Mythos oder Wahrheit: Machen kalte Füße krank?

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 12.11.2022

Mythos oder Wahrheit: Machen kalte Füße krank?
Foto: Shutterstock / New Africa

Oma hat es schon immer gepredigt: Im Herbst sollen wir uns vor kalten Füßen schützen. Denn mit kalten Füßen beginnt so manche Erkältung, so glauben viele. Was ist dran an der populären Gesundheitsregel? Stellen kalte Füße wirklich ein höheres Erkältungsrisiko dar?

In der kalten Jahreszeit haben Erkältungskrankheiten Hochkonjunktur. Egal ob Corona, Grippe oder ganz normale Erkältungsviren, überall schnieft und hustet es. Wie kann ich mich schützen und dem Viren-Ansturm Stand halten? Klar ist: Eine gesunde Ernährung, Sport, Schlaf und wenig Stress unterstützen die Immunabwehr (mehr Tipps, wie Sie Ihr Immunsystem stärken können, finden Sie hier).

Aber auch Wärme kann helfen, die Viren abzuwehren. Viele Menschen sind sich sicher: Sind die Füße erst mal dauerhaft kalt, lässt die Erkältung meist nicht lange auf sich warten. Ist das nur ein Mythos – oder sorgen kalte Füße wirklich für tropfende Nasen?

Krank durch kalte Füße – was ist dran?

So viel ist klar: Erkältungskrankheiten werden durch Erkältungserreger (Viren) ausgelöst – und nicht durch kalte Füße. Kälte – zum Beispiel in Form von kalten Füßen – ist nicht die Ursache dafür, dass wir krank werden, kann aber durchaus zu einem Schnupfen beitragen und eine Erkrankung begünstigen.

Dahinter steht: Unser Immunsystem kann nur dann richtig arbeiten, wenn die Organe des Körpers gut durchblutet werden. Bei Kälte verengen sich unsere Blutgefäße, die Durchblutung wird reduziert, weil der Körper einen weiteren Wärmeverlust verhindern will. Auch die Nasenschleimhaut wird kalt und trocken. "Dadurch sinkt ihre Abwehrbereitschaft, die Erkältungsviren dringen leichter in den Organismus ein", erklärt die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG).

Damit gibt es einen logischen Zusammenhang zwischen kalten Füßen und einer Erkältung.

Studie bestätigt: Kalte Füße sind Erkältungsrisiko

Die Frage, inwieweit kalte Füße und Erkältungen zusammenhängen, hat auch die Wissenschaft beschäftigt. Wissenschaftler der Cardiff University in Wales haben den Zusammenhang zwischen kalten Füßen und Erkältungen sogar in einer eigenen Studie untersucht. 

Für ihre Studie teilten sie 180 gesunde Studenten in zwei Gruppen auf: Die eine Gruppe musste ihre Füße 20 Minuten in eine Schüssel mit eiskaltem Wasser stellen, die andere durfte die Schuhe anbehalten. Während es unmittelbar nach dem Versuch keine Unterschiede gab, stieg die Erkältungsrate in den folgenden vier bis fünf Tagen bei der "Kaltwassergruppe" deutlich an: 13 Teilnehmer bekamen eine Erkältung mit Husten, Schnupfen und Halsschmerzen; während in der Vergleichsgruppe nur fünf Teilnehmer betroffen waren.

Damit liegt folgender Schluss nahe: In Zeiten, in denen Erkältungen kursieren, infizieren sich zwar viele Menschen, zeigen jedoch keine Symptome, wenn der Körper bzw. die Füße warmgehalten werden. Sind die Füße jedoch kalt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Erkältung ausbricht und die Betroffenen krank werden.

Wie kann ich in der Erkältungssaison Viren abwehren? 

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