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Coronavirus: Mundschutz mit Gummiband selber nähen

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 25.01.2021

Coronavirus: So nähen Sie einen Mundschutz mit Gummiband selber
Foto: Antipina Daria/Shutterstock

Derzeit gilt die verschärfte Maskenpflicht. Selbstgenähte Alltagsmasken haben damit aber nicht ganz ausgedient, Kinder unter 15 Jahren dürfen sie weiterhin tragen und auch als Schutz bei privaten Treffen sind selbstgenähte Masken aus Stoff nach wie vor erlaubt. Wie kann man einen Mundschutz selber nähen? Unsere Nähanleitung für einen Mundschutz mit Gummiband plus Tipps von Virologen.

  • Beim Einkaufen und in Bus und Bahn sind selbstgenähte Masken nicht mehr ausreichend, hier muss derzeit eine medizinische Maske (OP-Maske oder FFP2-Maske) getragen werden.
  • Bei privaten Treffen und von Kindern unter 15 Jahren dürfen die Stoffmasken weiterhin getragen werden.
  • Eine Studie zeigt: Ein selbst hergestellter Mundschutz sollte aus mindestens zwei, besser noch drei Schichten Stoff bestehen.
  • Masken lassen sich aus Stoffresten ganz einfach selber nähen.

Masken gehören zum neuen Alltag dazu, in ganz Deutschland gilt die Maskenpflicht, seit kurzem sogar die verschärfte Maskenpflicht. Damit ist die Stoffmaske beim Einkaufen, Bahnfahren oder beim Arztbesuch nicht mehr erlaubt, hier muss jetzt eine OP- oder FFP2-Maske getragen werden. Bei privaten Treffen dürfen Sie aber natürlich weiterhin eine Maske aus Stoff tragen. 

Stoffmasken: kaum Eigenschutz

Masken sind weniger zum Eigenschutz als zum Fremdschutz gedacht. Da das Coronavirus schon vor dem Auftreten erster Symptome ansteckend ist, kann man mit Hilfe einer Schutzmaske verhindern, versehentlich andere Menschen anzustecken. Das heißt: Auch Menschen, die infiziert sind, aber keine Symptome aufweisen, übertragen das Virus mit Maske weniger leicht.

Die Erfahrung der letzten Monate hat aber auch gezeigt, dass Masken psychologische Effekte haben: Sie erinnern uns daran, dass Abstandhalten und Hygiene nach wie vor wichtig sind. Und wer eine Maske trägt, fasst sich nicht so leicht ins Gesicht, ohne es zu merken.

Weiterlesen: Wie Sie sich vor dem Coronvirus schützen, an welchen Symptomen Sie Covid-19 erkennen und was Sie beim Kauf und bei der Pflege einer FFP2-Maske beachten müssen.

    Schutzmasken sind Mangelware - selber nähen ist eine gute Alternative
    Schutzmasken sind Mangelware - selber nähen ist eine gute Alternative (Foto: Warida Chamchong/Shutterstock)

    Mundschutz mit Gummiband selber nähen: Anleitung für Nähanfänger

    Einen Mundschutz selber nähen ist gar nicht so kompliziert – und Sie benötigen lediglich Stoffreste, Gummibänder, Faden und eine Nähmaschine oder eine Nähnadel.

    Wichtig zu wissen: Eine selbst genähte Maske ist nur ein Hilfskonstrukt. Einen zuverlässigen Schutz vor einer Ansteckung kann sie nicht garantieren.

    Mundschutz selber nähen: Anleitung für Anfänger
    Mundschutz selber nähen: Anleitung für Anfänger (Foto: Maria Hohenthal/Utopia)

    Mundschutz selber nähen – das benötigen Sie

    Das benötigen Sie, um einen Mundschutz selbst anzufertigen: 

    • Stoffrest (14 x 24 cm)
    • Schere
    • Nähnadel
    • Faden
    • Maßband oder Lineal
    • Stecknadeln
    • 2 Gummibänder (je 20 cm)

    Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Gummizüge in vielen Supermärkten und Onlineshops vergriffen sind. Sie können sich aber mit einer Kordel, Schnur oder Schuhbändern behelfen. Auch ein Stoffband lässt sich einfach selbst nähen.

    Mundschutz mit Gummiband selber nähen – die Vorbereitungen

    Hübscher wird der Mundschutz, wenn Sie einen bunten Stoff verwenden. Für Ihr Nähprojekt müssen Sie keinen neuen Stoff kaufen, Sie können genauso gut alte T-Shirts, Küchenhandtücher oder Bettwäsche zerschneiden und upcyceln. Wichtig ist, dass man durch den Stoff gut atmen kann, und dass er bei 60 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden kann.

    Wenn Sie einen neuen Stoff verwenden: Vor dem Nähen und Tragen waschen! Dann läuft er bei der Maschinenwäsche nicht mehr ein und ist so weit wie möglich frei von Chemie.

    ÖKO-TEST erklärt: in sieben Schritten zum selbstgebauten Mundschutz
    ÖKO-TEST erklärt: in sieben Schritten zum selbstgebauten Mundschutz (Foto: Maria Hohenthal/Utopia)

    Mundschutz selber nähen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

    1. Legen Sie ein Gummiband auf den längeren Rand des Stoffrests. Falten Sie den Stoffrand in einer Breite von ca. 1,5 cm über das Gummiband, und fixieren Sie den Saum mit Stecknadeln.

    2. Auf der anderen Seite des Stoffes mit dem zweiten Gummiband wiederholen.

    3. Nähen Sie nun den Saum mit Nähnadel oder Nähmaschine fest. Wenn Sie keine Nähmaschine haben, achten Sie darauf, dass Sie kleine Stiche in engem Abstand machen, damit die Naht möglichst stabil ist.

    4. Nähen Sie die Enden des Gummis sorgfältig zusammen oder verknoten Sie sie. Dann sollte das Gummiband allerdings (von Beginn an) etwas länger sein.

    5. Wiederholen Sie die Schritte 3 und 4 auf der anderen Seite des Mundschutzes.

    6. Nähen Sie das Gummiband an der Stelle am Stoff fest, an der es aus dem Saum herauskommt. Raffen Sie den Saum auf 7 bis 8 cm Breite, und nähen Sie das Gummiband auch auf der anderen Seite fest.

    7. Wiederholen Sie Schritt 6 auf der anderen Stoffseite.

    8. Jetzt hat der Mundschutz die typische Form und kann verwendet werden.
    Mundschutz mit Bändern - statt Gummis
    Mundschutz mit Bändern - statt Gummis (Foto: Maria Hohenthal/Utopia)

    Studie: Maske sollte mindestens aus zwei Lagen Stoff bestehen

    Australische Forscher zeigen in einer aktuellen Studie: Selbst genähte Masken sollten mindestens aus zwei Lagen Stoff bestehen, noch besser sind drei. In ihrer Untersuchung haben sie die Ausbreitung von Aersoloen mit einer LED-Beleuchtung sichtbar gemacht und mit einer Hochgeschwindigkeitskamera erfasst. Das Ergebnis: Selbst eine einschichtige Gesichtsbedeckung ist besser als keine Gesichtsbedeckung. Mit einer Maske mit zwei Lagen Stoff war die Tröpfchenausbreitung deutlich geringer als bei der einschichtigen, den besten Schutz bietet eine chirurgische Maske.

    Anleitung für Nähprofis: DIY-Mundschutz

    Es gibt auch Anleitungen für Masken, die besser sitzen und durch einen Draht im Nasenbereich zuverlässiger schützen. Diese Anleitungen sind allerdings komplizierter und für Anfänger nicht geeignet.

    Nähprofis finden hier Anleitungen für einen Mund- und Nasenschutz:

    • Nähanleitung für einen Mundschutz der Stadt Essen
    • Anleitung für einen etwas aufwändigeren Mundschutz von Buttinette

    Bei selbst gemachtem Mundschutz beachten

    • Wechseln Sie den Mundschutz, sobald er feucht ist.
    • Legen Sie den Mundschutz ab, wenn Sie nach Hause kommen, und waschen Sie sich danach gründlich die Hände.
    • Masken immer bei mindestens 60 Grad waschen, um die Viren abzutöten.
    • Selbst genähte Masken sind kein Ersatz für gründliches Händewaschen und Abstandhalten.
    • In die Armbeuge husten oder niesen ist der beste Schutz vor einer Tröpfcheninfektion.
    • Wenn Sie Covid-Symptome wie Husten oder Fieber haben, wenden Sie sich an Ihren Hausarzt.

    Das Tragen von Einmalschuhen beim Einkaufen ist übrigens nicht ratsam. Die Gummihandschuhe schützen den Träger nicht vor den Coronaviren, sondern können aus hygienischer Sicht sogar zur Gefahr werden.

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