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Klima-Teufelskreis: Die Arktis brennt – mit schweren Folgen für unseren Planeten

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 16.07.2019

Klima-Teufelskreis: Die Arktis brennt – mit schweren Folgen für unseren Planeten
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / skeeze)

Dort wo es auf unserer Erde am kältesten ist, wüten derzeit ungewöhnlich heftige Brände. Eine riesige Gefahr für unseren Planeten, warnen Forscher.

Am nördlichen Polarkreis wüten momentan ungewöhnlich heftige Flächenbrände. Wissenschaftler sprechen von den größten Feuern, die je auf der Erde beobachtet wurden.

Auf den ersten Blick scheinen Flächenbrände in der Arktis ungewöhnlich zu sein. Das ist jedoch nicht der Fall, Brände gehören im Sommer am nördlichen Polarkreis dazu. Die Torfböden sind im Sommer ausgetrocknet und beginnen leicht zu brennen.

Ungewöhnlich heftige Feuer am nördlichen Polarkreis

Doch dieses Jahr lodern die Flammen besonders früh und auf viel größeren Flächen als sonst. Schuld daran sind die außergewöhnlich hohen Temperaturen im Juni. In Alaska wurden Werte von über 30 Grad verzeichnet, die durchschnittliche Temperatur lag um zehn Grad höher als der Durchschnitt der letzten drei Jahrzehnte.

Die Zahl der Feuer lässt sich schwer abschätzen, da viele der Regionen so abgeschieden sind, dass die Brände nur von Satelliten aufgezeichnet werden. Deren Aufnahmen zeigen mehr als 100 Feuer in entlegenen Gebieten der Tundra Sibiriens. Einige der Flächenbrände könnten mehr als 1.000 Quadratkilometer groß sein. 

Teufelskreis Klimawandel

Auch wenn die Feuer in sehr abgelegenen Regionen lodern: Die Auswirkungen betreffen unseren ganzen Planeten. Die großflächigen Brände werden einerseits durch den Klimawandel begünstigt – denn je wärmer es ist, desto leichter fängt der trockene Boden Feuer. Andererseits verstärken die Brände die Klimaerwärmung zusätzlich. Ein Teufelskreis.

Die Torfböden speichern sehr große Mengen Kohlendioxid. Durch die Brände wird das klimaschädliche CO2 freigesetzt. Allein im Juni haben die Feuer in der Arktis 50 Millionen Tonnen CO2 abgegeben, so schätzen die Forscher des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus. Das entspricht ungefähr der Menge, die eine mittelgroße Industrienation, wie zum Beispiel Schweden, in einem Jahr freisetzt. 

Durch die Klimaerwärmung, die in der Arktis besonders stark ist, wachsen mittlerweile mehr Pflanzen in der kargen Tundra. Diese Pflanzen bieten den Flammen zusätzliche Nahrung.

Die größte Gefahr: Tauende Permafrostböden

Die Hitze der Brände begünstigt außerdem das Auftauen der Permafrostböden, die unter der Torfschicht liegen. Hier haben sich in den letzten Jahrhunderten und Jahrtausenden organische Stoffe gesammelt, die durch das Auftauen freigesetzt werden. Große Mengen an Treibhausgasen wie Methan und Kohlendioxid gelangen so in die Atmosphäre und treiben die Erderwärmung zusätzlich voran.

Die Permafrostböden gehören zu den bedeutendsten Kippelementen im Ökosystem Erde. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen hat das Auftauen der arktischen Permafrostböden als drohende und bisher unterschätzte Umweltgefahr definiert und in die Liste der fünf größten Umweltgefahren der Zukunft aufgenommen.

Hinzu kommt: Der Rauch verbreitet sich über große Distanzen. Wenn sich die Rußpartikel auf Schnee- und Eisflächen sammeln, werden diese dunkler und absorbieren Sonnenstrahlung, anstatt sie zu reflektieren. Das wiederum bringt das Eis noch schneller zum Schmelzen und beschleunigt die Erwärmung in der Arktis.

Forscher rechnen damit, dass die Brände in den Arktis-Regionen durch den Klimawandel weiter zunehmen werden.

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