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Grippewelle: So schützen Sie sich vor Grippe

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 05.03.2020

Grippewelle: So schützen Sie sich vor Grippe
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / Qimono

Die Grippewelle ist noch in vollem Gang, das Gesundheitssystem wird durch die vielen Influenza-Patieten zusätzlich belastet. Bislang sind mehr als 265 Menschen an einer Infektion mit dem Influenzavirus gestorben. Wie erkennt man die Grippe? Und wie kann man sich vor den Influenzaviren schützen? 

  • In dieser Grippesaison wurden bislang 165.036 Fälle im Labor bestätigt.
  • 265 Menschen sind an dem Virus gestorben.
  • Die Grippewelle erreicht meist im Februar ihren Höhepunkt.

In Deutsch­land ist die Grippewelle noch in vollem Gang. Das zeigt der neue Wochen­bericht der Arbeits­ge­meinschaft Influenza am Robert-Koch-Institut (RKI). Seit Beginn der Grippesaison im Oktober 2019 wurden dem RKI knapp gut 165.000 Grippe-Infektionen gemeldet (Stand 17.03.2020). Allein in der vergangenen Woche wurden in Deutschland gut 17.000 Fälle gemeldet. Bisher starben nachweislich 265 Menschen an Grippe. Die Influenza-Aktivität sei aber im Vergleich zur Vorwoche gesunken, so das RKI. 
Lesen Sie hier, was Sie jetzt über Grippe wissen müssen und wie sie sich optimal schützen. 

Zwar sind nach der schweren Grippewelle 2017/2018 mit geschätzt neun Millionen Arztbesuchen und knapp 25.100 Toten inzwischen mehr Menschen gegen Grippe geimpft. Doch wie sich die diesjährige Infektionswelle entwickeln wird, lässt sich noch nicht abschätzen. Die Saison dauert in der Regel bis Mitte Mai. Der Höhepunkt der Grippewelle sei erst in einigen Wochen zu erwarten, so die Experten vom RKI.

Erkältung oder Grippe? Was sind die Unterschiede?

Wer hustet, schnieft und sich unfit fühlt, spricht schnell von einer Grippe. Meist handelt es sich dabei aber nur um eine einfache Erkältung, einen grippalen Infekt. So können Sie die beiden Infektionskrankheiten unterscheiden:

Eine Grippe beginnt nicht schleichend, sondern Husten, Halsweh und Schnupfen schlagen plötzlich zu. Innerhalb weniger Stunden fühlt man sich richtig krank. Hohes Fieber und starke Gliederschmerzen sind oft Begleiter einer Grippe, bei einer Erkältung tritt nur leichtes Fieber auf. Grippe ist keine harmlose Erkrankung, das zeigen die dramatischen Zahlen des vergangenen Jahres. Eine "richtige" Grippe dauert meist zwei bis drei Wochen, eine "normale" Erkältung in der Regel sieben Tage.

Symptome einer Grippe

  • Husten, Halsweh und Schnupfen kommen abrupt, die Symptome verschlechtern sich schnell.
  • Hohes Fieber
  • Starke Gliederschmerzen
  • Die Grippe wirkt sich auf den ganzen Körper aus: Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen und ein starkes Krankheitsgefühl zählen zu den Symptomen einer echten Virusgrippe.
  • Bei Babys und Kleinkindern können auch Magen-Darm-Beschwerden auftreten.

Symptome einer Erkältung

  • Husten, Halsweh und Schnupfen treten nicht miteinander, sondern nacheinander auf und werden zunehmend, aber langsam schlechter.
  • Leichtes Fieber
  • Leichte Gliederschmerzen sind möglich.

Was ist bei einer Grippe zu tun?

Gehen Sie beim Verdacht auf Grippe in jedem Fall zum Arzt. Eine Grippe ist eine ernstzunehmende Krankheit, mit der man sich keinesfalls zur Arbeit schleppen, sondern das Bett hüten sollte.

Bei Grippe werden in erster Linie die Symptome bekämpft. Zum Beispiel durch fiebersenkende Schmerzmittel, Wadenwickel und Inhalieren. Darüber hinaus steht das rezeptpflichtige Tamiflu zur Verfügung.  Allerdings bezweifeln Experten die Wirksamkeit des Mittels. Nach einer Analyse von Cochrane-Wissenschaftlern vermag das Medikament allenfalls die Dauer von Grippesymptomen um einen halben Tag zu verkürzen, nicht jedoch die Zahl der Krankenhauseinweisungen zu verringern. Antibiotika sind bei einer Grippe wirkungslos. Antibiotika helfen nur bei bakteriellen Erkrankungen – sowohl die Grippe wie auch eine Erkältung werden aber durch Viren verursacht.

Wie kann ich eine Ansteckung mit Grippe vermeiden?

Grippeviren werden durch Tröpfchen-Infektion übertragen. Deshalb gilt:

  • Regelmäßig und gründlich die Hände waschen. Und zwar mit Seife und mindestens 20 Sekunden lang.
  • Möglichst wenig ins Gesicht fassen.
  • Möglichst viel Abstand zu Mitmenschen halten, wenn möglich auch in öffentlichen Verkehrsmitteln.
  • Auf Händeschütteln und Umarmungen verzichten.
  • Die Immunabwehr zu stärken, schadet in keinem Fall. Das heißt: viel frisches Obst und Gemüse, ausreichend Sport, Wechselduschen und frische Luft! Auch ausreichend Schlaf ist gut fürs Immunsystem.

Für wen macht eine Grippeimpfung Sinn?

Da die jährliche Infuenzawelle meist Anfang des Jahres beginnt, empfiehlt die Stiko die Impfung für Oktober oder November. Aber auch während der Grippewelle kann es sinnvoll sein, sich impfen zu lassen. Bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist, dauert es allerdings bis zu zwei Wochen.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Grippeimpfung folgenden Gruppen:

  • Schwangeren ab dem vierten Monat
  • Kindern und Erwachsenen mit einer Immunschwäche oder einer chronischen Erkrankung
  • Bewohnern von Alten- oder Pflegeheimen
  • medizinischem Personal
  • Menschen, die viel Kontakt mit Risikogruppen haben
  • Menschen, die generell viel Publikumsverkehr haben

Darüber hinaus rät die Stiko allen gesunden Erwachsenen, die über 60 Jahre alt sind, zur Grippeimpfung. Ihre Begründung: "Ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko, dass eine Influenza-Erkrankung bei ihnen einen schweren Verlauf nimmt, zu Komplikationen wie Lungenentzündungen oder Herzinfarkt führt oder sogar tödlich verläuft."

Nicht alle, aber viele Krankenkassen übernehmen die Kosten der Grippeimpfung für alle Versicherten. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Krankenkasse nach, ob sie für die Kosten aufkommt.

Grippe oder Coronavirus - was ist gefährlicher?

Der Coronavirus bekommt momentan viel Aufmerksamkeit, auch hierzulande ist die Angst vor dem neuartigen Virus aus China groß. Gesundheitsexperten warnen vor einer Panik. Was wir in diesem Zusammenhang nicht vergessen sollten: An Grippe sterben in Deutschland bis zu 20.000 Menschen im Jahr, wie beispielsweise in der Grippesaison 2017/18 (Quelle: RKI). 

Ansteckungsgefahr und Sterblichkeit seien bei Coronavirus und Influenza ungefähr gleich groß, Corona sei auf keinen Fall gefährlicher als Influenza, erklärte Clemens Wendtner, Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing, gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Die Wahrscheinlichkeit, sich hierzulande mit Corona zu infizieren, sei im Vergleich zu einer Infektion mit Grippe sehr gering.

Quelle: RKI / Influenza.rki.de

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