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Ratgeber: Das Gewicht halten

Kein Rauf nach dem Runter

ÖKO-TEST Februar 2016 | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 29.01.2016

Ratgeber: Das Gewicht halten

Wenn nach einer Diät die mühsam abgearbeiteten Kilos bald wieder zurückkommen, ist das mehr als frustrierend. Auch wenn man sich vielleicht ein wenig damit trösten kann, dass es den meisten Leuten so ergeht. Lesen Sie, warum es so schwer ist, dem Jo-Jo-Effekt zu entkommen - und wie das trotzdem gelingen kann.

Stolz zeigt man oder frau den schlankeren Körper wieder in eng anliegenden Hosen, kurzen Röcken, taillierten Shirts und Kleidern. Abnehmen hieß das Ziel, das nun endlich erreicht ist. Die einen haben mit Formuladiäten recht schnell in ein paar Wochen einige Kilogramm abgespeckt. Die anderen setzten eher auf eine veränderte Ernährung, sei es Low Carb, Low Fat oder das Weglassen von Kalorienbomben wie Eisbecher, Schokolade, Chips und den zwei Gläsern Wein am Abend. Auch so lässt sich das Gewicht reduzieren, selbst wenn es vielleicht ein wenig länger dauert.

Doch meist hängen die figurbetonten Sachen ein Jahr später wieder ganz hinten im Schrank. Denn das niedrigere Gewicht zu halten, scheint viel schwieriger als der Weg dorthin zu sein. Wer öfter mal Diät macht, kennt die Enttäuschung: Erst purzeln die Kilos, dann klettert das Gewicht mal mehr, mal weniger schnell wieder nach oben. Jo-Jo-Effekt wird dieses Runter und Rauf deshalb auch genannt. Dass es einen solchen Jo-Jo-Effekt gibt, muss eigentlich jedem klar sein: Denn würden Diäten langfristig funktionieren, gäbe es nicht ständig neue.

Warum aber ist es bloß so schwer, sich die abgespeckten Kilos für alle Zeiten vom Leib zu halten? Das hat vor allem biologische Gründe. Zwar nimmt man mit radikalen Diäten in der ersten Zeit schnell viel ab - Werbeversprechen wie "drei Kilo in einer Woche" sind insofern nicht unrealistisch. Aber man verliert zunächst nur jede Menge Wasser. Denn bei drastischer Kalorienreduzierung leert der Körper als Erstes die Zuckerdepots. Und Zucker ist im Körper als Glykogen gespeichert, das 80 Prozent Wasser enthält. An seine Energiereserven geht der Körper nur widerwillig, deshalb drosselt er nach drei bis vier Tagen den Energieverbrauch und fällt in einen Sparmodus, der den Fettzellen weniger Fett entzieht.

Diesen Sparbetrieb behält der Körper auch bei, wenn man nach einem kurzen Diätintermezzo wieder normal isst. Es wird also weniger Energie verheizt, man nimmt schneller zu. Je öfter man dem Körper solche Hungerphasen zumutet, desto mehr legt man anschließend zu, denn der Körper weiß ja nicht, dass man absichtlich fastet, und legt aus Angst vor diesen scheinbar immer wiederkehrenden "Hungersnöten" Energiereserven an.

Außerdem sinkt durch das Abnehmen auch der Energiebedarf. Wer zehn Kilo verliert, nimmt im Schnitt sieben Kilo Fett und drei Kilo Muskelmasse ab. Je weniger man aber wiegt und je geringer vor allem die Muskelmasse ist, desto weniger Kalorien braucht der Körper. Wer leichter geworden ist, muss also längst nicht mehr so viel wie zu seinen dicken Zeiten essen, um den Grundbedarf zu decken.

Der Jo-Jo-Effekt scheint übrigens unabhängig vom vorher eingeschlagenen Abnahmeweg zu sein, also egal, ob man im Laufe weniger Wochen oder aber innerhalb von Monaten das Gewicht reduzierte. Das zeigte zumindest eine australische Studie, die im Jahr 2014 veröffentlicht wurde. Die Forscher beobachteten drei Jahre lang Männer und Frauen, die entweder in einem zwölfwöchige

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ÖKO-TEST Februar 2016 Seite 62
ÖKO-TEST Februar 2016 Seite 63

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Seite 62 - 63 im ÖKO-TEST Februar 2016
vom 29.01.2016
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Erschienen am 29.01.2016

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