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Ratgeber: Kontaktallergien

Bleib mir fern!

ÖKO-TEST März 2016 | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 25.02.2016

Ratgeber: Kontaktallergien

Wenn die Haut verrückt spielt, steckt oft eine Kontaktallergie dahinter. Die einzige Therapie besteht darin, den Auslöser zu meiden. Doch die Spurensuche kann mühsam sein, da die Symptome oft zeitverzögert auftreten. Um Allergiker besser zu schützen, hat die EU einige Regelungen verschärft.

Wenn man das Gefühl hat, schier aus der Haut fahren zu müssen, sind nicht immer Wut oder Ärger die Ursachen dafür. Häufig sind es vielmehr Gegenstände oder Stoffe, mit denen wir im Alltag (mehr oder weniger bewusst) in Berührung kommen: Modeschmuck, Reinigungsmittel, Kosmetik oder Baumaterialien. Der Kontakt mit ihnen kann entzündliche Prozesse in der Haut auslösen, die als allergisches, stark juckendes Ekzem vor allem an jenen Stellen auftreten, die mit dem Allergen in Berührung gekommen sind. Eine Kontaktallergie tritt meist nicht unmittelbar, sondern mit einer Verzögerung von ein bis drei Tagen auf. Das macht die Suche nach dem Auslöser bisweilen sehr schwierig.

Zumal mehr als 3.000 Substanzen - sowohl Naturstoffe als auch zahlreiche Chemikalien - infrage kommen können. Zu den häufigsten Auslösern von Kontaktallergien zählen Metallsalze, Farb- und Duftstoffe sowie Konservierungsmittel (siehe Seite 77). Nach Angaben des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken (IVDK) sind zwischen 15 und 20 Prozent der Menschen gegen mindestens eines der wichtigen Kontaktallergene sensibilisiert. Professor Axel Schnuch, Leiter des IDVK, und seine Kollegin Professor Vera Mahler sprechen in einem Fachaufsatz gar von der "Volkskrankheit Kontaktallergie". Nach Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) erkranken pro Jahr etwa drei Prozent der Bevölkerung an einem allergischen Kontaktekzem. Frauen leiden danach viermal häufiger an Kontaktekzemen als Männer - und zwar in allen Altersgruppen. Mögliche Gründe dafür sind nach Ansicht der RKI-Experten geschlechtsbedingte Unterschiede bei der Berufswahl wie auch unterschiedlich häufiger Kontakt zu Modeschmuck und Duftstoffen.

Dem Ekzem voraus geht - unbemerkt - die Phase der Sensibilisierung. Das Immunsystem bewertet aufgrund einer Fehlschaltung die Substanz neu. Der bis dahin unwichtige Fremdstoff wird plötzlich als Gefahr identifiziert, die es mit einer Entzündungsreaktion zu bekämpfen gilt. Deshalb können Kontaktallergien auch durch Stoffe auftreten, die über Jahre hinweg scheinbar problemlos vertragen wurden. Die Gründe für diese Fehlsteuerung sind wie bei Heuschnupfen und anderen Allergien vielfältig und teilweise unbekannt. Klar ist, dass die Sensibilisierung entscheidend von der Art und Dauer des Kontaktes mit dem Allergen abhängt. Die beste Vorbeugung besteht folglich darin, bekannte und potente Kontaktallergene möglichst von seiner Haut fernzuhalten.

Denn Heilung gibt es keine. Wohl aber Medikamente und Hilfen, die den Umgang mit der Krankheit erleichtern. Doch Kontaktallergien können schwere Folgen haben, ja sogar den Arbeitsplatz kosten. Denn bei wiederholtem Kontakt mit dem Allergen wird das Ekzem chronisch, und die einzige Therapie besteht darin, den auslösenden Stoff diagnostisch zu identifizieren und dann konsequent zu meiden.

Oft ist es jedoch nicht eindeutig, ob und wenn ja welches der Kontaktallergene das Ekzem verursacht hat. Deshalb geht dem Test eine ausführliche Befragung durch einen

Ratgeber: Kontaktallergien
ÖKO-TEST März 2016 Seite 74
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4 Seiten
Seite 74 - 77 im ÖKO-TEST März 2016
vom 25.02.2016
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Erschienen am 25.02.2016

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