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Kinder in Quarantäne - was Eltern über eine Corona-Isolierung wissen müssen

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 12.11.2020

Worauf Familien achten müssen, wenn das Kind in Quarantäne ist.
Foto: Shutterstock / Da Antipina

Wenn das eigene Kind Kontakt mit einem Corona-Patienten hatte, sind die Folgen im Alltag derzeit weitreichend. Auf Anordnung des Gesundheitsamtes erfolgt eine Quarantäne für das Kind. ÖKO-TEST verrät Ihnen, was Sie bei einer Quarantäne Ihres Kindes beachten müssen.

Unzählige Kinder und Jugendliche werden derzeit in häusliche Quarantäne geschickt, weil sie engen Kontakt mit einer mit Covid 19 infizierten Person hatten und damit als Kontaktperson der Kategorie 1 gelten. Wir haben Dr. Katrin Steul, Ärztin im Gesundheitsamt Frankfurt, gefragt, wie das Gesundheitsamt in diesen Fällen vorgeht.

Quarantäne-Verfügung des Gesundheitsamts

"Wenn Kinder als Kontaktperson der Kategorie 1 identifiziert wurden, weil sie im engen Kontakt zu einer mit Covid 19-infizierten Person standen und deshalb ein höheres Infektionsrisiko hatten, rufen wir im Regelfall erst einmal die Eltern an," erklärt Dr. Katrin Steul den regulären Vorgang. "In dem Gespräch versuchen wir gemeinsam mit den Eltern zu klären, wie die Quarantänebedingungen sinnvoll umsetzbar sind. Anschließend versenden wir ein rechtliches Schreiben mit der Quarantäne-Verfügung, die beim Arbeitgeber oder Schulleitung vorlegbar ist."

Wie sollten Eltern vorgehen, wenn der Brief des Gesundheitsamts vor dem Telefonat eintrifft? "Dann heißt es Ruhe bewahren und das Gesundheitsamt anrufen," empfiehlt Dr. Katrin Steul und fährt fort: "In der Quarantäne bietet es sich häufig an, dass ein Elternkind das Kind betreut, um das Risiko zu minimieren, dass sich weitere Familienmitglieder bei eventueller Infektion anstecken. Nach fünf bis sieben Tagen kann das betroffene Kind getestet werden. Ist der Test negativ, hebt das zwar nicht die Quarantäne auf, aber die Bedingungen in der Quarantäne, das heißt im Haushalt können gelockert werden. Und der versorgende Elternteil erhält keine Quarantäne-Verfügung als Kontaktperson."

Anmerkung: Dass ein Schüler trotz negativem Testergebnis 14 Tage in Quarantäne muss, teilte jetzt das Verwaltungsgerichts Düsseldorf mit.

Wenn Kinder in Quarantäne sind, ist die Einhaltung der Hygieneregeln äußerst wichtig.
Wenn Kinder in Quarantäne sind, ist die Einhaltung der Hygieneregeln äußerst wichtig. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / soumen82hazra)

Tipps für das Verhalten in Quarantäne

Egal, ob Sie selbst oder ein Familiengehöriger in Quarantäne ist, diese Hinweise reduzieren das Risiko, dass sich Familienmitglieder anstecken:

  • Halten Sie sich möglichst in getrennten Räumen auf und meiden Sie Körperkontakt so weit wie möglich. 
  • Waschen Sie regelmäßig die Hände.
  • Halten Sie sich an die Husten- und Niesetikette.
  • Lüften Sie regelmäßig.
  • Verwenden Sie möglichst wenig Alltagsgegenstände gemeinsam.
  • Verwenden Sie eigene Handtücher.
  • Waschen Sie Wäsche und Bettwäsche regelmäßig. 
  • Desinfizieren Sie Türklinken, Lichtschalter, Klospülung und Ablageflächen regelmäßig.
  • Bitten Sie Nachbarn oder Freunde, für Sie einzukaufen oder mit dem Hund Gassi zu gehen. Wenn das nicht möglich ist, wenden Sie sich an die Nachbarschaftshilfe oder kirchliche Organisationen. 

Hinweis: Der Ratschlag, sich möglichst wenig im selben Zimmer aufzuhalten und Körperkontakt zu meiden, gilt natürlich nicht für Babys und Kleinkinder! 

Bei Symptomen einer Atemwegsinfektion (Husten, Schnupfen, Fieber, Atemnot) sollten Sie nicht zum Arzt gehen, sondern Ihren Hausarzt oder den Ärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefon 116 117) telefonisch kontaktieren.

Zum Weiterlesen: Coronavirus: Tipps, wie Sie sich vor der Ansteckung schützen

Was ist während einer Quarantäne verboten?

Sollten Sie oder ein Angehöriger sich in angeordneter Quarantäne befinden, ist Folgendes untersagt:

  • die Wohnung ohne Zustimmung des Gesundheitsamtes zu verlassen,
  • Besuch von Personen zu empfangen, die nicht zum Haushalt gehören,

Wer gegen die Quarantäneregeln verstößt, muss mit einer Geldstrafe rechnen. In schweren Fällen droht sogar eine Freiheitsstrafe.

Kind in Quarantäne – dürfen Eltern zu Hause bleiben?

Wenn das Kind in Quarantäne ist, stellt sich für Eltern die Frage, ob sie für die Zeit der Betreuung weiterhin Lohn bekommen. Ja, hierzu gibt es eine rechtliche Regelung.

"Für erwerbstätige Personen, die wegen der Betreuung ihrer Kinder vorübergehend nicht arbeiten können, gibt es einen Entschädigungsanspruch", so das Bundesgesundheitsministerium.

Eltern erhalten die Möglichkeit, die Entschädigung wegen des Verdienstausfalls für die Dauer von höchsten zehn Wochen zu beantragen. Diese Frist gilt ausdrücklich jeweils für jedes Elternteil, sodass zwei Elternteile insgesamt 20 Wochen beantragen können. Alleinerziehende können laut Deutscher Gewerkschaftsbund eine Entschädigung für bis zu 20 Wochen beantragen.

Die Höhe der Entschädigung beträgt 67 Prozent des Netto-Verdienstausfalls.

Wichtig zu wissen: Die Regelung gilt nur, wenn das zu betreuende Kind jünger als zwölf Jahre ist.

So können Sie Ihrem Kind in Quarantäne helfen

Kinder leiden besonders unter der Quarantäne und können oft nicht verstehen, warum sie nicht raus dürfen und auf Treffen mit Freunden verzichten müssen.

  • Versuchen Sie, für Ihr Kind da zu sein und stützen Sie es mit Zuwendung und Geduld.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die aktuelle Situation und beruhigen Sie es, wenn es Angst hat.
  • Sorgen Sie für einen strukturierten Tagesablauf mit festen Schlaf- und Essenszeiten. Das gibt Sicherheit und Halt.
  • Achten Sie darauf, dass sich Ihr Kind ausgewogen ernährt und trotz des Verbots die Wohnung zu verlassen, genug Bewegung hat. Auch indoor sind kleine Ballspiele, Seilspringen und Gymnastik auf einer Turnmatte möglich.
  • Versuchen Sie, die Mediennutzungszeiten bei Ihrem Quarantäne-Kind nicht allzusehr ausufern zu lassen.
  • Ermöglichen Sie Ihrem Kind regelmäßig Kontakt zu Freunden oder Klassenkameraden übers Telefon oder Internet.
  • Gehen Sie selbst möglichst gelassen und zuversichtlich mit der schwierigen und ungewohnten Situation um.

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