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Die häufigsten Fehler beim Zähneputzen: So kann man sie vermeiden

Magazin Januar 2022: Superfood Hafer | Autor: Frank Schuster | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 09.01.2022

Fehler beim Zähneputzen
Foto: Prostock-studio/Shutterstock

Was kann man schon beim Zähneputzen falsch machen? Eine Menge! Wir zeigen die häufigsten Fehler und erklären, wie es richtig geht.

Richtig Zähneputzen ist doch kinderleicht - schließlich machen wir das schon, seit wir klein sind. So einfach ist es leider nicht. Denn beim Zähneputzen kann man trotz langer Praxis einiges falsch machen. 

Fehler 1: Zähne zu kurz putzen

Ausreden gibt es genügend: Man hat es eilig, ist zu knapp vor der Arbeit dran oder ist zu müde und möchte endlich ins Bett. Einer der häufigsten Fehler ist also: Man putzt zu kurz. Um Bakterien und Essensreste zu beseitigen, sollten es aber schon zwei bis drei Minuten sein – so lange wie ein durchschnittlicher Popsong dauert, den man sich beim Putzen innerlich vorsingen oder auch mitlaufen lassen kann.

Ein Blick auf die Uhr oder das Smartphone hilft ebenfalls weiter. Eine Zeitkontrolle kann ohnehin überraschende Ergebnisse bringen: Es gibt Studien, die zeigen, dass Menschen sich beim Zähneputzen um die Hälfte der Zeit verschätzen.

Fehler 2: Zu wenig putzen

Als Faustregel gilt: Mindestens zweimal am Tag. Aber auch hier lassen sich viele Ausreden finden – siehe oben. Am besten morgens und abends vor dem Schlafengehen.

Fehler 3: Direkt nach dem Essen putzen

Hartnäckig hält sich bis heute die falsche Vorstellung, man müsse direkt nach dem Essen putzen. Zahnärzte wissen längst: Das kann sogar zahnschädigend sein. Denn einige Lebensmittel enthalten Säuren, die den Zahnschmelz angreifen können.

Zahnpasta kann den Effekt sogar noch verstärken. Manche Ärzte empfehlen deshalb, morgens am besten vor dem Frühstück zu putzen und nach den anderen Mahlzeiten 15 bis 30 Minuten zu warten.

Egal ob mit Zahnseide oder Bürstchen: Die Zahnzwischenräume sollten sauber gehalten werden.
Egal ob mit Zahnseide oder Bürstchen: Die Zahnzwischenräume sollten sauber gehalten werden. (Foto: Ollyy/Shutterstock)

Fehler 4: Zunge und Zahnfleisch vergessen

Es heißt zwar Zähneputzen, aber auch das Zahnfleisch ist ein Herd für Entzündungen und sollte entsprechend gepflegt werden. Vor allem der obere Zahnfleischrand wird beim Putzen gerne einmal vergessen. Auf der Zunge siedeln sich ebenfalls Bakterien an. Man kann sie mit speziellen Zungenschabern reinigen.

Fehler 5: Zahnzwischenräume vernachlässigen

In den Zahnzwischenräumen können auch nach dem Putzen noch Speisereste und Plaque (Zahnbelag) verbleiben. Das kann Entzündungen des Zahnfleischs auslösen. Zahnmediziner empfehlen deshalb eine zusätzliche Anwendung von Zahnseide, Interdentalbürsten oder Dental Sticks.

Welche Pflege davon die effektivere ist, lässt sich nicht eindeutig sagen und hängt auch von den individuellen Gegebenheiten und Gewohnheiten ab. Einen Test von Interdentalbürsten und Picks finden sie hier:

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Fehler 6: Bürste zu selten wechseln

Spätestens alle drei Monate sollte eine neue Bürste her. Wer den Fehler begeht und zu lange mit ein und derselben Zahnbürste putzt, riskiert ein Ansiedeln von Bakterien und Pilzen in den Borsten. Außerdem lässt die Putzkraft nach, wenn die Bürste abgenutzt ist und die Borsten zur Seite stehen. Spätestens dann ist es Zeit für einen Wechsel.

Fehler 7: Mit zu harten Bürsten putzen

Es ist ein verbreiteter Irrglaube zu denken, harte Bürsten würden besser putzen. Weiche Borsten entfernen den Zahnbelag nicht schlechter. Sie schonen zudem Zahnschmelz und Zahnfleisch.

Welche Zahnbürste am besten passt, ist individuell verschieden. Es kommt vor allem auf die Größe des Bürstenkopfs an. Er sollte klein genug sein, um auch die hinteren Backzähne gut erreichen und reinigen zu können.

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Fehler 8: Bürste falsch bewegen

Falsch ist, einfach nur zu Schrubben. Der menschliche Arm neigt offensichtlich zu einem kräftigen Hin und Her in der Horizontalen. Doch Zahnmediziner empfehlen, die Außenflächen mit kreisenden und die Innenflächen mit vertikalen Bewegungen zu putzen.

Zwei Studien der Uni Gießen zeigten, dass nicht nur Kinder, sondern auch viele Eltern über eine mangelhafte Zahnputztechnik verfügen. Die Forscher testeten, ob Probanden die Innen- und Außenflächen der Zähne wie empfohlen und nur die Kauflächen mit schrubbenden Bewegungen putzten. Ergebnis: Die Innenflächen reinigten viele Teilnehmer zu kurz, oft schrubbten sie auch die Innen- und Außenflächen.

Fehler 9: Mit zu viel Druck putzen

Zu viel Druck kann das Zahnfleisch und den Zahnschmelz schädigen. Also: Nicht mit zu viel Druck putzen. Hier gilt nicht, viel hilft viel. Zahnbelag (Plaque) ist weich und locker, sodass man nicht allzu stark schrubben muss. 

Regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt sind wichtig.
Regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt sind wichtig. (Foto: Dmytro Zinkevych/Shutterstock)

Fehler 10: Nur bei Zahnweh zum Zahnarzt

Bei Zahnschmerzen sollte man in jedem Fall zum Zahnarzt – aber dann ist es auch eigentlich schon längst zu spät. Für eine längerfristige Vorsorge empfehlen sich regelmäßige Kontrolltermine, mindestens einmal im Jahr – damit Schmerzen gar nicht entstehen.

Welche zusätzliche Pflege ist sinnvoll?

  • Zahnhölzer entfernen hauptsächlich Essensreste, aber kaum die Plaque. Im Gegensatz zu runden Zahnstochern sind die medizinischen Hölzchen dreieckig. Einige sind mit Aminfluorid zur Kariesvorbeugung getränkt. Sie sind so starr, dass sie nicht den gesamten Zahn reinigen.
  • Der Nutzen von Mundduschen ist eher begrenzt. Sie spülen lediglich jene Beläge weg, die die Bürste bereits von der Zahnoberfläche losgerüttelt hat.
  • Spezielle zuckerfreie Zahnpflegekaugummis können die Zahnpflege sinnvoll ergänzen. Sie regen den für die Selbstreinigung wichtigen Speichelfluss an. Das Zähneputzen ersetzen die Kaugummis aber nicht.
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