reinigen. Hände zwischen den einzelnen Zubereitungsschritten mit warmem Wasser und Seife gründlich reinigen.
  • Geflügelfleisch ausreichend durchgaren – bis im Kern des Produktes mindestens +70 °C für 2 Minuten erreicht werden und das Fleisch eine durchgehend weißliche Farbe angenommen hat. Darauf sollte auch beim Grillen geachtet werden.

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