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Gefährliche Weihnachtsbeleuchtung: Illegale Schadstoffe in Lichterketten

Autor: Online-Redaktion | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 01.12.2019

Gefährliche Weihnachtsbeleuchtung: Illegale Schadstoffe in Lichterketten
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / hausi_flo)

Lichterketten sorgen in der dunklen Jahreszeit für Stimmung in Wohnungen und Gärten. Der Bund für Umwelt und Naturschutz hat jetzt Lichterketten getestet – drei von vier Produkten enthalten gefährliche Weichmacher. Vier Tipps für sichere Weihnachtsbeleuchtung.

Lichterketten zaubern Licht ins Dunkel und sind besonders in der Weihnachtszeit beliebt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat jetzt Lichterketten und Lichterschläuche bei namhaften Online-Händlern gekauft und von einem externen Labor auf Schadstoffe untersuchen lassen. Das Ergebnis schockiert: Weihnachtsbeleuchtung enthält große Mengen an gesundheits- und umweltschädlichen Chemikalien.

Lichterketten enthalten zu viele Weichmacher

In drei von vier Lichterketten war der Gehalt an Schadstoffen so hoch, dass die Lichterketten aus Sicht des BUND nicht hätten verkauft werden dürfen. Nachgewiesen wurden die Weichmacher DEHP und DBP sowie Chlorparaffine. "Die Schadstoffe wurden in erheblichen Konzentrationen von bis zu 27 Prozent nachgewiesen", so der BUND. Dies ist umso alarmierender, da der Einsatz von Phthalaten und Chlorparaffinen in Elektrogeräten EU-weit verboten ist.

Diese Lichterketten sind betroffen:

  • Lichterkette Almaga von Globo, verkauft über Obi (Schadstoffgehalt: 27 Prozent)
  • Lichterkette-LED Basis-Set Außen, 40-tlg, LED warm-weiß von Hellum, verkauft über Amazon (Schadstoffgehalt: 24 Prozent)
  • LED-Lichterschlauch, warmweiß, 10m von Salcar GmbH, verkauft über Amazon (Schadstoffgehalt: 11,2 Prozent)
  • LED-Lichterkette mit 80 Dioden von Konstsmide, verkauft über Käthe Wohlfahrt (Schadstoffgehalt: 0,16 Prozent)
Drei der vier getesteten Lichterketten sind hoch mit Schadstoffen belastet
Drei der vier getesteten Lichterketten sind hoch mit Schadstoffen belastet (Foto: BUND)

Warum sind Phthalate und Chlorparaffine so gefährlich?

Die Weichmacher DEHP und DBP ähneln körpereigenen Hormonen. Sie sind als fortpflanzungsgefährdend eingestuft und in der EU in Spielzeug und Babyartikeln ab 0,1 Masseprozent verboten. Das Problem der Weichmacher: Phthalate dünsten mit der Zeit aus den Produkten aus, binden sich an Hausstaub und können dadurch eingeatmet werden.

Chlorparaffine (SCCP) sind extrem langlebige Schadstoffe, die Gewässer, Böden und Lebewesen belasten und sich im Nahrungsnetz anreichern. Kurzkettige Chlorparaffine gelten als krebserregend, mittelkettige stehen zumindest im Verdacht.

So können Sie sich vor Schadstoffen in der Weihnachtsbeleuchtung schützen

  1. Kerzen, zum Beispiel aus Bienenwachs, sind Lichterketten vorzuziehen.
  2. Vermeiden Sie Produkte aus weichem PVC und Billigprodukte aus dunklem Hartplastik.
  3. Bringen Sie stark riechende Plastikprodukte zum Händler zurück.
  4. Achten Sie auf Siegel wie zum Beispiel den Blauen Engel.

Die Ergebnisse dieses Tests weisen nach Auffassung des BUND auf ein grundsätzliches Problem bei der Produktion von Gütern hin. "Die Ergebnisse zeigen wieder einmal, dass viele Unternehmen ihre Lieferkette nicht im Griff haben", so Ulrike Kallee, Schadstoff-Expertin des BUND. "Händler und Produkthersteller müssen ihren Lieferanten endlich klare Vorgaben machen und die Ware regelmäßig auf Schadstoffe überprüfen. Die eingesetzten Chemikalien belasten nicht nur die menschliche Gesundheit, sondern auch die Umwelt - bei uns und in den Produktionsländern."

Quelle: BUND

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