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Heuschnupfen? Das hilft bei juckenden Augen und Co.

Autor: Lena Pritzl (mit Material von dpa) | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 17.05.2022

Wer unter Heuschnupfen leidet, kann die Symptome mit ein paar Tricks lindern.
Foto: Shutterstock / Sharomka

Tränende Augen, laufende Nase, kratziger Hals: Für Allergiker bedeutet die warme Jahreszeit viel Stress. Neben Allergietabletten können auch ein paar einfache Tricks Linderung verschaffen. Wir zeigen die wichtigsten Dos und Dont's zur Heuschnupfensaison.

Spätestens wenn die Bäume, Sträucher und Gräser in voller Blüte stehen, spüren Allergiker das auf unangenehme Weise: Die Nase läuft, die Augen beginnen zu jucken und Tränen, Gaumen und Rachen brennen.

Während Erle und Hasel bereits im Dezember und Januar Pollen verbreiten, sind wir jetzt im Mai in der Hochsaison für den Pollenflug. In den kommenden Wochen fliegen vor allem Pollen von Birke, Buche, Eiche, Esche, Pappel, Ulme und Weide durch die Luft. Gräser und Ambrosia blühen dann etwas später.

Für manche Pollenallergiker in Deutschland könnte der Frühling dieses Jahr mehr Beschwerden mit sich bringen als üblich. Durch die Trockenheit in vielen Regionen würden Pollen nicht aus der Luft gewaschen, sagte der Landschaftsökologe Matthias Werchan von der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst der dpa. "Für Allergiker bedeutet das, dass Entlastungstage mit geringerer Pollenkonzentration fehlen."

In diesem Frühjahr liegt das Problem laut Werchan aber nicht nur in der Trockenheit: Manche Baumarten hätten ein Mastjahr, in dem sie besonders viele Früchte trügen. Vorher gebe es einen überdurchschnittlich ausgeprägten Pollenflug.

Was hilft bei Heuschnupfen?

Zunächst wichtig zu wissen: Bei Heuschnupfen handelt es sich um eine Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers auf Pollen (Blütenstaubteilchen) von Bäumen, Sträuchern, Gräsern oder Getreide. Da sich die Pollen schnell über die Luft verbreiten, können sie bei Betroffenen allergische Reaktionen verursachen.

Typische Symptome bei Heuschnupfen sind:

  • tränende und/oder juckende Augen (ggf. geschwollene Lider)
  • starker Schnupfen (oft Fließschnupfen)
  • Niesreiz, Niesanfälle
  • Kratzen im Hals und am Gaumen
  • Hautreaktionen

Es ist wichtig, die Symptome zu kennen, denn sie können schnell mit den Anzeichen einer Corona-Infektion verwechselt werden. Lesen Sie dazu auch: Corona oder Heuschnupfen? So können Sie den Unterschied erkennen

1. Allergietabletten

Eine effektive Maßnahme gegen lästige Heuschnupfen-Symptome sind Allergietabletten, sogenannte Antihistaminika. Diese Arzneimittel enthalten beispielsweise die Wirkstoffe Loratadin oder Cetirizindihydrochlorid.

In unserem letzten Allergietabletten-Test 2019 hat sich gezeigt: Viele Antihistaminika waren empfehlenswert, doch einige Mittel lindern mit veralteten Wirkstoffen, die unter anderem Müdigkeit verursachen.

Allergietabletten haben zwar eine lange Wirksamkeit von bis zu 24 Stunden, doch sie benötigen nach der Einnahme etwas Zeit, um zu wirken. Dann aber lindern sie Juckreiz, Niesreiz und tränende Augen.

2. Augentropfen und Nasenspray

Einige Allergiker bekämpfen Heuschnupfen-Symptome lieber sofort, statt nach Einnahme einer Allergietablette ein bis zwei Stunden zu warten. Als Sofortmaßnahme können Augentropfen und Nasenspray helfen. Beides verschafft Linderung – ob Sie sich also für eine Tablette oder Tropfen bzw. Spray entscheiden, hängt von Ihren Bedürfnissen ab.

Blühende Bäume und Sträucher sehen schön aus, bedeuten für Allergiker aber viel Stress.
Blühende Bäume und Sträucher sehen schön aus, bedeuten für Allergiker aber viel Stress. (Foto: Shutterstock / Juergen Faelchle)

3. Richtig lüften

Sie können lästigen Symptomen auch vorbeugen – und zwar durch cleveres Lüften. Wer Pollen möglichst nicht ins Haus holen möchte, sollte die Fenster tagsüber geschlossen halten. Lüften Sie besser früh morgens oder spät am Abend kurz Stoß. Je nach Wohnort kann sich die Pollenkonzentration in der Luft jedoch unterscheiden: In der Stadt ist die Luft vor 8 Uhr morgens am wenigsten mit Pollen belastet, im ländlichen Raum besser abends ab 19 Uhr lüften.

Auch die Pollensorte, auf die Sie allergisch reagieren, hat einen Einfluss auf die Lüftzeit. Am besten machen Sie in einer Hautarztpraxis einen Allergietest und informieren sich im Anschluss, welche Pollen wann fliegen. Gräserpollen etwa fliegen verstärkt abends durch die Luft. 

Allergie bekämpfen: die wichtigsten Dos und Dont's

  • Die Haare am Abend waschen oder zumindest ausspülen, um Pollen nicht auf dem Kopfkissen zu verteilen.
  • Die Kleidung wechseln, bevor Sie zu Bett gehen, und draußen getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer ablegen.
  • Auch wenn es der Umwelt zugute kommt, aber Allergiker sollten Klamotten, Handtücher und Bettwäsche nicht im Freien trocknen, da sich sonst Pollen anheften können.
  • Kontaktlinsenträger können übergangsweise auf eine Brille ausweichen, diese schützt die Augen ein wenig vor den Pollen.
  • Bei geschwollen, geröteten Augen verschafft eine Gurke eine wohltuende Kühlung. Nehmen Sie dazu ein Stück Gurke aus dem Kühlschrank, schneiden zwei Scheiben ab und legen diese für mindestens fünf Minuten auf die geschlossenen Augenlider.
  • So schwer es auch fällt: Die Augen besser nicht reiben. Das macht das Jucken nur schlimmer.

Vorbeugen, damit aus Heuschnupfen kein Asthma wird

Was vielleicht einige Allergiker nicht wissen: Aus Heuschnupfen kann Asthma (Asthma bronchiale) werden. Man spricht von einem Etagenwechsel, wenn sich die Allergie aus den oberen Atemwegen wie der Nase in die unteren Atemwege, also in die Lunge, ausbreitet.

Kommt der Betroffene dann in Kontakt mit den Allergenen, erlebt er nicht nur die typischen Allergiesymptome wie eine laufende Nase und Augenjucken, Husten und Beschwerden in den Ohren, im Hals, im Rachen sowie am Gaumen. Es ziehen sich auch die Bronchien in der Lunge krampfartig zusammen, was zu asthmatischem Husten und Atemnot führen kann, erklärt Prof. Christian Taube von der Deutschen Lungenstiftung. Auch lebensbedrohliche Asthma-Anfälle sind möglich.

Der Mediziner rät laut dpa daher, scheinbar harmlosen Heuschnupfen von einem auf Allergien und Lungenmedizin spezialisierten Fachmann untersuchen lassen. Denn eine Immuntherapie kann helfen, die Allergie schrittweise abzubauen – und damit die Entwicklung von Asthma bronchiale zu verhindern. Die meisten Betroffenen von Asthma bronchiale müssen der Deutschen Lungenstiftung zufolge dauerhaft Medikamente einnehmen. Immerhin: Damit ließen sich nicht nur die asthmatischen Atembeschwerden lindern, sondern auch die Allergie als Auslöser für die Entzündungsprozesse in den oberen und unteren Atemwegen bekämpfen, so Prof. Taube.

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