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Coronavirus vorbeugen: So schützen Sie sich vor dem Coronavirus

Autor: Brigitte Rohm/Lino Wirag | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 24.04.2020

Sie können sich vor dem Coronavirus schützen, indem Sie vorbeugen
Foto: CC0 / Unsplash.com

Mit dem Coronavirus sind derzeit etwa 182.760 Personen in Deutschland infiziert (Stand: 4.6.2020). Ziel der Bundesregierung angesichts der steigenden Zahl an Corona-Fällen ist eine Verlangsamung des Ausbruchs. Hier erfahren Sie, mit welchen Maßnahmen Sie sich schützen können.

Die drei wichtigen Schutz-Tipps

  • Häufiges und gründliches Händewaschen ist der beste Schutz. Wenn Sie nicht Händewaschen können, nutzen Sie ein Desinfektionsgel.
  • Halten Sie ein bis zwei Meter Abstand zu Personen mit Grippesymptomen.
  • Korrekte Etikette: Niesen Sie in die Armbeuge oder ein Einmal-Taschentuch, drehen Sie sich dabei von anderen Menschen weg (werfen Sie das Einmal-Taschentuch anschließend weg).

Außerdem gut zu wissen:

  • Ein Mundschutz hilft normalerweise nicht gegen eine Ansteckung (siehe unten). Er schützt allerdings andere, wenn Sie selbst erkranken. In allen Bundesländer gilt eine Maskenpflicht. Auch Virologen raten deshalb dazu, in der Öffentlichkeit einen einfachen Mundschutz zu tragen, um Risikogruppen nicht zu gefährden.
  • Desinfektionsmittel (Sprays, Gele, Tücher etc.) sind nur dann sinnvoll, wenn sie mindestens "begrenzt viruzid" bzw. "gegen behüllte Viren" (wie Covid-19) wirken. Manche Desinfektionsmittel sind aber nur gegen Bakterien wirksam und deshalb nicht geeignet, um vor dem Coronavirus zu schützen.
  • Wenn Sie Grippe-Symptome entwickeln, rufen Sie Ihren Arzt an und meiden Sie sicherheitshalber die Öffentlichkeit. Gehen Sie nicht unangemeldet in eine Arztpraxis: Sie könnten andere anstecken.

>> Lesen Sie auch: Desinfektionsmittel: Vier Alternativen für wirksame Handhygiene

Regelmäßiges Händewaschen ist wichtig, um dem Coronavirus vorzubeugen
Regelmäßiges Händewaschen ist wichtig, um dem Coronavirus vorzubeugen (Foto: CC0 / Pixabay / Gentle07)

Coronavirus vorbeugen: Wann Sie gefährdet sind

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören.

Zu den Symptomen des Coronavirus zählen laut RKI hauptsächlich Fieber sowie Husten, Schnupfen und Halskratzen, einige Patienten haben Atemschwierigkeiten. Bei einem schweren Verlauf kann das Virus zu einer Lungenentzündung führen. Das RKI schreibt, dass einige Betroffene auch an Durchfall leiden. Die Inkubationszeit – also die Zeit zwischen Ansteckung und dem Ausbruch der Erkrankung – beträgt nach derzeitigem Informationsstand bis zu 14 Tage.

Im Verdachtsfall sollten Sie Ihren Arzt anrufen und das weitere Vorgehen mit ihm besprechen. Gehen Sie nach Möglichkeit nicht direkt in die Praxis: Sie könnten andere Patienten anstecken.

Vor Coronavirus schützen: Übertragungswege

Das Coronavirus wird von Mensch zu Mensch übertragen. In einer Pressekonferenz erklärte Martin Hoch, Leiter der bayerischen Taskforce Infektiologie: "Wenn man ein längeres Gespräch führt, so etwa 15 Minuten, ist die Ansteckungswahrscheinlichkeit am höchsten."

Der "längere Face-to-Face-Kontakt" sei deshalb kritisch, weil es sich primär um eine Tröpfcheninfektion handle. Auch die ARD schrieb, das Virus verbreite sich über Tröpfchen, also beispielsweise dann, wenn Sie direkt angehustet oder angesprochen werden.

Aber auch sogenannte Schmierinfektionen, bei denen Erreger über eine Kette von Berührungen weitergereicht werden, können als Ansteckungsweg nicht ausgeschlossen werden. Eine Übertragung über unbelebte Oberflächen (wie Treppengeländer, Türgriffe oder Aufzugsknöpfe) ist aber laut RKI bislang nicht dokumentiert.

Sie ist aber vorstellbar: Vergleichbare Viren würden bei Raumtemperatur "durchschnittlich vier Tage" überleben und seien in dieser Zeit weiterhin infektiös, so RKI-Vizepräsident Lars Schaade auf einer Pressekonferenz. Gelangen infizierte Tröpfchen auf Armlehnen oder Bargeld, kann das Virus darüber – zumindest theoretisch – übertragen werden. Regelmäßiges Händewaschen bietet davor den besten Schutz. Endgültige Aussagen darüber, wie lange das Coronavirus auf unbelebtem Material überleben kann, existieren noch nicht.

Der respiratorische Weg, also das Husten und Niesen, sei aber weiterhin der entscheidende Weg für die Übertragung, sagte Schaade. "Es gibt keinen Grund für Desinfektionsmaßnahmen in der Öffentlichkeit." In Krankenhäusern hingegen sei es sinnvoll, die Umgebung von Erkrankten zu desinfizieren.

Es gibt auch gute Nachrichten: Viele Infizierte sind bereits genesen
Es gibt auch gute Nachrichten: Viele Infizierte sind bereits genesen (Foto: J. H. University/Statista)

Tipps, wie Sie sich vor dem Coronavirus schützen 

Grundsätzlich werden die gleichen Schutzmaßnahmen wie zur Vermeidung von Grippe empfohlen. Dazu gehören:

  • Halten Sie Abstand zu Menschen, die Grippe-Symptome zeigen. Das RKI empfiehlt einen Abstand von ein bis zwei Metern.
  • Achten Sie auf eine gute Handhygiene: Waschen Sie sich die Hände gründlich und häufig – auch die Handgelenke, Fingerzwischenräume und das Nagelbett – und trocknen Sie danach alles gründlich ab.
    Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer, empfiehlt, die Hände mindestens 20 Sekunden zu waschen – und gibt einen Tipp: "Man muss dafür nicht auf die Uhr sehen. Einfach zweimal das Lied 'Happy Birthday' summen, das entspricht 20 Sekunden."
  • Vermeiden Sie es, Augen, Nase und Mund zu berühren. Dort hat es das Virus am leichtesten, in den Körper einzudringen.
  • Befolgen Sie die Nies- und Husten-Etikette: Verwenden Sie Einmal-Taschentücher, die Sie anschließend wegwerfen. Niesen Sie nicht in die Hände und drehen Sie sich von anderen Menschen weg. Lothar H. Wieler, Leiter des Robert Koch-Instituts, riet auf einer Pressekonferenz, "in die Armbeuge zu niesen und einen Meter Abstand zu halten".
  • Meiden Sie am Waschbecken Stoffhandtücher, die von mehreren Menschen genutzt werden, und nutzen Sie stattdessen Einmal-Papierhandtücher. Ebenso sollte keine feste Seife, sondern besser Flüssigseife aus Spendern verwendet werden.

Coronavirus vorbeugen – weitere Ratschläge

  • Verzichten Sie auf Händeschütteln und Umarmungen.
  • Lüften Sie regelmäßig.
  • Fahrstuhlknöpfe, Handläufe und Türgriffe in öffentlichen Gebäuden können Sie alternativ mit Knöchel oder Ellbogen drücken bzw. öffnen.
  • Sollten Sie selbst Symptome einer Atemwegs-Erkrankung zeigen, bleiben Sie nach Möglichkeit zu Hause. Damit schonen Sie nicht nur sich selbst, sondern schützen auch andere vor Ansteckung. Kontaktieren Sie stattdessen Ihren Arzt.
  • Desinfektionsmittel sind laut RKI nur dann geeignet, wenn Sie den Wirkungsbereich "begrenzt viruzid", "wirksam gegen behüllte Viren", "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" tragen. Handelsübliches Hygiene-Spray von Sagrotan beispielsweise erfüllt diese Bedingung nicht, die "Sagrotan med Sprühdesinfektion" hingegen schon (die mit "begrenzt viruzid PLUS" ausgezeichnet ist).
    Hier finden Sie eine Liste von geeigneten Mitteln, die vom RKI geprüft und anerkannt wurden. Die Deutsche Apothekerzeitung empfiehlt diese Mittel. Die Produkte müssen allerdings auch sachgerecht angewendet werden, um zu schützen.
    Wer Probleme hat, Desinfektionsmittel zu bekommen: Hier finden Sie vier sinnvolle Alternativen für eine wirksame Handhygiene.
  • Eine Impfung gegen Grippe wird Richtung Herbst wieder sinnvoll. Diese schützt zwar nicht vor dem Coronavirus, kann aber vor einer möglichen Doppelinfektion bewahren. Die Grippesaison 2019/2020 ist beendet.
Zwar überall zu sehen, nützt aber vor allem anderen: ein Mundschutz.
Zwar überall zu sehen, nützt aber vor allem anderen: ein Mundschutz. (Foto: CC0 / Pixabay / wal_172619)

Maskenpflicht zum Schutz vor Coronavirus sinnvoll?

Alle Bundesländer haben mittlerweile eine Mundschutzpflicht beschlossen. Das RKI empfiehlt die Mund-Nasen-Bedeckung "in bestimmten Situationen im öffentlichen Raum": "Das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung kann ein zusätzlicher Baustein sein, um die Ausbreitungsgeschwindigkeit von COVID-19 in der Bevölkerung zu reduzieren". Das RKI gibt aber zu bedenken, dass Masken nur einen Sinn machen, wenn weiterhin Abstand (mindestens 1,5 Meter) von anderen Personen und eine gute Händehygiene eingehalten werden.

Der WDR zeigte in einer Infografik, dass die meisten Atemmasken nicht gegen eindringende Viren helfen, nur FFP3-Masken böten "recht guten" Schutz. Bei FFP3-Masken handelt es sich um spezielle Feinpartikelmasken, die man im Alltag allerdings nicht lange tragen kann, weil sie das Atmen erschweren. Zudem sind sie angesichts der Engpässe medizinischem Personal vorbehalten.

Auch die World Health Organization (WHO) hat (am 30. März) dazu aufgefordert, keinen Mundschutz zu tragen, wenn man nicht selbst erkrankt sei. Ein Mundschutz sei bei medizinischem Fachpersonal besser aufgehoben. WHO-Nothilfedirektor Michael Ryan sagte, es gebe sogar zusätzliche Risiken, wenn die Masken falsch abgenommen oder entsorgt würden.

Experten raten Infizierten zur Maske

Alle Fachleute weisen darauf hin, dass das Tragen einer Maske durchaus dazu beiträgt, andere vor einer Ansteckung zu schützen, sollte man das Virus selbst im Körper haben. Auch Prominente rufen unter dem Hashtag #maskeauf zum Verhüllen von Mund und Nase auf.

"Neuere Daten aus Hongkong zeigen, dass das reine Tragen dieser Masken doch einen erheblichen Effekt hat, um die Krankheit unter Kontrolle zu bringen", sagte Kekulé in seinem Podcast. Ein einfacher Mundschutz für alle sei vor allem dann wichtig, wenn das normale Leben wieder hochgefahren werde.

Dazu kommt: Auch dünne Masken tragen dazu bei, dass Menschen sich seltener an Mund und Nase fassen, was die Infektionsgefahr verringert.

Atemmasken sollten aber nicht zu Sorglosigkeit verleiten. Nach Angaben der WHO kann das Tragen eines Mundschutzes in Situationen, in denen dies nicht erforderlich ist, ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen und dazu führen, das wichtigere Hygienemaßnamen – wie gute Handhygiene – vernachlässigt werden.

    Vor allen in den USA steigen die Fallzahlen stark an
    Vor allen in den USA steigen die Fallzahlen stark an (Foto: J. H. University/Statista)

    Schutz vor Corona: Machen Handschuhe Sinn?

    Schützen Handschuhe beim Einkaufen, wo man zwangsläufig den Griff des Einkaufswagens oder - korbs, die Griffe von Kühlschränken und Kühltruhen und Geld oder das Kartenlesegerät berührt? 

    Welche Rolle kontaminierte Oberflächen bei der Übertragung spielen, ist derzeit nicht abschließend geklärt. Das Robert Koch-Institut sagt dazu: Eine Infektion durch kontaminierte Oberflächen ist prinzipiell nicht ausgeschlossen.

    Handschuhe sind trotzdem nur bedingt hilfreich: Sie bieten nur Schutz, wenn man sich mit den Handschuhen nicht ins Gesicht fasst oder beim Ausziehen berührt. 

    >> Für weitere Infos: Schutz vor Corona: Einmalhandschuhe beim Einkaufen sind ungeeignet

    Coronavirus vorbeugen: Achtung, Falschmeldungen!

    Leider kursieren zurzeit viele Falschmeldungen rund um das Virus im Internet und sozialen Medien. Verlassen Sie sich auf Ihren Alltagsverstand und verlässliche Quellen, um Betrügern nicht auf den Leim zu gehen. Diese Infos helfen:

    • Homöopathische und/oder Naturheilmittel, die angeblich eine Ansteckung mit dem Coronavirus verhindern, existieren nicht.
    • Auch andere Vorsorge-Produkte, die "speziell" oder "besonders gut" gegen das Virus helfen sollen, gibt es nicht.
    • Bezahlen Sie keine überhöhten Preise für Schutzmasken oder Desinfektionsmittel. RAPEX warnt zudem vor diesen zu durchlässigen Atemschutzmasken
    • Beziehen Sie Informationen zum Virus nur aus vertrauenswürdigen Quellen und hinterfragen Sie Nachrichten, die Sie über soziale Netzwerke erreichen.

    In den letzten Wochen gingen mehrere Falschmeldungen um. Hier noch einmal die korrekten Einordnungen zu einigen dieser Fake-News:

    • Handtrockner töten das Coronavirus nicht.
    • Knoblauch hilft nicht gegen das Coronavirus, genauso wenig wie Sesamöl.
    • UV-Licht wird nicht zur Desinfektion empfohlen.
    • Antibiotika stellen keinen Schutz dar, sie helfen nur gegen Bakterien.
    • Es stellt ebenfalls keinen nachweislichen Schutz dar, die Nase regelmäßig mit Salzwasser zu spülen.
    • (Haus-)Tiere können das Virus nicht bekommen.

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