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Ratgeber: Blasenschwäche

Nur keine Scham

Handbuch Gesundheit | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 15.06.2012

Ratgeber: Blasenschwäche

Inkontinenz ist kein Thema, über das man gern redet. Dabei sind rund fünf Millionen Menschen in Deutschland davon betroffen, und man kann eine Menge dagegen tun.

Unsere Harnblase kommt uns erst in den Sinn, wenn sie nicht mehr normal funktioniert. Dann aber beeinflusst sie das Leben mehr, als einem lieb sein kann. Mal sind es nur einige Tropfen Urin, die beim Niesen oder Lachen in der Hose landen, mal leert sich die Blase auf einen Schlag. Wie auch immer, es ist den Betroffenen vor allem eines: peinlich.

Ein Problem, viele Ursachen

Dabei ist Inkontinenz kein Minderheitenproblem, etwa jede vierte Frau und jeder zehnte Mann leidet unter Blasenschwäche. Doch nur 25 bis 30 Prozent der Betroffenen sprechen mit ihrem Arzt, schätzt Professor Heinz Kölbl, Direktor der Klinik für Gynäkologie an der Uni Mainz und Zweiter Vorsitzender der Deutschen Kontinenz-Gesellschaft. Denn viele Menschen sehen diese Krankheit als unangenehmes hygienisches und nicht als medizinisches Problem. Aber das ist falsch, denn der unwillkürliche Harnabgang lässt sich oft erfolgreich behandeln.

Die Nieren eines Menschen arbeiten rund um die Uhr, um das Blut von Giftstoffen zu befreien. Dabei entsteht das Abfallprodukt Urin, das in der Blase gespeichert wird. Wenn ungewollt Urin abgeht, kann das unterschiedliche Ursachen haben: Entzündungen im Urogenitaltrakt, Steine oder - sehr selten - Tumore im Harnleiter, hormonelle Veränderungen, zum Beispiel in den Wechseljahren, Veränderungen der Prostata, Verletzungen, Übergewicht, manche Medikamente oder Schwangerschaften und Geburten. Schwere körperliche Arbeit und chronische Bronchitis können ebenfalls eine Blasenschwäche verursachen. Auch manche Diabetiker bekommen Probleme mit ihrer Blase.

Helfen können zum Beispiel Gynäkologen, die eine urogynäkologische Ausbildung haben, oder auch Urologen und Proktologen. Um den Grund für die Inkontinenz zu finden, müssen Patienten meist ein Tagebuch führen, in dem sie aufschreiben, wie viel sie wann trinken und wie oft sie zur Toilette gehen. Zudem werden Beckenboden und Blase abgetastet und mit Ultraschall untersucht. Manchmal ist eine Blasenspiegelung notwendig.

Formen der Inkontinenz

Mediziner unterscheiden verschiedene Formen der Inkontinenz, die sich auch überlagern können.

Besonders häufig ist die Belastungsinkontinenz. Der Patient hat Probleme mit dem Verschluss der Harnröhre. Durch schweres Tragen, Lachen, Niesen, Treppensteigen oder bei manchen Sportarten (alle, die aus der Bewegung heraus abrupt stoppen, zum Beispiel Tennis) spannen sich die Bauchmuskeln an. Wenn die Beckenbodenmuskulatur geschwächt ist, etwa nach Geburten, bei Bindegewebsschwäche oder Übergewicht, kann die Beckenbodenmuskulatur dem Druck nicht standhalten und es tritt Harn aus. Frauen sind häufiger als Männer betroffen.

Therapie: Das Beckenbodentraining als Krankengymnastik ist eine wichtige Therapieform. Um sie richtig zu lernen, braucht man die professionelle Anleitung eines Fachmanns. Meist bessern sich die Beschwerden deutlich oder sie verschwinden ganz. Eine besondere Form ist das Üben mit Vaginalkonen. Dies sind kleine Kegel aus Kunststoff, die in die Sch

Ratgeber: Blasenschwäche
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4 Seiten
Seite 84 - 87 im Handbuch Gesundheit
vom 15.06.2012
Abrufpreis: 0,53 €

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Erschienen am 15.06.2012

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