1. Home
  2. News

Krankschreibung per Video-Sprechstunde möglich

Autor: Benita Wintermantel / Lena Pritzl | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 12.10.2020

Künftig können sich Patienten auch per Videoschalte krankschreiben lassen.
Foto: CC0 Public Domain / Pexels / bongkarn thanyakij

Künftig können sich Patientinnen und Patienten auch per Videoschalte zum Arzt krankschreiben lassen. Damit tritt ein Beschluss von Juli in Kraft – es gelten allerdings bestimmte Voraussetzungen.

Für Patienten und Patientinnen gibt es künftig die Möglichkeit, sich über eine Videosprechstunde vom Arzt krankschreiben zu lassen. Diese Neuerung hatte der Gemeinsame Bundesausschuss von Spitzenvertretern der Ärzte, Krankenkassen und Krankenhäuser bereits im Jui beschlossen. Nun tritt der Beschluss in Kraft.

Die Neuerung stehe nicht in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, betonte der Gemeinsame Bundesausschuss. Vielmehr werde damit das Verbot der ausschließlichen Fernbehandlung gelockert. Für die Krankschreibung per Video gelten jedoch einige Bedingungen.

Voraussetzungen für die Video-Krankschreibung

Grundsätzlich bleibt die Untersuchung in der Praxis der Standard, um eine Arbeitsunfähigkeit festzuststellen. Zusätzlich ist künftig die Krankschreibung per Video möglich:

  • Die Arztpraxis muss den Patienten bereits kennen, das heißt: Der Patient oder die Patientin muss schon einmal in der Praxis gewesen sein. Bei Gemeinschaftspraxen kann die Behandlung dabei auch durch einen anderen Arzt erfolgt sein.
  • Die Krankschreibung über Video ist nicht bei allen Krankheiten möglich.
  • Einen Anspruch auf Krankschreibung über Video haben die Patienten nicht. Die Entscheidung darüber trifft der Arzt.
  • Es ist nur eine Krankschreibung für maximal sieben Tage möglich.
  • Eine Folgekrankschreibung über Videosprechstunde ist nur erlaubt, wenn der Patient zuvor bereits wegen der selben Erkrankung in der Praxis war. Weitere Folgekrankschreibungen per Videosprechstunde sind dann grundsätzlich möglich.

Lob von Gesundheitsexperten für Video-Krankschreibung

Gesundheitsexperten wie Karl Lauterbach (SPD) begrüßten im Juli den Schritt: "Die Digitalisierung unseres Gesundheitssystems nimmt langsam Fahrt auf. Für eine reguläre Krankschreibung, auch um andere im Beruf nicht zu infizieren, musste man sich widersinnigerweise in die Praxis begeben. Es wurde höchste Zeit, dies zu beenden", schrieb Lauterbach auf Twitter.

Bei Corona-Verdacht: Telefonisch ärztlichen Rat einholen!

Im Frühjahr war aufgrund der hohen Coronainfektionszahlen zudem eine Krankschreibung per Telefon möglich. Da die Infektionszahlen seit einigen Wochen wieder deutlich steigen, wollen Hausärzte die telefonische Krankschreibung wieder zurück.

Haben Sie typische COVID-​19-Symptome wie trockenen Husten oder Fieber, hatten Sie Kontakt zu COVID-​19-Patienten oder haben Sie unklare Symptome, dann gilt: Nehmen Sie vor dem Arztbesuch telefonisch Kontakt zur Praxis auf, um das weitere Vorgehen zu klären.

Weiterlesen auf oekotest.de: